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21.01.2008

13:09 Uhr

Analyse

Charttechnik: Sturz auf 6 200 Punkte droht

VonJörg Hackhausen

Die Verluste sind dramatisch. Zwischenzeitlich verlor der Dax fast sieben Prozent seines Wertes - und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. So viel scheint sicher: Der lange Aufwärtstrend des Dax, der im August 2004 begonnen hatte, ist nach Meinung von Chartanalysten vorbei und droht ins Gegenteil umzuschlagen. Ein Absturz bis auf 6 200 Punkte ist möglich.

Ist der Aufwärtstrend auf lange Sicht vorbei? Quelle: dpa

Ist der Aufwärtstrend auf lange Sicht vorbei?

DÜSSELDORF. Im Handelsverlauf hat der Dax reihenweise wichtige Marken gerissen - so rutschte er etwa unter das Tief vom August 2007 bei 7 190 Punkten und unter die Schwelle von 7 124 Punkten, die den Aufwärtstrend seit August 2004 markiert. Zwischenzeitlich fiel der Dax unter 7 000 Punkte. Aus charttechnischer Sicht ist entscheidend, wie der Leitindex am Ende des Tages notiert.

"Wenn der Dax unter der Marke von 7 040 Punkten schließen sollte, müssen wir charttechnisch von einem Doppeltop ausgehen", sagt Jörg Scherer, Technischer Analyst von HSBC Trinkaus & Burkhardt im Gespräch mit Handelsblatt.com. Und das hieße nichts Gutes: "Der Fall bis auf 6 200 Punkte wäre dann möglich."

Derzeit herrsche Ausverkaufsstimmung am Markt. "Wenn man sich einzelne Aktien anschaut, dann erfüllen sich dort bereits alle Definitionen für einen Crash", sagt Scherer. Mit dem MSCI Europe und dem niederländischen AEX-Index habe sich auch bei anderen Blue-Chip-Indizes die Situation deutlich verschlechtert. "Aktuell sieht die Entwicklung gar nicht schön aus." Erst mit einer Erholung des Dax im weiteren Tagesverlauf zurück über 7 040 Punkte wäre das technische Bild "nicht mehr ganz so hässlich", sagt Scherer.

Auch die technischen Analysten der Citibank rechnen in einer aktuellen Studie mit einem Abwärtstrend. "Beim Dax steht der dreieinhalbjährige Aufwärtstrend auf der Kippe", schreiben die Analysten. Der Sturz in die Zone zwischen 6 400 und 6 800 Zähler sei dann das wahrscheinlichste Szenario.

Eine gewisse Umkehrchance bestehe bei knapp 7 100 Punkten, wo zwei Fibonacci-Retracements zweier unterschiedlicher Aufwärtsbewegungen zusammenträfen. Die Rede ist von der im März 2007 und der im Juli 2006 begonnenen Welle. Stabiler, da auch eine horizontale Verlaufskomponente ins Spiel kommt, erscheint die Zone zwischen 6 760 und 6 800 Punkten, die ebenfalls eine Fibonacci-Marke beinhaltet. Darunter wäre dann Platz bis 6 400 Zähler, die robusteste aller genannten Unterstützungen.

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