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29.09.2014

21:15 Uhr

Aktie für 21,50 Euro

Börsengang bringt Zalando 605 Millionen Euro

Zalando nimmt bei seinem Börsengang nicht ganz so viel Geld ein wie erwartet. Obwohl die Platzierung deutlich überzeichnet gewesen sein soll, legt das Unternehmen den Ausgabepreis nicht ganz am Ende der Preisspanne fest.

Zalando will am Mittwoch sein Börsendebüt in Frankfurt feiern. dpa

Zalando will am Mittwoch sein Börsendebüt in Frankfurt feiern.

Frankfurt/BerlinDer Online-Modehändler Zalando wird bei seinem Börsengang 605 Millionen Euro einnehmen. Das Berliner Unternehmen legte den Ausgabepreis der Aktien am Montag auf 21,50 Euro fest. Damit schöpfte Zalando die festgelegte Preisspanne von 18 bis 22,50 Euro nicht ganz aus. Am oberen Ende der Spanne hätte der Erlös 633 Millionen Euro betragen. Insgesamt wird Zalando damit zum Ausgabepreis mit rund 5,35 Milliarden Euro bewertet. Der Start an der Frankfurter Börse ist für diesen Mittwoch (1. Oktober) geplant.

Zalando lieferte am Montagabend zunächst keine Erklärung dafür, warum der Preis der Aktie nur knapp unter dem oberen Ende der Preisspanne festgelegt wurde. Zwischenzeitlich war von einer starken Nachfrage die Rede gewesen. Insgesamt sollen rund 28 Millionen Papiere zugeteilt werden. Ankerinvestoren hatten sich bereits früh Aktien im Wert von knapp 127 Millionen Euro gesichert. Nach dem Börsengang werden etwa 11,3 Prozent von Zalando an der Börse notiert sein.

Der Onlineversender, der sich mit schrillen Werbekampagnen („Schrei vor Glück“) und kostenlosen Retouren einen Namen machte, hatte sich kurz vor dem Börsengang in die schwarzen Zahlen vorgearbeitet. Zalando könnte auch dieses Jahr mit einem Gewinn abschließen.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Die bisherigen Aktionäre von Zalando wollen sich bei dem Börsengang nicht von Anteilen trennen. Es werden 24.476.223 neue Aktien ausgegeben - plus 3.671.433 Anteilsscheine für eine Mehrzuteilung an die begleitenden Banken.

„Die derzeit gute Stimmung für Aktienneuemissionen sorgt für eine positive Nachfrage nach Zalando, im vorbörslichen Handel der Schnigge AG notiert die Aktie bereits bis zu 25 Prozent über dem höchsten Ausgabepreis“, sagte Florian Weber, Vorstandsvorsitzender der Schnigge Wertpapierhandelsbank.

Haupteigentümer von Zalando sind die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik mit zuletzt 35,6 Prozent sowie die Internet-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer mit 16,7 Prozent. Ihre Anteile verwässern sich mit der Ausgabe der neuen Aktien. Dem Prospekt zufolge soll Kinnevik nach dem Börsengang mit voller Mehrzuteilung noch 31,57 Prozent halten, die Samwer-Brüder 14,81 Prozent.

Die Erlöse aus dem Börsengang sollen in das weitere Wachstum des Unternehmens fließen. Zalando will vor allem aus eigener Kraft größer werden, kann sich aber auch Zukäufe vorstellen. Die Berliner wollen ihre Kundenbasis erweitern, die Umsätze beim einzelnen Käufer steigern und auch in neue regionale Märkte vordringen. Der Onlineversender hatte zuletzt rund 14 Millionen aktive Kunden.

Von

rtr

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