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15.08.2013

07:44 Uhr

Angriffslustige Investoren

Meckern für Millionen

VonNils Rüdel

Mal wollen sie mehr Dividende, mal den Chef feuern, mal das Unternehmen zerschlagen: Zunehmend kaufen sich aggressive Investoren in Firmen ein, um dann lautstark ihren Willen durchzusetzen. Das jüngste Opfer ist Apple.

Wie in der Muppet-Show: Auch an der Börse hilft Meckern gelegentlich, um Gewinne einzufahren. Beim 77-jährigen Hedgefonds-König Carl Icahn gehört dieses Verhalten zur Anlagestrategie. Getty Images

Wie in der Muppet-Show: Auch an der Börse hilft Meckern gelegentlich, um Gewinne einzufahren. Beim 77-jährigen Hedgefonds-König Carl Icahn gehört dieses Verhalten zur Anlagestrategie.

New YorkDer US-Investor Carl Icahn hat eine lustige Art zu beschreiben, wie es sich so anfühlt als Schrecken aller Manager. „Oh, die sind immer sehr höflich zur mir“, sagte der Multimilliardär kürzlich mit sarkastischem Lächeln auf einer Veranstaltung in New York. Immerzu höre er von den Konzernen, in die er investiert: „Wir freuen uns, Sie als Aktionär zu begrüßen, Mr. Icahn.“

An dieser Freude darf gezweifelt werden. Viele Manager fürchten den 77-jährigen Hedgefonds-König, weil er sich so aggressiv wie kaum jemand sonst in Firmenbelange einmischt und gnadenlos seine Wünsche durchsetzt. Nicht selten bedeutet das, dass eine ganze Vorstandsetage um ihre Jobs zittern muss.

Icahn („Was ich tue, ist gut für Amerika“) ist einer der prominentesten Vertreter von Großinvestoren, die Firmenchefs öffentlich unter Druck setzen und mit ihren Wünschen nerven. Seit dem Ende der Finanzkrise treten sie wieder besonders laut auf, ob Daniel Loeb bei Sony, Christopher Hohn bei EADS oder Bill Ackman beim US-Naturprodukte-Konzern Herbalife.

Einst hießen sie „Corporate Raider“ („Firmenplünderer“), heute nennen sie sich „aktivistische Investoren“ und sehen sich als Interessensvertreter aller Anleger. Doch in Wahrheit haben sie meist vor allem eines im Sinn: ihren eigenen kurzfristigen Vorteil und den Profit für die Investoren ihrer Fonds. Gewinne gibt es dort in der Regel reichlich, die Icahns dieser Welt sind höchst erfolgreich.

Der jüngste Fall, in dem sich ein Konzern angeblich so über den Einstieg Icahns gefreut hat, ist Apple. Am Dienstag hatte der Investor bekanntgegeben, mit einer „großen Position“ beim iPhone-Hersteller eingestiegen zu sein.

Prompt ließ ein Sprecher wissen: „Wir freuen uns über das Interesse aller Anteilseigner. Tim (Vorstandschef Tim Cook – Anm. der Red.) hatte eine sehr positive Unterhaltung mit Mr. Icahn.“ Im Klartext: Icahn hat Cook bereits seine Forderungen überbracht. Er will, dass Apple einen üppigen Aktienrückkauf startet, damit die Papiere im Wert steigen. Und zwar sofort.

Kommentare (11)

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15.08.2013, 08:24 Uhr

Auf der einen Seite ist es unfair das ein einzelner (nur weil er mehr Geld hat) sich einkaufen und dann bestimmen kann. Das sollte doch der Chefetage obligen. Auf der anderen Seite sind das leider die Regeln unseres Systems. Sollte man sich also über Dinge aufregen die rechtens sind? Denn etwas vorbotenes tun die Investoren nicht. Sich eine Mehrheit erkaufen und dann mitbestimmen. Mit Geld ist das möglich. Unfair ist eben nur die Tatsache das es nur denen gegönnt ist die durch irgendwelche Umstände eine Menge Geld auf dem Konto haben ...

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15.08.2013, 08:37 Uhr

"Unfair", weil einer mehr Geld hat als andere - das Problem ist ja eher, daß diese Leute i.d.R. auf kurzfristigeren Gewinn aus sind, durch ihren Einfluß Unternehmenstrategien beeinflussen und damit ganze Standorte platt machen könnten. Das hat Auswirkungen auf die Infrastruktur, Arbeitsplätze etc. Das können ja dann volkswirtschaftliche Auswirkungen in durchaus nicht zu vernachlässigenden Dimensionen sein.

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15.08.2013, 08:54 Uhr

Danke für die Sichtweise SuRai. Du hast damit natürlich völlig Recht. Das meiste Geld in den Händen weniger ist dennoch nicht gesund für die Welt. Ist zumindest meine Meinung ...

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