Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2014

10:10 Uhr

Aktiensplit

Apple auf dem Weg in den Dow

Mit 525 Euro pro Aktie ist Apple zu teuer für den Benchmarkindex Dow Jones. Aber nun hat der iPhone-Hersteller die Chance, doch noch auf der Dow-Liste zu landen. Erstmals seit neun Jahren splittet Apple seine Aktien.

Eine teure Aktie in viele günstige teilen - diese Strategie heißt bei Unternehmen Aktiensplit. Bei Apple ist es am 2. Juni soweit. Dann soll die ehemals 525 Dollar teure Aktie in viele 75 Dollar teure Wertpapiere gesplittet werden. Reuters

Eine teure Aktie in viele günstige teilen - diese Strategie heißt bei Unternehmen Aktiensplit. Bei Apple ist es am 2. Juni soweit. Dann soll die ehemals 525 Dollar teure Aktie in viele 75 Dollar teure Wertpapiere gesplittet werden.

New YorkKaum ein Unternehmen ist so profitabel, wie der US-Computerhersteller Apple. Wer nach dem IT-Liebling allerdings im Dow Jones Industrial Average Index Ausschau hält, sucht vergebens. Der Grund: Mit 525 Dollar pro Anteilsschein sind die Apple-Aktien für den 118 Jahre alten Dow zu teuer. Mit diesem Kurs hätte Apple zu viel Gewicht in dem Börsenbarometer, denn anders als die meisten Indizes entscheidet beim Dow Jones der Kurswert und nicht der Marktwert über die Aufnahme.
Doch nun soll Schluss mit der Verbannung sein. Apple plant einen Aktiensplit. Mit dem Manöver kann eine Firma eine besonders teure Aktie in viele günstige Anteilsscheine teilen. An den Besitzverhältnissen ändert sich für die Aktionäre dabei nichts - die vielen Wertpapiere nach dem Split werden genauso viel wert sein wie vorher.

Bei Apple ist es am 2. Juni soweit. Dann wird der iPhone-Hersteller jede gehaltene Aktie gegen sieben neue tauschen. Auf Basis des Schlusskurses vom 23. April läge der Apple-Kurs dann bei rund 75 Dollar und das Unternehmen würde zu einem Kandidaten für den Dow.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Apple ist nicht das erste Schwergewicht, dem die Dow-Methodologie den Zutritt verwehrt. Auch der IT-Riese Google schafft es trotz Milliardenumsätzen nicht in den Dow. Mit dem niedrigeren Aktienkurs ist zwar ein Hindernis beseitigt, aber Veränderungen im 30 Titel umfassenden Dow gibt es nur selten.
„Ich denke, dass Apple als nächstes dran ist“, sagt Richard Moroney, Chief Investment Officer bei Horizon Investment Services in Hammond, Indiana. „Das einzige Hindernis, das Apple aus dem Dow herausgehalten hat, war der hohe Aktienkurs. Es ist das größte Unternehmen, es ist ganz klar ein Qualitätsunternehmen mit einer langen Erfolgsgeschichte und es ist führend in seiner Branche - das sind alles Punkte, auf die die Hüter des Dow Jones achten.“
David Blitzer, Vorsitzender des Indexausschusses bei S&P Dow Jones, wollte sich nicht dazu äußern, was ein Aktiensplit bei Apple, dem Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung weltweit, für eine Aufnahme der Aktie in den Dow bedeuten könnte.
Bei einem Aktienkurs von 75 Dollar wäre Apple in etwa auf einer Stufe mit UnitedHealth Group auf Rang 18 im Index. Die größte Gewichtung hat der Kreditkartenanbieter Visa, dessen Aktien am Mittwoch bei rund 209 Dollar schlossen. Kleinstes Indexmitglied ist Cisco Systems mit 23,50 Dollar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×