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27.08.2013

16:59 Uhr

Analysten senken Ausblick

Rendite der Bundesanleihen ist nicht gerechtfertigt

Bundesanleihen werden ihr hohes Renditeniveau nicht halten könnten, schätzen Analysten. Sie zweifeln an der wirtschaftlichen Erholung Europas. Die schlechte Lage in Italien und Spanien werde auch Bundesanleihen belasten.

Euro-Symbol vor der EZB. Die schwache Wirtschaft der Euro-Länder wirkt sich auch auf den Kurs der Bundesanleihen aus. dpa

Euro-Symbol vor der EZB. Die schwache Wirtschaft der Euro-Länder wirkt sich auch auf den Kurs der Bundesanleihen aus.

FrankfurtBondstrategen senken ihre Prognosen für die Renditen von deutschen Bundesanleihen. Sie sagen, dass die Konjunkturerholung im Euroraum zu wackelig ist, um Renditen von zwei Prozent im Zehn-Jahres-Bereich zu rechtfertigen. Der aktuelle Kurs sei nicht gerechtfertigt.

Die Renditen von zehnjährigen deutschen Staatsanleihen sind am Freitag bis auf 1,968 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit 17 Monaten, da die Anzeichen einer weltweiten Konjunkturverbesserung Spekulationen anheizten, dass die Federal Reserve im nächsten Monat ihr Bondkaufprogramm reduzieren wird. Zwar zeigten Daten aus der vergangenen Woche, dass der Euroraum im zweiten Quartal seine bisher längste Rezession hinter sich gelassen hat. Aber Italien und Spanien, die dritt- beziehungsweise viertgrößte Volkswirtschaft der Währungsgemeinschaft, wiesen jeweils eine Schrumpfung auf, auch liegt die Arbeitslosenquote in der Region auf einem Rekordhoch von 12,1 Prozent.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

„Einige Indikatoren waren stark, aber in den nächsten Wochen und Monaten muss sich das noch erhärten”, sagt Werner Fey, Fondsmanager bei Frankfurt Trust Investment. „Dieser Trend könnte schwer zu halten sein und es könnte gewisse Enttäuschungen geben. Ich würde bei etwa zwei Prozent kaufen.”

Die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen sind am Freitag auf den höchsten Stand seit dem 21. März 2012 geklettert, nachdem sie in der vergangenen Woche 20 Basispunkte gewonnen hatten, das stärkste Plus seit knapp zwei Monaten. Zuletzt lag die Rendite bei 1,967 Prozent.

Im Euroraum ist das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni um 0,3 Prozent gestiegen, nach einer Schrumpfung von 0,3 Prozent in den drei Monaten zuvor. In den sechs Quartalen bis Ende März war das BIP jeweils gesunken, die längste Schrumpfungsphase seit der Einführung des Euro im Jahr 1999. Zwar hat sich der Ausblick verbessert, jedoch dürfte die Wirtschaft laut den Prognosen von Ökonomen aus einer Bloomberg- Umfrage in diesem Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen, verglichen mit einer erwarteten Jahreswachstumsrate von 1,6 Prozent für die USA.

Für Italien erwarten die Volkswirte einen BIP-Rückgang von 1,8 Prozent, bei Spanien und Frankreich rechnen sie mit einem Minus von 1,5 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent. Deutschland wird ihren Prognosen zufolge wohl um 0,4 Prozent wachsen und damit weniger als im vergangenen Jahr, als das BIP um 0,7 Prozent stieg.

Kommentare (2)

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AndreasMz

27.08.2013, 23:06 Uhr

Zitat" Bundesanleihen werden ihr hohes Renditeniveau nicht halten könnten, schätzen Analysten. Sie zweifeln an der wirtschaftlichen Erholung Europas. Die schlechte Lage in Italien und Spanien werde auch Bundesanleihen belasten"
Wie falsch kann man etwas formulieren?
Entweder die Renditen sind zu hoch, d.h. sie fallen und die Kurse steigen. ODER die Bundesanleihen werden belastet, fallen also im Kurs, d.h. die Renditen fallen.

HB Online passt sich scheinbar zunehmend den ahnungslosen Lesern (Stichwort Pro-AfD-Kommentare) an.

AndreasMz

27.08.2013, 23:15 Uhr

Pardon, es muss natürlich heissen "...,d.h. die Renditen steigen".

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