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08.03.2014

13:18 Uhr

Aktien-Ausblick

Dax auf wackligem Boden

VonJörg Hackhausen

Der Dax hat eine lange Rally hinter sich. Das Verfallsdatum des Aufwärtstrends ist eigentlich überschritten. Die vergangene Woche hat gezeigt, wie wacklig die Börse ist. Anleger bereiten sich auf eine Korrektur vor.

DüsseldorfWar es mehr als nur ein Vorgeschmack? Als die Kriegsangst die Börsen am vergangenen Montag erfasste, rauschte der Dax um mehr als 300 Punkte in die Tiefe. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine drohte zu eskalieren. Nur einen Tag später holten der Dax und andere Aktienmärkte einen Teil der Verluste wieder auf, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin im Fernsehen erklärte hatte, er plane keine Invasion im Nachbarland. Wie glaubhaft die Beteuerungen sind, wird sich noch zeigen. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, wie anfällig die Börsen für Erschütterungen sind.

Der Streit um die Krim wird nicht innerhalb weniger Tage gelöst sein. Er könnte sich verschärfen, wenn die Bevölkerung der Halbinsel für eine Abspaltung von der Ukraine stimmen sollte, was wahrscheinlich ist. Das entsprechende Referendum wurde auf den 16. März vorgezogen. Die neue Führung der Ukraine hat angekündigt, dass sie die Krim nicht hergeben will. Russland wiederum behält sich „alle Mittel“ zum Schutz der russisch-sprachigen Bevölkerung in der Ukraine vor. Wenn keine der beiden Seiten zurückweicht, hieße das: Krieg.

Ein Krieg wäre in politischer und humanitärer Hinsicht eine Katastrophe, aber auch wirtschaftlich verheerend. Es drohen Handelsbeschränkungen des Westens gegen Russland. Putin könnte mit einer Unterbrechung der Gaslieferungen nach Europa reagieren. Die Folgen für die Weltwirtschaft wären kaum abzusehen. Wegen enger wirtschaftlicher Verflechtungen mit Russland wäre Deutschland besonders betroffen.

Die größten Kapitalvernichter (DSW-Watchlist)

Platz 15: Artnet

Branche: Internetdienstleister, Kunsthandel

Kursentwicklung (1 Jahr): - 9,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 55,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 53,4 Prozent

Platz 14: K + S

Branche: Düngemitteln, Salze

Kursentwicklung (1 Jahr): - 36,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 60,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 40, 9 Prozent

Platz 13: RWE

Branche: Energieversorgung

Kursentwicklung (1 Jahr): - 14,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 46,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 58,1 Prozent

Platz 12: Teles

Branche: Informationstechnik

Kursentwicklung (1 Jahr): - 7,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 40,0 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 66,5 Prozent

Platz 11: Gigaset

Branche: Holding

Kursentwicklung (1 Jahr): 1,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 71,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 53,6 Prozent

Platz 10: Air Berlin

Branche: Flug

Kursentwicklung (1 Jahr): 7,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 55,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 65,0 Prozent

Platz 9: Commerzbank

Branche: Aktien

Kursentwicklung (1 Jahr): 9,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 64,7 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 70,5 Prozent

Platz 8: Solar Fabrik

Branche: Solarenergie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 26,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 59,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 63,3 Prozent

Platz 7: Sygnis Pharma

Branche: Biotechnologie

Kursentwicklung (1 Jahr): 71,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 68,9 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 84,3 Prozent

Platz 6: Medigene

Branche: Biotechnologie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 12,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 56,7 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 80,0 Prozent

Platz 5: Youniq

Branche: Immobilien

Kursentwicklung (1 Jahr): - 52,0 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 80,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 83,5 Prozent

Platz 4: Asian Bamboo

Branche: Holzindustrie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 75,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 96,8 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 79,4 Prozent

Platz 3: Yoc

Branche: Mobilfunk-Marketing

Kursentwicklung (1 Jahr): - 77,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 94,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 85,6 Prozent

Platz 2: 3W Power

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 62,3 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 91,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 95,6 Prozent

Platz 1: Solarworld

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr): - 56,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): - 93,8 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): - 97,0 Prozent

Quelle: DSW, Entwicklung im Fünfjahres-Zeitraum wird am stärksten gewichtet.

Quelle

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erstellt jedes Jahr eine Liste der größten Kapitalvernichter am deutschen Aktienmarkt. Analysiert werden Unternehmen, die seit mindestens fünf Jahren im Prime Standard der Deutschen Börse notiert sind. Dabei orientieren sich die Anlegerschützer allein am Aktienkurs. Um kurzfristigen Schwankungen nicht zu viel Gewicht zu geben, gehen die vergangenen fünf Jahre in die Betrachtung ein.

Noch hoffen Investoren und Unternehmer, dass allen beteiligten Parteien klar ist, was auf dem Spiel steht. „Letztlich werden die wirtschaftlichen Faktoren schwerer wiegen als die politischen“, sagt Mark Mobius, Chef für Schwellenländer-Investments bei Franklin Templeton. „Am Ende des Tagesmüssen beide Seiten zu Zugeständnissen bereit sein.“ Mobius will seine Aktien in der Ukraine behalten – eventuell sogar noch mehr kaufen.

Andere Anleger sind offenbar weniger optimistisch: Am Terminmarkt sichern sich viele gegen einen Kursrutsch ab. Daten der Terminbörse Eurex zeigen, dass die Wetten auf einen sinkenden Dax in jüngster Zeit deutlich zugenommen haben. Die gehandelten Verkaufsoptionen (Puts) auf den deutschen Leitindex überwiegen bei weitem die Kaufoptionen (Calls). Zu Monatsbeginn gab es 3,13 Mal so viele Puts wie Calls für Kontrakte mit Fälligkeit im März. Anfang Februar waren es 1,47 Mal so viele gewesen.

Die Nachfrage nach entsprechenden Optionsgeschäften sei wegen der Situation in der Ukraine so stark gestiegen wie in keinem anderen europäischen Index, sagte die Derivateexpertin Delphine Leblond-Limpalaer von Société Générale.

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