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06.10.2014

09:53 Uhr

Aktienmarkt

Erleichterung an Asiens Börsen

Die Demonstrationen in Hongkong lassen nach – das sorgt für Entspannung an den Aktienmärkten. Doch Entwarnung gibt es für die Börsen nicht. Niemand weiß genau, wie sich die Lage weiterentwickeln wird.

Börsenkurse des japanischen Aktienmarktes. Es geht wieder aufwärts, doch für wie lange? dpa

Börsenkurse des japanischen Aktienmarktes. Es geht wieder aufwärts, doch für wie lange?

TokioAn den Aktienmärkten in Fernost hat sich Erleichterung über das Einlenken der Demonstranten in Hongkong breitgemacht. Positive Arbeitsmarktdaten aus den USA versetzten Anleger am Montag zusätzlich in Kauflaune. Die meisten asiatischen Börsen notierten fester. Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans stieg um 0,2 Prozent.

Der Hongkonger Hang-Seng-Index legte sogar 1,3 Prozent zu. Aus Furcht vor einem gewaltsamen Einschreiten der Polizei hatte die Demokratiebewegung den Forderungen der Regierung teilweise nachgegeben und ein Ende der Blockade von Verwaltungsgebäuden zugesagt. Zu Wochenbeginn harrten zwar an einigen öffentlichen Plätzen noch Demonstranten aus, allerdings deutlich weniger als in den Tagen zuvor.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Marktexperte Ben Kwong von KGI Asia sagte, die Erholung an der Börse werde wohl nicht besonders stark sein. Investoren machten sich nach wie vor Sorgen, wie sich die Lage weiterentwickeln werde.

In Japan schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knapp 1,2 Prozent höher bei 15.890 Punkten. Im Mittelpunkt des Marktgeschehens standen die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA. Im September schufen dort Firmen 248.000 neue Jobs und damit deutlich mehr als von Ökonomen erwartet. Dies stützte die Einschätzung, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im Vergleich zu anderen Ländern relativ stark wächst.

Am Devisenmarkt erholte sich der Euro etwas von seinem Zwei-Jahres-Tief am Freitag und notierte bei 1,2518 Dollar.

Von

rtr

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