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16.01.2009

19:22 Uhr

Aktien

Europäische Aktien zeigen Gegenreaktion

Die europäischen Börsen sind am Freitag freundlich aus einer sehr schwachen Woche und insgesamt sieben Handelstagen im Minus ins Wochenende gegangen. Händler sprachen von einer Gegenreaktion nach der jüngsten Kursschwäche, die zunächst von Kursgewinnen an der Wall Street gestützt worden sei.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen sind am Freitag freundlich aus einer sehr schwachen Woche und insgesamt sieben Handelstagen im Minus ins Wochenende gegangen. Händler sprachen von einer Gegenreaktion nach der jüngsten Kursschwäche, die zunächst von Kursgewinnen an der Wall Street gestützt worden sei. Der Anstieg der Rohstoffwerte habe die Indizes im Plus gehalten, während die Sorgen um den kränkelnden Finanzsektor weiterhin wie ein Damoklesschwert über dem Markt gehangen hätten.

Der Eurostoxx 50 erholte sich nach sieben Minustagen in Folge um plus 1,05 Prozent auf 2 281,45 Punkte. Im Wochenvergleich bleibt für den Leitindex der Eurozone aber noch ein kräftiges Minus von 8,25 Prozent. In London stieg der Ftse 100 am Freitag um 0,63 Prozent auf 4 147,06 Zähler, über die Woche brach der britische Leitindex allerdings auch um 6,78 Prozent ein. Frankreichs CAC-40-Index ging mit einem Tagesplus von 0,70 Prozent auf 2 995,88 Zähler ins Wochenende.

Rohstoffwerte drehten nach Verlusten im frühen Geschäft ins Plus. Sie profitierten laut Händlern von steigenden Metallpreisen und der Stabilisierung beim Öl. Eurasian Natural Resources waren in London mit plus 8,74 Prozent auf 326,50 Pence der Tagessieger im rohstofflastigen "Footsie", Rio Tinto verteuerten sich um 7,57 Prozent auf 1 507 Pence und Anglo American legten 7,53 Prozent auf 1 371 Pence zu. Im Eurostoxx 50 zählten Eni mit plus 2,40 Prozent auf 16,65 Euro zu den Gewinnern, Aktien des Ölkonzerns Total verteuerten sich um 1,09 Prozent auf 37,005 Euro.

Im Fokus blieben allerdings vor allem Bankenwerte, die im späten Geschäft mehrheitlich ihren Erholungsversuch abbrachen und nahe ihrem Tagestief zumeist im Minus schlossen. Nach hohen Milliardenverlusten der Finanzkonzerne Citigroup und Bank of America steht die Branche in den USA vor neuen dramatischen Umwälzungen. Die weltweit zu den größten Krisenopfern zählende Citigroup spaltet sich angesichts eines Rekordverlusts in zwei Teile und gibt ihr jahrzehntelanges Modell eines überall tätigen Allfinanz-Konzerns auf. Die Bank of America stürzte erstmals in der Finanzkrise ebenfalls in die roten Zahlen und muss vom Staat mit einer Milliardenspritze und einem Rettungsschirm aufgefangen werden. Auch die europäischen Banken straucheln und vor allem die britischen Branchenvertreter gerieten massiv unter Druck. Händler verwiesen zum einen auf das auslaufende Verbot von Leerverkäufen bei Bankwerten in London. Größter Verlierer waren Barclays , die um 24,85 Prozent auf 110,625 Pence einbrachen. Börsianer verwiesen auf Sorgen um hohe Abschreibungen und Spekulationen, dass die Bank nicht durch Staatshilfen aufgefangen werden könnte.

Neben Finanz- und Rohstofftiteln standen auch Einzelhandelswerte im Blick. So schossen Ahold-Aktien nach Zahlen um 6,53 auf 9,076 Euro in die Höhe. Der niederländische Supermarktbetreiber hat im vierten Quartal Umsätze am oberen Rand der Analystenerwartungen erzielt. Laut Analyst Fernand de Boer von Petercam fiel das Wachstum auf vergleichbarer Fläche in den USA und den Niederlanden recht stark aus. Zudem meldete die Delhaize Group überraschend positive Zahlen. Aktien des belgischen Lebensmittelkonzerns rückten um 8,56 Prozent auf 46,92 Euro vor.

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