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10.12.2014

13:02 Uhr

Aktienmärkte China

Staatliche Propaganda warnt vor Anlage

Die chinesische Propaganda wechselt ihre Haltung zu den Aktienmärkten: Hatte sie Geldanlage noch vor drei Monaten unterstützt, warnen mehrere Medien nun vor Gefahren des Marktes. Der Index verliert daraufhin 5,4 Prozent.

Vor drei Monaten noch hatte die chinesische Presse die Lust ihrer Leser zur Geldanlage an den Börsen gefördert. AFP

Vor drei Monaten noch hatte die chinesische Presse die Lust ihrer Leser zur Geldanlage an den Börsen gefördert.

ShanghaiIm Falle der Aktienmärkte wechseln die gleichgeschalteten Medien in China ihre Haltung derzeit fließend: So hat die direkt von der Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei herausgegebene Volkszeitung – ebenso wie die Nachrichtenagentur Xinhua und die Wirtschaftszeitung Securities Times – zuletzt vor den Gefahren der Aktienanlage gewarnt.

Vor gerade einmal drei Monaten war der Medienkonsens allerdings noch komplett entgegengesetzt, als die chinesische Presse die Lust ihrer Leser zur Geldanlage an den Börsen förderte. Die Wende folgt auf einen Boom bei der Neueröffnung von Aktiendepots, die in der letzten Woche ein Fünfjahreshoch erreichten.

Offenbar sorgen sich die Machthaber nun vor den Folgen einer vermehrten Teilnahme unerfahrener Anleger an den Finanzmärkten. Und die Korrektur erfolgte prompt in dieser Woche, als der Shanghai Composite Index mit einem Minus von 5,4 Prozent schloss.

Zum Ende der letzten Woche riefen die Finanzregulierer die Investoren zu „rationalem Verhalten“ auf. Unter anderem wurde von einer offenbar nicht ganz unüblichen Praxis gewarnt, Immobilien für den Einstieg in den Aktienmarkt zu verkaufen. In China selbst stößt die journalistische Wendebereitschaft auf überraschend wenig Skepsis.

Der Vermögensverwalter Wu Kan vom Versicherungskonzern Dragon Life Insurance Co. in Schanghai drückte es so aus: „Wenn der Markt nicht von selbst abkühlt, dann ist es möglich, dass die Regierung Maßnahmen zur Eingrenzung ergreift“. Die nun erschienenen Artikel signalisierten, dass sich die Behörden wegen des raschen Anstiegs der Kurse sorgten.

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