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19.09.2014

09:01 Uhr

Alibaba-Börsengang

„Ja, wir haben gezeichnet“

VonJens Hagen

Obwohl Alibaba beim Börsengang hoch bewertet sein wird, finden sich weltweit Fans der Aktie. Jan Ehrhardt, Vorstand beim Vermögensverwalter DJE Kapital, erklärt, warum er die Aktie kaufen möchte.

Vater und Sohn: Jan Ehrhardt (links) ist Vorstand beim Vermögensverwalter DJE Kapital. Sein Vater Jens Ehrhardt ist Vorstandsvorsitzender. Falk Heller/Argum für Handelsblatt

Vater und Sohn: Jan Ehrhardt (links) ist Vorstand beim Vermögensverwalter DJE Kapital. Sein Vater Jens Ehrhardt ist Vorstandsvorsitzender.

Beim größten Börsengang aller Zeiten stehen die Anleger heute Schlange. Obwohl der Einstandspreis mit 68 Dollar laut Gründer Jack Ma am obersten Ende der Preisspanne liegt und das Unternehmen nach klassischen Kennzahlen völlig überbewertet ist, dürfte die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigen.

Unter den Käufern befindet sich auch ein prominenter deutscher Anleger. „Ja, wir haben die Neuemission gezeichnet“, sagte Jan Ehrhardt, Vorstand der Vermögensverwaltung DJE Kapital, die sein Vater Jens Ehrhardt leitet und rund zehn Milliarden Euro verwaltet. „Wir waren auch in New York bei einer Management-Präsentation dabei, um uns einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und um unser Interesse zu untermauern.“

Vier Fragen an Jan Ehrhardt

„Wir haben gezeichnet“

Herr Ehrhardt, Alibaba geht in New York an die Börse. Haben Sie die Neuemission gezeichnet?
„Ja, wir haben die Neuemission gezeichnet. Wir waren auch in New York bei einer Managementpräsentation dabei, um uns einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und um unser Interesse zu untermauern.“

“Zigfach überzeichnet“

Wie hoch sind die Chancen, dass sie die Aktien zugeteilt bekommen?
„Das können wir nicht sagen. Es sieht danach aus, als sei der Börsengang zigfach überzeichnet.“

Wachstumspotenzial

Was hat Sie zu dem Kauf bewogen?
„Das Unternehmen ist deswegen so interessant, weil es weiter stark wachsen kann. Die Internetpenetration in China liegt aktuell unter 50 Prozent. 500 Millionen Chinesen sind noch nicht online. Das entspricht der Einwohnerzahl der EU. Und wenn diese einen Anschluss erhalten, landen sie im Zweifelsfall wieder bei Alibaba.“

„Eigentümer können bei einer Pleite leer ausgehen“

Das Unternehmensgeflecht gilt als schwer durchschaubar. Halten Sie das Unternehmen für solide?
„Die Konstruktion einer so genannten Special Purpose Entity ist ein gängiges Konstrukt, das beispielsweise auch die chinesischen Technologiefirmen Tencent und Baidu gewählt haben. Es gibt kaum andere Möglichkeiten für chinesische Unternehmen, sich für internationale Investoren zu öffnen. Richtig ist, dass Investoren keine Eigentümer der Vermögensgegenstände des Unternehmens sind und im schlimmsten Fall einer Pleite vermutlich leer ausgehen. Gerade bei Alibaba sollte man aber die Risiken aus der Rechtsform nicht überbewerten.“

Ob Jan Ehrhardt die Aktien tatsächlich zugeteilt bekommt steht noch nicht fest. „Es sieht danach aus, als sei der Börsengang zigfach überzeichnet“, sagt Ehrhardt, der zu den Portfoliomanagern des Gamax Maxi-Fonds Asien International gehört und heute nach einer Asienreise ins heimatliche München zurückkommt.

Nach seiner Meinung spricht einiges für den Kauf. Alibaba habe aktuell 279 Millionen Nutzer in China, die für einen Umsatz von 2,54 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2014 gesorgt hätten. Alibaba sei eine Mischung aus Ebay und Paypal und habe höhere Margen als Amazon, weil Alibaba keine Infrastruktur wie Warenhäuser oder Logistikzentren besitze. Der Gewinn habe sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,99 Milliarden Dollar verdreifacht.

„Das Unternehmen ist deswegen so interessant, weil es weiter stark wachsen kann“, sagt Ehrhardt. Aktuell verfüge weniger als die Hälfte der Bevölkerung in China über Internet. 500 Millionen Chinesen sind noch nicht online. „Das entspricht der Einwohnerzahl der Europäischen Union“, sagt Ehrhardt. „Und wenn diese einen Anschluss erhalten, landen sie im Zweifelsfall wieder bei Alibaba.“

Kommentare (2)

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Herr Thomas Brunkhorst

19.09.2014, 11:53 Uhr

Mal schauen, wann die Shortseller das erste Mal ihren Daumen draufhalten...

Herr Alfred Roithmayer

19.09.2014, 12:05 Uhr

Wenn die Herrn Ehrhart die Aktie gezeichnet haben ist das für mich ein Kontraindikator. Wer sich die Performance der DJE Fonds in 2014 anschaut weis auch warum . Die Anleger der DJE - Kapital AG werden feststellen das Ihre DJE - Fonds auf den hinteren Rängen gelandet sind .
Anscheinend läuft im Hause Ehrhard gehörig was schief.
Auch nach dem Austausch eines Vorstandsmitglieds läuft
es nicht Rund .
Die Anleger haben das Nachsehen.

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