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19.01.2007

18:06 Uhr

Aktienhandel Frankfurt

Spekulationen treiben Dax auf 6-Jahres-Hoch

Spekulationen über die Zukunft deutscher Großkonzerne haben die Anleger am letzten Handelstag der Woche in Atem gehalten. Zeitweise erklomm der Leitindex mit 6 754 Punkten den höchsten Stand seit sechs Jahren.

Hb FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel nach einer Berg- und Talfahrt am Freitag 0,86 Prozent höher bei 6 747 Punkten. Für die am Nachmittag aufkommende Kauflust der Investoren machten Händler neben zahlreichen Spekulationen auch positive US-Konjunkturdaten verantwortlich. „Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes ist da. Das pusht den Aktienmarkt“, sagte ein Händler mit Verweis auf den überraschend kräftigen Anstieg des Verbrauchervertrauensindex. Für zusätzliche Bewegung am Aktienmarkt sorgte Börsianern zufolge der kleine Verfallstag an der Terminbörse. Zu diesem Abrechnungstag versuchen Anleger die Kurse derjenigen Aktien, auf die sie Derivate haben, in die für sie günstige Richtung zu beeinflussen.

Spekulationen über eine Aufspaltung der Deutschen Börse ließen die Aktien des Börsenbetreibers um fünf Prozent steigen. „Es gibt Gerüchte, wonach der Konzern in drei Teile aufgeteilt werden soll“, sagte ein Händler. Finanzkreisen zufolge erwägt die Deutsche Börse nach der gescheiterten Übernahme der Euronext ihre Managementstruktur in drei Teile aufzuteilen: Aktien, Derivate und Abwicklung.

Gerüchte über eine Übernahme rankten sich um die Commerzbank, deren Aktien um 4,5 Prozent auf 32,89 Euro nach oben schnellten. „Angeblich will Merrill Lynch nächste Woche 38 Euro je Commerzbank-Aktie bieten“, sagte ein Händler. Er verwies jedoch darauf, dass die Commerzbank bereits seit längerem als Übernahmekandidat gehandelt wird. „Das ist ein typisches Gerücht am Freitagnachmittag“, sagte er.

Gefragt waren auch die Titel des Autobauers Daimler-Chrysler, die 3,9 Prozent gewannen. Die Analysten von Morgan Stanley stuften die Papiere auf „Overweight“ hoch. Zudem sprachen Börsianer im Vorfeld der Bekanntgabe eines Sanierungsplans für Chrysler von Spekulationen über einen möglichen Verkauf der verlustträchtigen US-Tochter. „Daimler könnte einen Ausstieg erwägen“, mutmaßen die Analysten von UBS. Konzernchef Dieter Zetsche hatte am Vorabend bei der Vorstellung der neuen C-Klasse in Stuttgart angekündigt, in näherer Zukunft einen Plan zur Chrysler-Sanierung vorzulegen.

Am Vormittag hatten noch die als enttäuschend empfunden Geschäftszahlen des US-Computerriesen IBM die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt getrübt. IBM hatte im vierten Quartal zwar seinen Gewinn um elf Prozent gesteigert, beim Geschäft mit Computer-Hardware aber die Erwartungen einiger Analysten verfehlt. Im Dax litten vor allem die Aktien des Chipherstellers Infineon unter der Enttäuschung über IBM. „IBM hat Probleme mit dem Hardware-Geschäft, das belastet Infineon“, sagte ein Händler. Infineon verloren zwei Prozent und waren damit das Schlusslicht im Leitindex.

Zu den größten Verlierern zählten auch die Titel von Thyssen-Krupp mit einem Abschlag 0,6 Prozent. Über den Erwartungen liegende Ergebniszahlen nahmen Anleger zum Anlass, sich von dem Stahlwert zu trennen. „Schließlich sind die Aktien im vergangenen Jahr super gelaufen, da sind Gewinnmitnahmen in einem schwächeren Markt nur normal“, erklärte ein Händler.

Die im M-Dax notierten Aktien der Baugesellschaften Hochtief und Bilfinger Berger profitierten von verschiedenen Analystenempfehlungen. Hochtief stiegen um 5,8 Prozent, Bilfinger Berger verteuerten sich um 3,7 Prozent.

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