Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2014

17:03 Uhr

Angst vor der Blase

Ein Sturm zieht auf am Börsenhimmel

Seit zwei Jahren geht es für Aktien unbeirrt nach oben. Finanzprofis fürchten eine Blasenbildung und warnen vor überzogenen Preisen. Schuld sei auch die laxe Geldpolitik der US-Notenbank. Diese jedoch sieht keine Blase.

Fassade der New York Stock Exchange. US-Aktien erleben seit zwei Jahren eine Rally. Der Dow Jones durchbrach am 03. Juli erstmals die Marke von 17.000 Punkten. Reuters

Fassade der New York Stock Exchange. US-Aktien erleben seit zwei Jahren eine Rally. Der Dow Jones durchbrach am 03. Juli erstmals die Marke von 17.000 Punkten.

New YorkZwei Jahre ununterbrochener Kursgewinne bei US-Aktien schüren die Ängste unter den Fachleuten der Finanzwelt. Drei von fünf Finanzprofis in einer weltweiten Bloomberg-Umfrage sagen, dass der Markt am Rande einer Blase steht oder sich bereits in einer solchen befindet.

Der Standard & Poor's 500 Index liegt nach Einschätzung von 47 Prozent der Befragten kurz vor einem nicht mehr haltbaren Niveau, während 14 Prozent bereits eine Preisblase ausmachen, zeigt die vierteljährliche Umfrage unter 562 Investoren, Analysten und Händlern, die Kunden von Bloomberg sind.

Fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer bezeichnete den Markt für Firmenanleihen mit niedriger Bonität als überhitzt, und die meisten Befragten rechnen damit, dass die Kursschwankungen bei Aktien im Laufe der nächsten sechs Monate zunehmen werden.

Während Biotechnologie-Aktien zu mehr als dem 500-fachen der Gewinne gehandelt werden, es wieder zu Mega-Übernahmen kommt und Anleihen im Rekordtempo platziert werden, wächst die Sorge, dass angesichts der S&P-500-Rally - die den Index 30 Prozent über den Höchststand von 2007 getrieben hat - die Kurse zu hoch sein könnten.

Die US-Notenbank teilt die Ansicht nicht. Die Federal Reserve warnte in dieser Woche zwar vor den überzogenen Bewertungen bei kleineren Firmen in den Bereichen Biotechnologie und Soziale Medien, die Preise für Vermögenswerte lägen aber generell im Rahmen der historischen Stände.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

„Das ist wie ein aufkommender Sturm“, sagt Umfrageteilnehmer Dane Fulmer, der seit über 40 Jahren mit Aktien und Anleihen handelt und Dane Fulmer Investments in Fort Smith, Arkansas, leitet. „Man muss kein Meteorologe sein, um die Wolken zu sehen.“

Seit Beginn des Bullenmarkts im März 2009 sind mehr als 15 Billionen Dollar in US-Aktienwerte geflossen und der S&P 500 ist um 193 Prozent geklettert. Der breite Aktienindex wird zum 18,1-fachen der Gewinne gehandelt, was das höchste Niveau seit 2010 darstellt, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten.

Rürups Faktencheck: Steuern wir auf eine Immobilienblase zu?

Video: Rürups Faktencheck: Steuern wir auf eine Immobilienblase zu?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×