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03.01.2011

09:08 Uhr

100 wertvollste Unternehmen

Deutschlands Konzerne holen auf

VonUlf Sommer

Der Dax schlägt alle großen Aktienindizes weltweit, denn einige deutsche Konzerne verdoppelten 2010 ihren Börsenwert. Trotz dieser positiven Entwicklung führen aber Rohstoff- und Technologiekonzerne aus China und den USA die Handelsblatt-Rangliste an.

Steve Jobs, CEO von Apple, kann sich über die Kursentwicklung seines Unternehmens freuen. Der Wert von Apple stieg im letzten Jahr um knapp 70 Prozent. DAPD

Steve Jobs, CEO von Apple, kann sich über die Kursentwicklung seines Unternehmens freuen. Der Wert von Apple stieg im letzten Jahr um knapp 70 Prozent.

DÜSSELDORF. Norbert Reithofer hat Grund zum Jubeln. Ein Jahr nach der schwersten Autokrise in der Nachkriegsgeschichte fährt der Vorstandschef des deutschen Autobauers BMW wieder Milliardengewinne ein. Auf die margenträchtigen 5er- und 7er-Limousinen müssen die Kunden Monate warten. Die Börse honoriert den Erfolg: In nur einem Jahr hat BMW seinen Börsenwert auf 37,5 Milliarden Euro fast verdoppelt.

So wie die Münchener frohlocken zum Jahreswechsel fast alle deutschen Industriefirmen. Denn dank ihrer Exportstärke profitieren sie vom Boom in Südamerika, Osteuropa und Asien mehr als ihre Wettbewerber in anderen Ländern.

Der Lohn: Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer, der Dax, legte im Jahr 2010 mit 16 Prozent stärker zu als alle großen Börsenindizes der Welt. In einem Jahr steigerten die 30 größten deutschen Konzerne ihren Börsenwert um 112 Milliarden Euro. Damit ließen sich die Großkonzerne Daimler und BASF auf einen Schlag kaufen.

Doch die Aufholjagd an den Weltfinanzmärkten gestaltet sich mühsam. Von den 100 Konzernen mit dem höchsten Börsenwert kommen mit Siemens, BASF, Volkswagen und Daimler nur vier aus Deutschland, wie eine Analyse des Handelsblatts belegt. Zwar verbesserte sich Siemens um 25 Plätze, BMW fehlt aber in der Rangliste - ebenso wie Henkel, Linde oder SAP, obwohl sie 2010 so viel verdient haben wie nie zuvor.

Der Grund: "Deutschland fehlen die starken Konzerne in den Schlüsselbranchen Technologie und Rohstoffe", sagt Berndt Fernow, Marktstratege von der Landesbank Baden-Württemberg. Denn genau diese Branchen sind die großen Gewinner: Sieben der zehn wertvollsten Unternehmen fördern Öl und andere Bodenschätze oder treiben das Internetzeitalter voran. Neue Nummer eins ist der US-Ölriese Exxon mit einem Börsenwert von 276 Milliarden Euro, gefolgt vom letztjährigen Spitzenreiter und Wettbewerber, Petrochina.

Investoren der weltweiten Finanzmärkte honorieren die Spezialisierung deutscher Konzerne auf Industrie und Handel oft nicht ausreichend. Obwohl die Unternehmen in diesen Branchen relativ starke Gewinne erwirtschaften, liegen die Umsatzrenditen aufgrund des scharfen Wettbewerbs selbst in Boomzeiten nur zwischen fünf und zehn Prozent. Die weltweit größten Firmen, die oft in Märkten mit relativen Knappheiten oder monopolartigen Strukturen zu Hause sind, erzielen dagegen Renditen von bis zu 26 Prozent. Anleger honorierten das: Exxon verteuerten sich 2010 um 22 Prozent, Apple gar um 69 Prozent.

Kommentare (8)

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Jürgen

03.01.2011, 10:16 Uhr

Neues Jahr.....und wieder mal Aufschwungpropaganda für die Gehirngewaschenen

Incognito

03.01.2011, 10:22 Uhr

"Die weltweit größten Firmen, die oft in Märkten mit relativen Knappheiten oder monopolartigen Strukturen zu Hause sind, erzielen dagegen Renditen von bis zu 26 Prozent."

Da verzichte ich doch lieber auf so eine üppige Rendite, denn nachhaltiges Wirtschaften ist bedeutend mehr Wert! Denn wie in den meisten Fällen wird eine hohe Rendite auf Kosten der belegschaft erwirtschaftet. Und das betrifft alle Arbeitnehmer!

Hansi

03.01.2011, 11:25 Uhr

Wenn ich den Löscher sehe, wird mir übel. Überzogenes, abgehobenes amerikanisches Gehalt, gleichzeitig Verlagerung profitabler Fertigungen z.b. von berlin nach Tschechien. Und obendrauf Zeitarbeiter, Zeitarbeiter, Zeitarbeiter.

Raubtierkapitalismus at it's best.

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