Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2010

18:52 Uhr

Aktien

Alcoa, EADS und China belasten Europas Börsen

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben sich am Dienstag nach einer überraschend schwachen Bilanz des US-Aluminiumkonzerns Alcoa und eines enttäuschenden Ausblicks von EADS mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben sich am Dienstag nach einer überraschend schwachen Bilanz des US-Aluminiumkonzerns Alcoa und eines enttäuschenden Ausblicks von EADS mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Der Eurostoxx 50 fiel um 1,11 Prozent auf 2 976,89 Punkte und gab damit den zweiten Handelstag in Folge nach. Für den CAC-40-Index ging es in Paris um 1,06 Prozent auf 4 000,05 Punkte nach unten. Der Ftse 100 gab um 0,71 Prozent auf 5 498,71 Zähler nach.

Die positive Grundeinstellung der Börsianer werde derzeit auf die Probe gestellt, sagte ein Händler. "Der Start in die US-Berichtssaison ist überraschend enttäuschend ausgefallen. Die Zahlen des Aluminium-Giganten Alcoa konnten nicht vollständig überzeugen und belasten dadurch den Gesamtmarkt und speziell die übrigen europäischen Rohstoffwerte." Belastend wirkte zudem die Veröffentlichung der US-Handelsbilanz für den November 2009. Das Defizit war deutlich höher ausgefallen als erwartet. Rohstoffaktien wie Arcelormittal , Anglo American und BHP Billiton fielen zwischen 2,82 und 2,30 Prozent.

Als weiteren Belastungsgrund nannten Börsianer die jüngsten Schritte der chinesischen Zentralbank. Um der Gefahr einer Überhitzung der Wirtschaft entgegenzuwirken, hatte die chinesische Zentralbank die Mindestreserveanforderun gen erhöht. Bankenwerte wie die Credit Agricole , die Deutsche Bank und die Banco Santander führten mit Kursverlusten von bis zu 3,47 Prozent die Verliererliste der Finanzwerte an.

Die Aktien des europäischen Rüstungs- und Raumfahrtkonzerns EADS rückten nach einem Ausblick auf die künftigen Geschäfte ebenfalls in den Mittelpunkt des Interesses. Das laufende Jahr werde ein "Jahr der Herausforderung", sagte Konzernchef Louis Gallois auf einer Pressekonferenz. Die Krise sei noch nicht überstanden. Zudem sei der Umsatz im abgelaufenen Jahr aufgrund des Dollar-Kurses gesunken. Die Aktie ging bei 14,10 Euro und damit um 2,62 Prozent geschwächt aus dem Handel.

Trotz der gedämpften Stimmung an den europäischen Aktienmärkten konnten sich die Papiere des niederländischen Braukonzerns Heineken mit einem Aufschlag von 0,54 Prozent bei 34,185 Euro in der Gewinnzone halten. Nach einem milliardenschweren Übernahmeangebot für einen Brauereikonzern in Mexiko gab es durchweg positive Analystenkommentare zu Heineken. So stuften beispielsweise die Analysten der Royal Bank of Scotland die Aktien von Heineken von zuvor "Hold" auf "Buy hoch.

Die Papiere der britischen Supermarktkette Tesco gehörten ebenfalls zu den Lichtblicken und gewannen 0,75 Prozent auf 421,00 Pence. Das Weihnachtsgeschäft in Großbritannien war für Tesco deutlich besser gelaufen als in den vergangenen Jahren. Der Konzern spricht sogar vom besten Weihnachtsgeschäft seit drei Jahren.

Auf der Gewinnerseite hielten sich auch die Aktien des britischen Pharmaherstellers Glaxo Smith Kline mit einem Plus von 0,16 Prozent auf 1 295 Pence. Die Bundesregierung und die Bundesländer einigten sich nach einem Zeitungsbericht mit dem Pharmahersteller auf eine Reduzierung des Impfstoffs. Die Länder müssten statt der ursprünglich bestellten 50 Mill. Impfdosen nur noch 34 Mill. abnehmen und könnten so 133 Mill. Euro sparen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×