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08.10.2012

15:26 Uhr

Aktienrückkäufe

Welche Unternehmen ihre Aktionäre verwöhnen

Als wüssten die Börsenkonzerne nicht wohin mit ihrem Geld, kaufen sie in großem Stil eigene Aktien zurück. Die Aktionäre finden das normalerweise großartig; allerdings hat die Strategie mindestens einen Haken.

Das Logo des Computerherstellers Apple: Über zehn Jahre hat der Konzern keine Aktien zurückgekauft. dpa

Das Logo des Computerherstellers Apple: Über zehn Jahre hat der Konzern keine Aktien zurückgekauft.

FrankfurtFür Apple ist es ein besonderer Schritt in seiner Geschichte: Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt kauft der erfolgsverwöhnte Computerkonzern wieder eigene Aktien zurück. Ab sofort und für insgesamt zehn Milliarden Dollar (7,7 Mrd Euro). Und Apple ist nicht allein. In den USA haben in diesem Jahr bereits die Hälfte der 30 Dow-Jones-Titel Aktienrückkäufe angekündigt oder sind schon am Markt unterwegs.

Wenn ein börsennotiertes Unternehmen viel Geld in der Kasse hat, kann es zum Beispiel die Dividende erhöhen oder einen Konkurrenten übernehmen. Doch wenn solche Möglichkeiten bereits erschöpft sind oder gerade nicht infrage kommen, bietet sich als Alternative an, eigene Aktien zu erwerben - das Unternehmen gehört dann sozusagen zu einem Teil sich selbst. Das freut die Anleger, da Aktienrückkäufe meistens zu steigenden Kursen führen

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

In Deutschland haben sich die meisten großen Konzerne noch nicht aus der Deckung gewagt - viele behalten das Geld lieber im Haus. Aus dem Dax, der ersten deutschen Börsenliga, ist bisher nur Siemens im großen Stil aktiv. Das könnte sich allerdings bald ändern. In den vergangenen 15 Jahre war laut einer Studie der Deutschen Bank in Deutschland der Oktober der beliebteste Monat, um Aktienrückkäufe anzukündigen.

Die Experten haben auch belegt, dass sich Rückkäufe größtenteils positiv auf den Kurs auswirken. Nach Einschätzung von Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank, reicht gerade in ruhigeren Zeiten wie dem Herbst schon die bloße Ankündigung, um die Kurse zu treiben: „In umsatzschwachen Phasen kann schon der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Vulkan zum Ausbruch bringen.“ Das Unternehmen hätte mit dem Kursanstieg bereits ein Ziel eines Aktienrückkaufs erreicht.

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Die Apple-Aktie hat eine rasante Rally hinter sich – doch günstig ist sie nicht mehr. Anleger müssen jetzt nach anderen Perlen suchen.

Der Schritt bietet aber noch ganz andere Vorteile: „Angesichts steigender Kurse bleiben Unternehmen oft auch unangenehme Fragen über das laufende Geschäftsjahr erspart“, schildert Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade einen Nebeneffekt bei der nächsten Bilanzvorlage. Die Konzerne können sich zudem offen halten, was sie mit den Aktien machen. Damit können zum Beispiel Mitarbeiter bezahlt werden. Oder - was die Kurse vor allem treibt: Das Unternehmen kann die Aktien einziehen, also buchstäblich vernichten. Das steigert den Gewinn je Aktie und macht das Papier dann für Investoren interessanter.

Kommentare (1)

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Hagbard_Celine

08.10.2012, 11:41 Uhr

Aktienrückkaufprogramme haben eine wirtschaftliche Begründung wenn die Papiere unter Bchwert notieren und der Konzern liquide ist.

Dann steigt dadurch der Buchwert je Aktie und an den ist mittefristig der Gewinn je Aktie gekoppelt.

Berkshire Hathaway verfolgt diesen Ansatz.

Werden eigene Aktien weit über Buchwert gekauft führt dies zu einem kurzzeitigen Anstieg des Kurses und anschliessend zu einem Kursverfall der weit über dem Anstieg liegt da so der Buchwert pro Aktie fällt.

Kein Familienuternehmen der Welt macht so etwas, hier handelt es sich um "legalen" Diebstahl von Mangern am Unternehmen die sich schamlos am Eigenkapital der Firma bedienen.

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