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03.09.2015

01:01 Uhr

Allianz-Tochter

Pimco-Fonds fällt unter 100 Milliarden Dollar

Im August ziehen Investoren 1,8 Milliarden Dollar ab. Damit rutscht das verwaltete Anlagevermögen von Pimco unter 100 Milliarden Dollar. Auf diesem Niveau war der Total-Return-Fonds zuletzt vor mehr als acht Jahren.

Derzeit liegt das Anlagevolumen von Pimco bei nur noch 98,5 Milliarden Dollar. Im April 2013 hatte es noch 293 Milliarden Dollar betragen. Reuters

Pimco

Derzeit liegt das Anlagevolumen von Pimco bei nur noch 98,5 Milliarden Dollar. Im April 2013 hatte es noch 293 Milliarden Dollar betragen.

Newport BeachDer Versicherungskonzern Allianz muss bei seiner US-Fondstochter Pimco eine prestigeträchtige Schlappe einstecken. Erstmals seit mehr als acht Jahren ist das verwaltete Anlagevolumen des Total-Return-Fonds unter 100 Milliarden US-Dollar gefallen.

Im August hätten Investoren 1,8 Milliarden Dollar abgezogen, teilte Pimco am Mittwoch mit. Nach 28 Mittelabflüssen in Folge liegt das Anlagevolumen des Top-Fonds damit nur noch bei 98,5 Milliarden Dollar. Am Hochpunkt im April 2013 hatte es noch 293 Milliarden Dollar betragen.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Der Fonds war bis Ende September 2014 vom als „Anleihekönig“ bekannten Bill Gross verwaltet worden, der jedoch nach einem internen Richtungsstreit zum Wettbewerber Janus Capital gewechselt war. Seitdem nahm die Kapitalflucht, die im Mai 2013 eingesetzt hatte, kräftig Fahrt auf. Zudem musste der „Total Return Fund“ kürzlich den Titel weltgrößter Anleihefonds an den Vanguard „Total Bond Market Index“ abgeben.

Die Allianz hat bei Pimco eine neue Führungsmannschaft installiert und will sich künftig weniger von Einzelpersonen wie Gross abhängig machen. Dieser hatte den Vermögensverwalter bis zu seinem Abgang dominiert, ohne formal den Chefposten innezuhaben.

Von

dpa

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