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15.09.2011

20:11 Uhr

Angeschlagene Institute

EU fordert mehr Haftung der Banken-Gläubiger

Die EU will künftig verhindern, dass Banken mit Steuergeld gerettet werden müssen und will dazu deren Gläubiger stärker an den Verlusten beteiligen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters aus einem Entwurf.

„Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!“ steht auf einem riesigen Plakat von Greenpeace-Aktivisten in Frankfurt. dpa

„Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!“ steht auf einem riesigen Plakat von Greenpeace-Aktivisten in Frankfurt.

LondonBei der Sanierung angeschlagener Banken will die Europäische Union (EU) einem Entwurf zufolge künftig einen größeren Kreis von Gläubigern zur Kasse bitten. Demnach sollen auch vorrangig zu bedienende Gläubiger in letzter Instanz dazu verpflichtet werden, einem strauchelnden Institut unter die Arme zu greifen. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorliegenden Entwurf hervor, der das Krisen-Management länderübergreifender Geldhäuser regeln soll. Die neue Bestimmung soll demnach verhindern, dass die Kosten auf die Steuerzahler abgewälzt werden.

Bisher haben sich die Behörden um Schonung jener Gläubiger bemüht, die bei einer Insolvenz vorrangig bedient werden und damit das geringste Risiko tragen. Den Plänen zufolge sollen eben diese Käufer vorrangiger Anleihen nun auch an der Bankenrettung beteiligt werden - wenn auch an letzter Stelle. Verluste sollten laut dem Entwurf zunächst durch das Kapital aufgefangen werden, dann durch nachrangige Anleihen. Erst wenn diese vollständig abgeschrieben seien, würden die vorrangigen Gläubiger beteiligt. Ein insolventes Institut solle aber nur mit Privatkapital aufrechterhalten werden, heißt es weiter.

Der Entwurf deutet auf einen Prioritätenwandel in der Bankenaufsicht hin, nachdem noch während der Finanzkrise viele Banken mit Geldern aus dem Steuersäckel am Leben erhalten wurden.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Paradox

15.09.2011, 20:38 Uhr

Mit anderen Worten:

Bankanleihen bekommen ein höheres Anlagerisiko!!!

Pendler

15.09.2011, 20:40 Uhr

Oky, es geht also darum, alle Banken gleich zu schalten.

1. Jede Privatbank wird elimniert
2. man erzeugt Krisen über die Notenbanken
3. Im Gleichschritt helfen dann Notenbanken

und duch gleichgeschaltete Nation-Banken zeigt man dem blöden volk, wie segensreich es wäre, wenn es nur noch 1 Zentralbank gibt.

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EZB und Fed verteilen wieder fröhlich Gelder, von Daniel Kühn
Donnerstag 15.09.2011, 15:45 Uhr
- +

EZB, Fed, Bank of England, Bank of Japan und SNB arbeiten mal wieder eng zusammen an ihrer eigenen Version von Rettungspaketen. Die Meldung, dass der unheilige oder besser unheimliche Verbund von Zentralbanken die europäischen Banken reichlich mit US-Dollar-Krediten versorgen will, hat den Aktienindizes gerade wieder zu einem schönen Schub verholfen.

Mit jeder Woche die vergeht frage ich mich, ob ich mich noch in einer freien Marktwirtschaft befinde. Es besteht kein großer Unterschied mehr zwischen dem, was seit Jahren passiert und einer Verstaatlichung aller Banken. Wie wäre es denn, einfach alle Banken zu Filialen der Notenbanken zu machen? Dann kann man sich die eine oder andere Farce einfach ersparen und es gibt gar kein echtes Pleiterisiko mehr.

Schöne neue Bankenwelt!

baroneamarelli

15.09.2011, 20:43 Uhr

Die neueste PR-Blase aus Brüssel verbreitet durch Reuters (ebenso wie AP zur Rothschild-Holding gehörend).

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