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29.05.2014

17:37 Uhr

Abwanderung zu Hedge-Fonds

Banken verlieren immer mehr Händler

Die US-Bank Citigroup verliert ihren wichtigsten Aktienhändler und bei Morgan Stanley geht ein ganzes Team von Bord. Damit setzt sich die Abwanderung weg von Banken hin zu Hedge-Fonds weiter unvermindert fort.

Die Citibank in New York: Die US-Großbank verliert Händler an Hedgefonds. dpa

Die Citibank in New York: Die US-Großbank verliert Händler an Hedgefonds.

DüsseldorfPersonalschwund bei den Großbanken: Michael Pringle, Citigroups weltweiter Chef für Handel von Aktien in London, heuert beim Hedge-Fonds Moore Capital Management an. Und ein Morgan-Stanley-Team, geführt von Jason Mackay, hält nach Handelsmöglichkeiten außerhalb der Bank Ausschau, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg erfuhr. Die Personalien bei den beiden Banken waren vergangene Woche bekannt geworden.

Neue aufsichtsrechtliche Bestimmungen seit der Finanzkrise haben die Abwanderung der Top-Händler an der Wall Street zu Hedge-Fonds beschleunigt. Diese waren lange Zeit nur das Ziel von Bankern, die risikoreichere Wetten eingehen wollten.

Die Banken, die ihren Händlern einst größere Summen in die Hand gaben, möchten nun auf den Eigenhandel verzichten – und sich darauf konzentrieren, Handelsaufträge von Kunden auszuführen. Außerdem zahlen die Banken Boni meist nur noch in Form von verzögerten Aktienzuweisungen.

„Früher haben die Banken sehr gut im Wettbewerb mit den Hedge-Fonds mitgehalten“, sagte Joel Salomon, ehemaliger Banker bei Citigroup, der inzwischen seinen eigenen Long-Short- Hedgefonds gegründet hat. Doch angesichts des neuen regulatorischen Umfelds gebe es einen Trend hin zu verzögerter Vergütung.

Echte Anleger sind...

...gelassen

"Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

...geduldig

"Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

...rational

"Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

In den USA verbietet die so genannte Volcker-Regel den meisten Banken zukünftig den Eigenhandel. Obwohl sie die neuen Vorschriften erst im kommenden Jahr befolgen müssen, haben viele Banken bereits entsprechende Unternehmensbereiche geschlossen oder abgespalten.

Morgan Stanley beispielsweise lagerte die Sparte Process Driven Trading in einen Hedgefonds aus. Die Citigroup schloss 2012 den Bereich Equity Principal Strategies und die US-Großbank JPMorgan Chase gab ihren Eigenhandel für Rohstoffe auf.

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