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06.02.2014

06:43 Uhr

Andrew Bosomworth im Interview

„Wir sind gerade auf der Kippe“

VonJörg Hackhausen

An den Börsen geht es wieder mal turbulent zu. Im Interview erklärt Andrew Bosomworth von Pimco, warum er sich weniger Sorgen um die Schwellenländer macht, sondern um Europa. Die erkaufte Stabilität währe nicht ewig.

Andrew Bosomworth ist Managing Director bei Pimco und Leiter des Portfoliomanagements in Deutschland. Sebastian Schaal

Andrew Bosomworth ist Managing Director bei Pimco und Leiter des Portfoliomanagements in Deutschland.

Herr Bosomworth, Investoren ziehen massiv Kapital aus den Schwellenländern ab. Müssen wir uns Sorgen machen?
Nein, aber wir müssen genauer unterscheiden. Die Probleme in Ländern wie Argentinien oder der Türkei sind hauptsächlich hausgemacht. Sie sind in den vergangenen Jahren nur überdeckt worden, weil durch die lockere Geldpolitik in den USA genug Liquidität in der Welt vorhanden war. Wenn die Fed nun die Liquidität zurückfahren sollte, dann müssen wir uns fragen, welche Länder damit besser klar kommen und welche nicht.

Welche kommen nicht klar?
Die Länder, die stark von ausländischem Kapital abhängig sind. Das gilt zum Beispiel für die Türkei, die sowohl ein Haushaltsdefizit als auch ein Leistungsbilanzdefizit verzeichnet. Daneben wären in jeweils unterschiedlichem Ausmaß Südafrika, Argentinien, die Ukraine oder Indonesien zu nennen. 

Warum kommt es gerade jetzt zu einer solchen Kapitalflucht?
In den vergangenen Jahren ist viel Kapital in die Schwellenländer geflossen, weil dort die Zinsen höher waren als in den Industrieländern. Jetzt gehen viele Anleger davon aus, dass sie künftig höhere Zinsen für US-Staatsanleihen erhalten. Deshalb legen sie ihr Geld wieder in den USA an – die Kapitalströme kehren sich um. Das ist der übliche Herdentrieb.

Rechnen Sie damit, dass die Kapitalabflüsse aus manchen Schwellenländern noch zunehmen?
Das kann schon passieren. Ich rechne aber nicht mit einer tiefgreifenden Krise in den Schwellenländern.

Was bedeutet das für Sie als Investor?
Wir sind zum Glück in den meisten Strategien nicht betroffen, abgesehen von speziellen Schwellenländer-Fonds. Daher können wir uns die Lage mit aller Ruhe anschauen.

Wann wird die Türkei wieder attraktiv für Investoren?
Es wäre gefährlich, jetzt zuzugreifen. Aus meiner Sicht handelt es sich um ein fallendes Messer. Aber wir schauen uns das natürlich genau an. Ich bin davon überzeugt, dass es Gelegenheiten geben wird, günstig zu kaufen. Attraktivität ist immer eine Frage des Preises. Auch eine Ramschanleihe kann attraktiv werden, wenn der Preis stimmt. 

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

06.02.2014, 08:28 Uhr

schreibt man "währe" wirklich mit "h" ???

BITTEkaufMICH

06.02.2014, 08:29 Uhr

die konjunktur- und kursfrösche von pimco wurden die letzten jahre ihrer selbsternannten welterklärerposition keineswegs gerecht.

ohren zu , finger weg und sich fragen warum das HB denen immer noch ein kostenloses forum bietet

Account gelöscht!

06.02.2014, 08:32 Uhr

ach doch, in dem Zusammenhang passt's!

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