Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2012

13:08 Uhr

Aktie steigt trotzdem

Krisenländer haben weniger Lust auf Lindt-Schokolade

Den Krisenländern der Eurozone ist die Lust auf teure Lindt-Schokolade vergangenen. Dennoch stieg der Umsatz 2011 organisch um sechs Prozent. Die Aussicht auf eine höhere Gewinnmarge ließ die Aktie steigen.

Ein Schoko-Bär macht dem Lindt-Osterhasen Konkurrenz - und stützt den Umsatz. dpa

Ein Schoko-Bär macht dem Lindt-Osterhasen Konkurrenz - und stützt den Umsatz.

ZürichDen Verbrauchern in den Euro-Krisenländern ist offensichtlich die Lust auf teure Schokolade vergangen. Während der Schweizer Edelschokoladehersteller Lindt & Sprüngli in Deutschland, Frankreich oder der Schweiz mehr Kunden für seine Süßigkeiten gewinnen konnte, hielten sich die Verbraucher in den hoch verschuldeten Ländern Italien und Spanien zurück. Dort habe sich das Marktwachstum beträchtlich verlangsamt, teilte Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli am Montag mit.

Insgesamt konnten die Schweizer 2011 trotz eines Umsatzrückgangs ihre Marktanteile ausbauen. Der starke Schweizer Franken ließ zwar den Umsatz um 3,5 Prozent auf 2,49 Milliarden Franken (2,1 Milliarden Euro) schrumpfen. Das organische Wachstum erreichte aber sechs Prozent. Als Umsatzstütze erwies sich ein in goldfarbenes Papier verpackter Schokolade-Bär, den Lindt & Sprüngli neben einem goldenen Schokolade-Osterhasen seit Herbst als Leitprodukt für das Weihnachtsgeschäft aufbaut. Erfreulich laufe auch das noch junge Geschäft in Hongkong, das eine gute Grundlage zur weiteren Erschließung des chinesischen Marktes bilde.

Der Gewinn für 2011 sollte besser ausfallen als im Jahr davor. Nach Einschätzung von Lindt dürfte die Marge beim Betriebsgewinn am oberen Rand der in Aussicht gestellten Bandbreite von 20 bis 40 Basispunkten liegen. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ging davon aus, dass das Margenplus sogar noch etwas höher ausfallen könnte. Die Aussicht auf mehr Gewinn verlieh dem Lindt-Partizipationsschein an der Börse Auftrieb, obwohl Analysten im Durchschnitt mit einem organischen Wachstum von 6,9 Prozent gerechnet hatten. Sechs Prozent seien im gegenwärtigen Umfeld aber auch schon ein Erfolg, erklärte die Analystin der Bank Vontobel. An der leicht festeren Börse stieg der Lindt-Anteilsschein bei kleinen Umsätzen um zwei Prozent auf 2707 Franken.

2012 dürfte das organische Wachstum angesichts einer Konsumschwäche in Europa nachlassen, erklärte Analyst Patrik Schwendimann von der ZKB. Das selbst gesetzte Ziel von sechs bis acht Prozent dürfte der wohl Konzern verpassen. Da die Kakao-Preise sinken, sollte aber wieder eine Gewinnsteigerung möglich sein.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×