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17.01.2007

18:35 Uhr

Aktienhandel Frankfurt

Versorger ziehen Dax ins Minus

Kursverluste bei den Versorgern Eon und RWE haben den Dax am Mittwoch ins Minus gedrückt. Händler führten als Begründung den jüngsten Preisrückgang beim Öl an. Für Verstimmung bei den Anlegern sorgte zudem ein unerwartet deutlicher Preisauftrieb in den USA.

HB FRANKFURT. Der Leitindex schloss 0,23 Prozent niedriger bei 6701,7 Punkten. Die Aktien von Dax-Schwergewicht Eon verloren 1,3 Prozent, die Papiere des Konkurrenten RWE gaben sogar 1,6 Prozent nach.

„Der Spielraum für Zinssenkungen der US-Notenbank wird durch die anziehenden Preisdaten enger“, sagte Händler Jörg Treptow von MM Warburg. Die Erzeugerpreise in den USA waren im Dezember mit 0,9 Prozent zum Vormonat stärker gestiegen als erwartet. Analysten hatten nur ein Plus von 0,5 Prozent vorausgesagt.

Übernahmespekulationen trieben hingegen die Aktien von Tui um 2,7 Prozent nach oben. „Es gibt wieder Gerüchte, dass Maersk an der Tui-Schifffahrtsparte interessiert ist“, sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer wies darauf hin, dass die dänische Großreederei Moeller-Maersk schon häufiger als möglicher Interessent für den Touristikkonzern genannt wurde. Einen positiven Kommentar der Analysten von Morgan Stanley nahmen die Anleger zum Anlass, sich mit Aktien von Bayer einzudecken. Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns verteuerten sich um 1,6 Prozent auf 43,55 Euro. Morgan Stanley hob das Kursziel für die Titel um vier Euro auf 50 Euro an.

Der von Börsianern als enttäuschend bezeichnete Ausblick des US-Chipherstellers Intel schlug sich nicht nachhaltig bei den deutschen Technologiewerten nieder. Händler verwiesen auf die gute Aufnahme des Quartalsberichts des niederländischen Chipausrüsters ASML, dessen Aktien um mehr als acht Prozent zulegten. Die Papiere des Münchener Chipherstellers Infineon gewannen 1,25 Prozent, Siemens legten 0,5 Prozent zu.

Zu den größten Verlierern im M-Dax zählten die Aktien des Flugzeugbau- und Rüstungskonzerns EADS mit einem Abschlag von drei Prozent. Wegen der Lieferverzögerungen beim Superjumbo A380 ist die EADS-Tochter Airbus im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht und wird auch das Ergebnis des Mutterkonzerns belasten.

Unter Druck standen wegen einer umfangreichen Aktienplatzierung die Titel von Beiersdorf. Sie verloren vier Prozent auf 47,81 Euro. Nach Aussage des Hamburger Finanzsenators Michael Freytag hat die Stadt Hamburg ihren zehnprozentigen Anteil an dem Kosmetikhersteller zu 48 Euro und damit am unteren Ende der bis 50 Euro gehenden Preisspanne bei Investoren platziert.

Gefragt waren bei den Nebenwerten hingegen die Titel von MLP, die sich um 5,5 Prozent verteuerten. „MLP hat offensichtlich ein passables Schlussquartal hingelegt“, sagte ein Händler. Der Finanzmakler hat seine im Sommer gesenkten Gewinnziele für 2006 bekräftigt.

An die Spitze der Gewinnerliste setzten sich mit einem Plus von 6,7 Prozent jedoch die Titel von Karstadt-Quelle. Ein Karstadt-Sprecher verwies auf einen Investorentag, auf dem Vorstandschefs Thomas Middelhoff seine Strategie für den angeschlagenen Warenhauskonzern erläuterte. „Die Präsentation von Herrn Middelhoff hat offenbar überzeugt“, sagte er.

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