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10.01.2013

07:52 Uhr

Aktien in Fernost

China bringt Schwung in asiatische Börsen

Die überraschend starken Exporte Chinas haben Investoren in Kauflaune gebracht. Positiv wirkte in Japan zudem, dass der Yen wieder gegenüber dem Dollar und dem Euro fällt. Davon profitieren die Aktien der Exporteure.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. dpa

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

Die Ausfuhren Chinas legten im Dezember so stark zu wie seit sieben Monaten nicht mehr. Das hat Investoren an den asiatischen Börsen die Kurse in die Höhe getrieben.

Das Export-Plus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt fiel zudem deutlich höher aus als von Experten erwartet. Die Handelsdaten bestätigten die sich seit Herbst abzeichnende Erholung der chinesischen Wirtschaft, sagte Tetsuro Ii von Commons Asset Management. Sie schürten insbesondere auch Hoffnungen auf eine kräftigere Nachfrage nach Rohstoffen.

Neue Weltordnung: Wie China den Dollar knacken will

Neue Weltordnung

Wie China den Dollar knacken will

In Europa tobt die Schuldenkrise, doch viel bedeutender ist, was sich im Fernen Osten tut. China will den Yuan zur Weltwährung aufbauen und die Vorherrschaft des Dollars brechen. Peking folgt dabei einem strengen Plan.

In Japan half den Aktienkursen zudem, dass sich der Yen gegenüber Dollar und Euro abschwächte. Der Tokioter Leitindex Nikkei mit seinen 225 führenden Werten schloss 0,7 Prozent höher bei 10.652 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte 0,6 Prozent zu.

An den Rohstoffmärkten stieg Rohöl um 0,4 Prozent auf 93,48 Dollar je Barrel, Kupfer wurde 0,3 Prozent höher gehandelt. Während der Euro im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag um 0,1 Prozent auf 1,3046 Dollar nachgab, stieg der Dollar um 0,3 Prozent auf 88,11 Yen. Es wird erwartet, dass die europäischen Währungshüter den Leitzins trotz der Wirtschaftsmisere in der Euro-Zone vorerst nicht kappen.

Aktien: Tops und Flops im Nikkei-Index

Platz 225

Nisshin Steel: - 9,4 Prozent

Platz 224

Kobe Steel: - 6,54 Prozent

Platz 223

Advantest: - 6,16 Prozent

Platz 222

Mitsui OSK Lines: - 6,4 Prozent

Platz 221

Tokuyama: - 6,04 Prozent

Platz 220

T+D Holding: - 5,94 Prozent

Platz 219

Mitsumi El.: - 5,74 Prozent

Platz 218

Nippon Paper: - 5,6 Prozent

Die Schwäche der japanischen Währung weckte bei den Anlegern verstärkt das Interesse an wichtigen Exportunternehmen des Landes: Aktien des VW-Rivalen Toyota verteuerten sich um fast ein Prozent, die Papiere des Konkurrenten Honda sogar um 2,5 Prozent.

Die Anteilsscheine des Kameraherstellers Nikon legten 1,6 Prozent zu.

"Der Optimismus trägt sich vom Ende des letzten Jahres weiter", sagte Masaru Hamasaki von Toyota Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg in Tokio. "Der Markt scheint sich zur Hälfte auf die Auswirkungen des schwächeren Yen auf die Einnahmen und auf die Wirkung der geldpolitischen Maßnahmen von Abe zu berufen."

Tops und Flops: Was Aktien, Anleihen und Rohstoffe brachten

2012: Die Gewinne eines Jahres

Berechnung auf Dollarbasis seit dem 31.12.2011.

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand 7.1.2013

Aktien in Asien

MSCI Asia ex Japan: 25,3 Prozent

Aktien in Schwellenländern

MSCI Emerging Equities: 21,2 Prozent

Hochzinsanleihen

ML Global High Yield Bonds: 20,0 Prozent

Aktien

MSCI Developed Equities: 19,3 Prozent

Anleihen aus Schwellenländern

JPM EMBI Emerging Debt: 19,0 Prozent

Währungsanleihen

JPM Emerging Local Currency Debt: 16,3 Prozent

Japans Währung

Yen je Dollar: 14,4 Prozent

Japanische Aktien

Japan - Nikkei-225-Index: 10,5 Prozent

Kupfer

Kupfer: 6,1 Prozent

Bundesanleihen

Zehnjährige Bundesanleihen: 5,9 Prozent

Gold

Gold: 5,9 Prozent

Rohöl

Rohöl (Brent): 3,7 Prozent

US-Staatsanleihen

Zehnjährige US-Staatsanleihen: 2,7 Prozent

Rohstoffe

CRB Commodities Index: - 3,6 Prozent

Japanische Staatsanleihen

Japan – zehnjährige Staatsanleihen: - 9,8 Prozent

Kaffee, Kakao und Zucker

GSCI Soft Commodities: - 19,6 Prozent

Der Elektronikkonzern Samsung will sich in seinem Chipgeschäft breiter aufstellen. Vor allem bei chinesischen und anderen aufstrebenden Smartphoneherstellern wolle Samsung punkten, sagte der Chef der Systemchip-Sparte, Stephen Woo, im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit sollten auch mögliche Ausfälle durch den größten Kunden, aber auch Konkurrenten, Apple, wettgemacht werden. Samsung liefert die Chips für die iPhones und iPads von Apple. Mit seiner eigenen Galaxy-Serie von Smartphones und Tablets ist Samsung aber auch schärfster Wettbewerber für den US-Konzern.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

"Wir sollten unsere Kundenbasis breiter aufstellen und haben damit auch schon angefangen", sagte Woo am Rande der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Es gebe aufstrebende Hersteller, die im Smartphone-Bereich Wachstumspotenzial hätten. "Wir strengen uns an, sie mit unseren Chips zu beliefern." Um seinerseits die Abhängigkeit von Samsung zu reduzieren, hat Apple bereits weniger bei den Koreanern geordert. Zudem überziehen sich die beiden Konzerne mit Patentklagen.

Der Euro hat sich im frühen Handel in Fernost am Donnerstag wenig verändert präsentiert. Die Gemeinschaftswährung notiert bei 1,3060 Dollar und damit weiter deutlich über dem Drei-Wochen-Tief von 1,2998 Dollar, auf das am Freitag gefallen war.

Zur japanischen Währung legte sie auf 115,08 Yen zu. Händler glauben, dass die Gemeinschaftsdevise weitere Unterstützung durch die Europäische Zentralbank erfahren werde. Es wird erwartet, dass die Notenbanker bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Leitzinsen ungeachtet der anhaltenden Wirtschaftsschwäche in der Euro-Zone unverändert belassen. Der Dollar tendierte zum Yen stärker bei 87,97 Yen.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Kommentare (4)

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Machiavelli

10.01.2013, 10:31 Uhr

Liebe Frau Merkel,
Wegen der von der deutsch-französischen Achse entworfen und den anderen Mitgliedern diktierte EU- und Euroverträge, war der Euro von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Diese Verträge haben in keiner Weise die Grundunterschiede der einzelnen EU-Länder berücksichtigt, und zwar mit Absicht . Dadurch war es leichtes Spiel, vor allem für Deutschland aber auch im geringeren Maßen für Frankreich, die schwächere EU-Länder über den Export und den Leistungsbilanzüberschuss auszusaugen. Die Gewinne die dadurch, vor allem deutsche Firmen in diesen Länder erzielt haben, wurden meistens nicht in diesen Länder reinvestiert sonder in Nichteuro-Länder, daher die hohe Arbeitslosigkeit, Leistungsbilanzdefizite und auch z.T. Die Haushaltsdefizite in den schwächeren Euro-Ländern, da die Steuereinnahme auf Löhne und Körperschaftsteuer größtenteils ausgefallen sind.
Durch ein EU-Finanzministerium (ähnlich dem Bundesfinanzministerium in Deutschland) hätte man diesen Konstruktionsfehler abfedern können.
Dies wurde aber absichtlich unterlassen, wir stehen jetzt vor den Scherben des Konstruktes EU und Währungsunion. Der Zusammenbruch ist nur eine Frage der Zeit.
Durch eine zweistufige MwSt., z.Bsp. 15% auf lokale Produkte und 25% auf Importprodukte, könnte versucht werden das zu retten was noch zu retten gibt. Dadurch würden Konzerne (auch chinesische, nicht nur deutsche) dazu motiviert in die Länder zu investieren in die sie traditionell exportieren. Dies würde sich positiv sowohl auf die Arbeitslosigkeit in diesen Ländern auswirken als auch auf deren Haushaltsdefizite.
Sie würden so in die Geschichte eingehen und zwar als die Retterin und nicht als die Zerstörerin der EU

Gruß aus den Abruzze (Südeiropa)

Marktwirt

11.01.2013, 07:44 Uhr

Sehr guter und trefender Kommentar! danke.....ein Ergebnis der Marktwirtschaft, die Starken (die fleissigen?) fressen die Schwachen (die faulen?)...

Machiavelli

14.01.2013, 14:25 Uhr

Ich finde keiner sollte keinen fressen, auch dann nicht wenn wirklich der Eine oder der Andere schwach ist weil er faul ist, wir sind doch keine Kannibalen, oder? Und vor allem dann nicht wenn in der gleichen Union.
Apropos, die fleißigste sind die Bulgaren, sowohl was die Lebensarbeitszeit als auch die Wochenstunden betrifft, merkwürdigerweise sie sind auch unter den ärmsten, nur die Rumänen sind noch ärmer.

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