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24.08.2015

18:33 Uhr

Allianz-Berater warnt

El-Erian rechnet mit weiteren Börsen-Turbulenzen

Allianz-Chefwirtschaftsberater Mohamed El-Erian geht davon aus, dass die Kurse an den Aktienmärkten weiter abstürzen werden. Wo er die Gründe dafür sieht. Und was passieren muss, damit Anleger an die Börsen zurückkehren.

Der Allianz-Chefwirtschaftsberater rechnet mit weiteren Kursverlusten an den Aktienmärkten. Reuters

Mohamed El-Erian

Der Allianz-Chefwirtschaftsberater rechnet mit weiteren Kursverlusten an den Aktienmärkten.

New YorkDer Kurssturz an den Aktienmärkten könnte nach Einschätzung von Allianz-Chefwirtschaftsberater Mohamed El-Erian weiter anhalten. Denn die Politik des billigen Geldes der Zentralbanken habe die Kurse zu stark nach oben getrieben. „Wir liegen immer noch weit über dem, was fundamental gerechtfertigt wäre“, sagte El-Erian dem Fernsehsender CNBC. Damit Anleger an die Börse zurückkehren, müssten die Märkte erst nach unten hin überschießen.

Die Turbulenzen könnte die US-Notenbank Fed nach Einschätzung von El-Erian davon abhalten, die Zinswende im kommenden Monat einzuleiten. „Es wird für die Fed sehr schwierig im September zu handeln“, sagte El-Erian. Die US-Notenbank hat ihre nächste Zinssitzung am 16. und 17. September. Die Zinsen in den USA liegen schon seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent.

Was Anleger jetzt tun können

Soll ich jetzt alle meine Aktienfonds verkaufen?

Nein. Der Rücksetzer an den Märkten ist schmerzlich. Aber deshalb in Panik zu verfallen wäre falsch. Langfristig orientierte Anleger können Korrekturen aussitzen. Unter allen 41 möglichen Zehn-Jahreszeiträumen von 1965 bis 2014 gab es nur zwei Perioden mit einem Verlust in einer breit gestreuten Aktienanlage – nämlich Ende 1998 bis Ende 2008 und Ende 1999 bis Ende 2009. Die Durchschnittrendite aller Zehn-Jahreszeiträume liegt bei 8,1 Prozent pro Jahr.

Wie kann ich zu große Verluste in meinem Aktiendepot vermeiden?

Anleger sollten ihre persönliche Schmerzgrenze kennen und entsprechend in ihren Aktiendepots Stop-Loss-Marken setzen. Aktien oder auch börsengehandelte Indexfonds auf Indizes wie den Dax werden dann automatisch verkauft, wenn der Kurs unter einen festgelegten Wert sinkt. Gerade bei illiquiden Aktien müssen Anleger aber damit rechnen, dass beim Verkauf ein geringerer Preis als angegeben erzielt wird. Der Grund: Der Verkaufsauftrag wird erst zum nächstmöglichen Kurs abgewickelt, nachdem das Limit erreicht wurde.

Wie kann ich mein Depot am besten absichern?

Jeder Anleger kann individuell für sein Depot ein Auffangnetz einziehen. Zum Beispiel mit handelsüblichen Verkaufsoptionsscheinen, Puts genannt. Diese steigen, wenn die Aktien fallen. Zudem haben sie eine enorme Hebelwirkung, womit ein kleiner Einsatz eine große Wirkung entfaltet. Kommt es zum erwarteten Rückschlag, gleichen die Puts die Kursverluste der Aktien zum Teil aus. Und sollten die Kurse wider Erwarten doch steigen, gehen zwar die Puts komplett verloren. Über die Aktien sind Anleger im Aufstieg aber wieder mit von der Partie. Die Kosten für einen Put-Optionsschein sind quasi eine Art Versicherungsprämie für das Depot.

Locken jetzt vielleicht schon wieder Einstiegskurse?

„Aktuell scheinen einige Anleger panisch zu reagieren, aber sobald es zu einer Beruhigung kommt, winkt die Rückkehr der Schnäppchenjäger“, meint Tobias Basse, Aktienstratege bei der NordLB. Da Anleger aber ohnehin schwer den perfekten Einstiegszeitpunkt finden – also dann, wenn die Kurse am niedrigsten sind –, können risikofreudige Anleger bereits über Zukäufe nachdenken. Das gilt umso mehr, als die meisten Strategen davon ausgehen, dass die Aktienmärkte am Jahresende wieder deutlich höher liegen werden als jetzt.

Wegen der Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China sind die Börsen am Montag rund um den Globus eingebrochen. Der Shanghai Composite Index brach um 8,5 Prozent ein, der deutsche Leitindex Dax fiel zeitweise um mehr als sieben Prozent auf 9338 Punkte - den niedrigsten Stand seit Dezember 2014. Auch an der Wall Street ging es kräftig bergab.

Von

rtr

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