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23.01.2007

18:18 Uhr

Aktienhandel Frankfurt

Dax holt frühe Verluste weitgehend auf

Im Schlepptau der Wall Street hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag die zeitweiligen Verluste bis Handelsschluss weitgehend wieder aufgeholt. Der Dax schloss mit 6 678 Punkten nur noch 0,1 Prozent im Minus., nachdem er am Vormittag bis zu 0,9 Prozent auf 6 627 Punkte verloren hatte.

HB FRANKFURT. Die Aktien von MAN legten 2,3 Prozent auf 75,79 Euro zu, nachdem der Konzern die Zurücknahme des Angebots zur Übernahme des schwedischen Konkurrenten Scania mitgeteilt hatte. Börsianer zeigten sich erleichtert, dass MAN auf eine höhere Offerte verzichtet.

„Für MAN ist die Rücknahme des Angebots sicherlich besser, bevor man einen utopischen Preis für Scania bezahlt hätte“, begründete ein Händler die Kursgewinne beim Münchener Lkw-Bauer. „Das dürfte Aufspaltungsfantasie bei MAN Auftrieb geben und sollten den Aktienkurs in den nächsten paar Tagen stützten“, sagte Sal-Oppenheim-Analyst Michael Raab. Zeitweise schossen die MAN-Aktien um drei Prozent auf ein Rekordhoch von 76,33 Euro in die Höhe.

Auch die VW-Titel schlossen mit einem Plus von 0,4 Prozent. Händler sagten, eine Einigung im Einvernehmen sei grundsätzlich besser als ein andauerndes Tauziehen. MAN teilte am Nachmittag mit, nun eine „freundliche Kombination“ mit Scania und der Lkw-Sparte von Volkswagen anzustreben. VW ist Großaktionär bei MAN und Scania und favorisiert ebenfalls eine Verbindung der drei. Sowohl VW als auch Scania-Großaktionär Investor AB begrüßten die Entscheidung von MAN.

Ansonsten machten Händler im Dax keine einheitliche Richtung im Dax aus. Elf Titel schlossen im Plus, 19 im Minus. Für eine Reihe von Kursbewegungen gab es keine schlüssigen Erklärungen. Eine Ausnahme waren die Aktien von Thyssen-Krupp, die um ein Prozent an Wert verloren, nachdem der Stahlkonzern im Tauziehen um den kanadischen Rivalen Dofasco vor einem Rotterdamer Gericht eine Niederlage einstecken musste. Nach Einschätzung von LBBW-Analystin Alexandra Hauser benötigt Thyssen-Krupp nun mehr Zeit, um aus eigener Kraft eine vergleichbare Kapazität in den USA aufzubauen.

Die Aktien der Deutschen Post führten mit einem Verlust von 1,8 Prozent die Dax-Verliererliste an. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem die Aktien in der vorigen Woche zugelegt hatten. Auch bei den Titeln der Deutschen Börse machen Anleger Kasse, was die Aktie des Börsenbetreibers um 0,8 Prozent drückte. In den vergangenen zehn Tagen hatte die Börse-Aktie gut 17 Prozent zugelegt.

Zu den größten Verlierern zählten zudem Tui und Adidas, die zeitweise mehr als je zwei Prozent nachgaben, ohne dass Händler dafür einen besonderen Grund ausmachten. „Adidas und Tui gefallen mir im Moment beide nicht“, sagte ein Händler. Beide bildeten 2006 im Dax die Schlusslichter. Die Versorger Eon und RWE gaben je etwa ein Prozent nach und drückten damit den Dax um fast zehn Zähler. Auf der Gewinnerliste standen die Aktien von SAP mit einem Plus von zwei Prozent ganz oben. Händler verwiesen auf eine Empfehlung von Morgan Stanley für die Aktien von Deutschlands größtem Softwarehaus.

Derweil überzeugte die Software AG die Investoren mit ihrer Quartalsbilanz nicht vollends. Die Ergebnisse lagen am unteren Ende der Erwartungen und drückten Händlern zufolge den Aktienkurs um vier Prozent ins Minus.

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