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05.09.2011

15:54 Uhr

13 Milliarden Euro

EZB verdoppelt Staatsanleihen-Käufe

Die Europäische Zentralbank hat für 13,305 Milliarden Euro Bonds am Markt gekauft, Analysten hatten lediglich mit 7 Milliarden gerechnet. Die überraschende Strategie sorgt aber auch für Kritik.

Die Europäische Zentralbank hat für 13,305 Milliarden Euro Bonds gekauft. dapd

Die Europäische Zentralbank hat für 13,305 Milliarden Euro Bonds gekauft.

Frankfurt, BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre umstrittenen Käufe von Staatsanleihen überraschend verdoppelt. Sie erwarb in der vorigen Woche Papiere im Wert von 13,305 Milliarden Euro, wie die Notenbank am Montag in Frankfurt mitteilte. In der Vorwoche waren es lediglich 6,651 Milliarden Euro. Analysten hatten mit sieben Milliarden gerechnet. Seit Mai 2010 hat sie damit Bonds im Gesamtwert von 129 Milliarden Euro gekauft.

Die EZB rechtfertigt dies als Stützungsmaßnahme für die Märkte. Doch de facto erleichtert sie damit Schuldenländern wie Italien und Spanien, die zuletzt ins Visier der Märkte geraten waren, die Refinanzierung an den Kapitalmärkten. Das italienische EZB-Ratsmitglied Mario Draghi warnte sein Land jedoch davor, sich zu sehr auf die Ankäufe der EZB zu verlassen. „Das Programm ist vorübergehend“, sagte Draghi. „Es kann nicht dazu genutzt werden, das grundlegende Prinzip der Haushaltsdisziplin zu umgehen“, mahnte der Italiener, der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am 1. November an der Spitze der Zentralbank ablösen soll.

Trichet hatte die Regierung von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi jüngst ermahnt, das vereinbarte Sparpaket über 45,5 Milliarden Euro vollständig umzusetzen. Die EZB hatte ihr Kaufprogramm im Mai 2010 auf dem ersten Höhepunkt der Griechenland-Krise begonnen. Nach einer mehrmonatigen Pause startete sie im Hochsommer weitere Ankäufe, nachdem Italien und Spanien ins Visier der Märkte geraten waren. Das Programm war von Anfang an umstritten: Insbesondere die Bundesbank-Spitze moniert, dass die Grenze zwischen den Verantwortungsbereichen von Geld- und Fiskalpolitik verwischt werde. Auf die Dauer belaste dies das Vertrauen in die Notenbanken, warnte jüngst Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Das sieht auch die Fondsgesellschaft DWS so. „Als Investor können wir nicht akzeptieren, wenn Regierungen Sparpakete beschließen, und dann die EZB als Risikomanager instrumentalisiert wird“, sagte der für das Investment verantwortliche Geschäftsführer Asoka Wöhrmann zu Reuters. „Durch die Anleihenkäufe hat die EZB weltweit ein Stück an Reputation verloren.“

Die EZB dringt darauf, dass die Euro-Länder baldmöglichst die Beschlüsse zum Europäischen Rettungsfonds EFSF umsetzen, der die Möglichkeit zum Ankauf von Staatsanleihen erhalten soll. 15 von 23 von Reuters befragte Händler erwarten jedoch, dass die EZB ihr Programm auch dann noch fortsetzen wird, wenn der EFSF mit eigenen Ankäufen begonnen haben wird.

Von

rtr

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

05.09.2011, 16:20 Uhr

All diese Verträge und Versprechen wurden in den letzten Monaten gebrochen – mit unabsehbaren Folgen. Über den sogenannten Rettungsschirm ist Deutschland schon jetzt in Mithaftung für hunderte Milliarden Euro Schulden von Griechenland, Irland und Portugal. Durch den Ankauf riskanter Staatsanleihen von hoch verschuldeten Staaten wie Spanien oder Italien durch die EZB wird nun auch noch mit der Stabilität des Euros gespielt.
Denn der Ankauf dieser Ramschpapiere durch die EZB bedeutet nichts anderes als dass Anwerfen der Notenpresse. Schließlich generiert die EZB ‘ihr Geld’ aus dem Nichts, theoretisch in jeder beliebigen Höhe. Steht diesem Papier- bzw. Computergeld kein ausreichender realer Wert mehr entgegen, bedeutet das unweigerlich den Weg in die Inflation bis hin zur Hyperinflation oder gar Währungsreform.

Ein Wirtschaftsverbrechen ist der gesetzwidrige Ankauf von schrottreifen Staatspapieren bankrotter Staaten durch die EZB, der inzwischen 120 Milliarden Euro erreicht hat. Deren unverantwortlich handelnde Akteure, wie Trichet, müssen zivil- und strafrechtlich belangt werden!!

Guenther

05.09.2011, 16:23 Uhr

und wo liegt das Problem?

Rene

05.09.2011, 16:26 Uhr

So wie andere Länder ihre Sparverpflichtungsversprechen brechen, kann Deutschland auch seine Bürgschaftsversprechen brechen...

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