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06.01.2010

10:46 Uhr

Aktienmärkte

Und Kostolany hatte doch Recht

VonChristian Panster

Das vergangene Jahrzehnt hatte es in sich, insbesondere für Anleger. Viel Geld ist verbrannt, als die Dotcom-Blase platzte; noch mehr, als in den USA der Immobilienmarkt zusammenbrach. Wer 2000, auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie eingestiegen ist, steht heute wie ein Depp da - ein armer obendrein. Aber es gibt nicht nur Verlierer.

dpa

FRANKFURT. Das neue Jahrzehnt hat gut begonnen für Anleger. Schon am ersten Handelstag 2010 klettert der Dax wieder deutlich über die Marke von 6000 Punkten. Dass der Leitindex heute zurückfällt - halb so wild. Gewinnmitnahmen, heißt es an der Börse. Aber lässt sich dort langfristig überhaupt Geld verdienen?

Die Antwort dürfte mit "ja, aber" beginnen - oder mit "nein, aber", je nach Neigung. Entscheidend ist, wann ein Anleger ein- und wieder aussteigt. Die große Rückschau auf das vergangene Jahrzehnt belegt das nur allzu gut. Wer etwa zu Beginn des Jahres 2000 Aktien gekauft und bis heute durchgehalten hat, steht nämlich dumm da.

US-Aktien etwa sind heute rund 2,5 Billionen Dollar (1,74 Billionen Euro) weniger wert als noch zu Beginn des Jahrzehnts; die Inflation ist da nicht einmal mit eingerechnet. Der S&P 500 schloss zum ersten Mal eine Dekade mit einem dicken Minus ab. Vom Stand Anfang 2000 bei 1469 Zählern ist der Index um rund 23 Prozent auf 1126 Zähler gefallen. Der Dax kratzte im Jahr 2000 an der 8000er-Marke, um sich bis Frühjahr 2009 zu halbieren. Langfristig betrachtet, fällt die Erholung der letzten Monate also nicht wirklich ins Gewicht.

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman schlägt daher vor, das vergangene Jahrzehnt "die Große Null" zu nennen. Es sei ein Jahrzehnt gewesen, in dem etwa der Dow-Jones-Index kaum zugelegt hätte, auch neue Jobs seien kaum geschaffen worden. Unterm Strich sei "vor allem nichts passiert", schreibt Krugman in der "New York Times".

Ist der Ratschlag des berühmten André Kostolanys, sich Schlaftabletten zu kaufen und dann zehn Jahre zu Bett zu gehen, um sich anschließend über kräftige Kursgewinne zu freuen, etwa falsch? Lohnen Aktien überhaupt?

Kommentare (4)

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k.-h.

06.01.2010, 20:55 Uhr

immer dasselbe: Einerseits und andererseits. Natürlich hatte Kosto vor langer Zeit völlig Recht. Heute kaum. Die Zeiten haben sich mit den Menschen und der Technik geändert. Zuviele Menschen glauben, an der börse reich werden zu können. Das kann - auch nach Kosto - nicht gut gehen. Zu viele meinen, ihren Senf dazugeben zu müssen - und alles wird zum lauten Jahrmarkt. So ist die Zeit der kurzfristig orientierten Trader gekommen, welche allerdings mit all ihrer Technik mehr verlieren, als gewinnen. Es bleibt die durchaus interessante Frage, wie weit das gegenwärtige Theater gedeihen muß, bis der große Kehraus wieder halbwegs normale Verhältnisse einkehren läßt - wenn denn überhaupt noch möglich.

Rohwedr

07.01.2010, 00:10 Uhr

Wer seine bücher gelesen hat und seine Warnungen vor der Gier der banken und der Dummheit der Massen begriffen hat und dann von Mai bis August in der Faz,Ftd,Handelsblatt genügend kritische Kommentaregelesen hat ,ist ausgestiegen und hat sich bei bAER STEARNS und LEHMAN nicht mehr gewundert.Kleinanleger und gewerblicher Arbeitnehmer Hans Jürgen Rohweder

aruba

07.01.2010, 12:33 Uhr

Guten Tag,........Unser Freund k.-h. hat weitgehend Recht. Vor alle die Anmerkung des " kurzfristigen Tradens." Es ist nicht die Zeit fuer langfristiges Denken oder Anlegen. besten Dank

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