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05.01.2010

19:15 Uhr

Aktien

Europas Börsen schließen uneinheitlich

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am Dienstag vor dem Hintergrund eines unsicheren Handels der Wall Street uneinheitlich geschlossen. Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten hatten kein klares Bild gezeichnet.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am Dienstag vor dem Hintergrund eines unsicheren Handels der Wall Street uneinheitlich geschlossen. Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten hatten kein klares Bild gezeichnet. Während der Auftragseingang der Industrie im November überraschend deutlich gestiegen war, war die Zahl der schwebenden Hausverkäufe im selben Monat deutlich kräftiger gefallen als von Experten erwartet.

Der Eurostoxx 50 fiel um 0,18 Prozent auf 3 012,36 Punkte. In Paris gab der CAC-40-Index um 0,03 Prozent auf 4 012,91 Punkte nach. Der Londoner Ftse 100 legte hingegen um 0,40 Prozent auf 5 522,50 Zähler zu.

Mit Blick auf die Einzelwerte richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger weiter auf die Zukunft von Cadbury . Der schweizerische Lebensmittelkonzern Nestle will nicht in dem Übernahmepoker um den britischen Süßwarenhersteller mitmischen. Das Unternehmen hege keine Absicht, "eine formelle Übernahme-Offerte zu machen oder sich an einer Offerte zu beteiligen". Die Aktien von Cadbury fielen daraufhin um 3,23 Prozent auf 778,05 Britische Pence und waren damit einer der schwächsten Werte im Ftse 100.

Unterdessen verlängerte der US-Nahrungsmittelkonzern Kraft Foods die Frist des Übernahmeangebots für Cadbury. Die Aktionäre können das Angebot noch bis zum 2. Februar annehmen. Am Gesamtwert des Angebots ändere sich nichts. Allerdings sollen die Cadbury-Aktionäre eine höhere Barkomponente erhalten. Analyst Jeremy Batstone-Carr vom Broker Charles Stanley geht jedoch davon aus, dass Cadbury genug unternehmen wird, um seine Aktionäre bei der Stange zu halten und damit das feindliche Übernahmeangebot von Kraft abwehren zu können. Helfen könnten den Briten dabei ein robustes Weihnachtsgeschäft, hieß es.

Auch die Titel von Nestle mussten Verluste hinnehmen. Sie sanken um 2,36 Prozent auf 49,75 Schweizer Franken und waren damit schwächster Wert im SMI . Kraft verkauft sein Tiefkühlpizza-Geschäft an die Schweizer. Die Transaktion muss noch von den amerikanischen und kanadischen Wettbewerbshütern genehmigt werden und soll bis Jahresende abgeschlossen werden.

Die Analysten von Jpmorgan senkten ferner nach der Ankündigung des unerwartet geringen Aktienrückkaufvolumens ihre Bewertung für die Nestle-Papiere auf "Underweight". Der aktuelle Aktienkurs des Unternehmens biete wenig Bewertungsspielraum, schrieb Analyst Pablo Zuanic. Von den nach dem Alcon-Verkauf wieder maßgeblichen Fundamentaldaten verspricht Zuanic sich derzeit kaum Impulse für den Nestle-Aktienkurs. Die ING hob Nestle dagegen auf "Buy".

Banken gehörten in London zu den besten Werten im Ftse 100. Royal Bank of Scotland (RBS) kletterten als bester Indexwerte um 10,28 Prozent auf 34,86 Pence. Händler verwiesen auf Gerüchte, der britische Branchenkollege Barclays könnte seine Prognosen erhöhen. Barclays-Titel legten auf dem zweiten Indexplatz um 6,26 Prozent auf 298,10 Pence zu. Lloyds Banking Group gewannen 3,39 Prozent auf 54,03 Pence.

Next fielen um 1,82 Prozent auf 2087,94 Pence. Der britische Einzelhändler äußert sich weiterhin vorsichtig bezüglich der Gewinnaussichten für 2010. Allerdings hatte Next auch dank des guten Weihnachtsgeschäftes seine Ertragsschätzungen für das am 31. Januar zu Ende gehende Geschäftsjahr erhöht. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Experten. Titel der Branchenkollegen mussten ebenfalls recht deutliche Abschläge hinnehmen. So fielen die Papiere von Tesco um 1,86 Prozent auf 421,224 Pence und die von Marks & Spencer um 1,82 Prozent auf 404,514 Pence.

Man Group kletterten um 4,13 Prozent auf 325,30 Pence nach oben. Die Anteilsscheine des Hedge-Fonds-Anbieters profitierten dabei von einem positiven Analystenkommentar des japanischen Bankhauses Nomura. Die Experten hatten die starke Marktposition des Unternehmens gelobt.

Indes strich Goldman Sachs die Aktien von Thales von seiner "Conviction Buy List", blieb aber bei der Einschätzung "Buy". Die Titel des französischen Rüstungselektronik-Konzerns hätten nach der Ankündigung einer Überprüfung der Unternehmensstrategie im Dezember 2009 eine Rally hingelegt und böten nun kein so hohes Renditepotenzial mehr wie die Papiere der Wettbewerber, schrieb Analyst David Perry. Thales sanken um 1,98 Prozent auf 34,815 Euro.

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