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07.05.2013

07:39 Uhr

Aktionärsberater ISS

Die Spielverderber bei der Lufthansa

Commerzbank oder Telekom: Konzerne bekommen es oft mit den Beratern der US-Firma ISS zu tun, die auf Hauptversammlungen machtvoll auftreten. Jetzt trifft es die Lufthansa und ihren designierten Chefkontrolleur Mayrhuber.

Lufthansas Ex-Chef Mayrhuber: Nach Aktionärskritik hat er keine Zukunft als Chefaufseher Reuters

Lufthansas Ex-Chef Mayrhuber: Nach Aktionärskritik hat er keine Zukunft als Chefaufseher

DüsseldorfÜbernahmen, die Gehälter der Vorstände, die Besetzung von Aufsichtsratsposten – wenn irgendwo auf der Welt bei einem Großkonzern eine wichtige Entscheidung ansteht, hat oft auch eine Firma aus Washington ein wichtiges Wort mitzureden: Die Aktionärsberater von Institutional Shareholder Services (ISS).

Die Firma aus dem Umland der US-Hauptstadt erstellt Studien für Fondsgesellschaften und andere institutionelle Anleger und gibt Empfehlungen ab, ob sie auf Hauptversammlungen mit Ja oder Nein stimmen sollten. Diese Empfehlungen sind gefürchtet, denn die ISS-Kunden – 1700 sind es nach Firmenangaben – halten sich meist daran.

Jetzt hat es die Lufthansa getroffen: Ex-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber sollte in den Aufsichtsrat und dann zu dessen Chef gewählt werden. Doch am Montag zog er seine Pläne überraschend zurück – „wegen der Kritik aus Aktionärskreisen“, wie die Fluggesellschaft am Montag mitteilte. Erst am Abend ruderte die Lufthansa zurück und sprach von Missverständnissen der Fonds bei der Beurteilung des deutschen Systems aus Vorstand und Aufsichtsrat.

Diese „Kreise“ schlossen nach einem Bericht der „FAZ“ große Fondsgesellschaften wie Union Investment und Templeton ein – und eben die Berater von ISS. Die Firma vertritt ausländische Investoren, die mit rund 36 Prozent an der Lufthansa beteiligt sind.

Die Kritik unter anderem: Mayrhubers Auszeit von zwei Jahren zwischen dem Amt des Vorstandschefs und dem geplanten Einzug in den Aufsichtsrat sei zu kurz. Zudem habe er bereits zu viele Kontrollposten bei anderen Unternehmen inne.

Wie bei der Lufthansa hat ISS in der Vergangenheit schon viele Großkonzerne geärgert. Erst kürzlich etwa war die größte US-Bank JP Morgan in die Schlagzeilen geraten, weil die Aktionärsberater die Doppelrolle von Jamie Dimon als Vorstandschef und Vorsitzendem des Verwaltungsrats heftig kritisiert hatten. ISS empfahl, Dimons Doppelrolle aufzuteilen.

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