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27.02.2011

13:58 Uhr

Anlageschutz

Wie Aktien vor Inflation schützen

VonJörg Hackhausen

Auch wenn der Börsenkurs nicht immer stabil ist: Vor der Inflation kann man sein Geld mit ihnen trotzdem gut schützen - vorausgesetzt, man setzt auf die richtigen Papiere.

Die richtigen Aktien können ihr Geld vor der Inflation schützen. Quelle: dapd

Die richtigen Aktien können ihr Geld vor der Inflation schützen.

FrankfurtDie Deutschen müssen sich auf steigende Preise gefasst machen. Jedem, der in den letzten Tagen mit seinem Auto an der Tankstelle war, dürfte das klar sein. Ein Liter Superbenzin kostet jetzt schon 1,50 Euro. Ein Grund dafür sind höhere Ölpreise infolge der Unruhen in Libyen. Doch nicht nur über höhere Benzin- und Energiepreise kommt die Inflation zu uns. Auch die Notenbanken und Regierungen spielen eine entscheidende Rolle. Um den Aufschwung anzuschieben, haben sie Unmengen an Geld in die Wirtschaft gepumpt. Ob der Plan aufgeht, ist fraglich. Die Risiken sind dagegen offensichtlich: „Je höher die erforderliche Dosis, desto stärker die Nebenwirkungen – sprich Geldmengenwachstum und schließlich Inflation“, warnt Bert Flossbach, Vorstand und Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch.

Aktien sind Sachwerte

Für Anleger heißt das: Sie müssen handeln, wenn sie verhindern wollen, dass die Inflation ihr Erspartes auffrisst. Statt das Geld auf dem Konto liegen zu lassen, sollten sie in Sachwerte investieren. Die meisten denken dabei an Gold oder eine Immobilie. Was viele nicht wissen: Auch Aktien sind Sachwerte, die vor Inflation schützen können. Wer sein Geld in die Anteilsscheine eines Unternehmens steckt, bekommt dafür einen echten Gegenwert, er wird zum Teilhaber der Gesellschaft. „Nur wenige Investoren haben Aktien bisher primär wegen ihrer Eigenschaft als Inflationsschutz im Portfolio“, meint Flossbach. Wenn sich die Zweifel an der Stabilität des Geldes mehrten, werde sich das aber ändern.

Fallstricke beim Inflationsschutz

Zinsen

In Zeiten hoher Inflation wird es immer wahrscheinlicher, dass die Zentralbanken die Zinsen anheben. Das kann die Dynamik von Unternehmen und Märkten bremsen. Höhere Zinsen sind vor allem für die Unternehmen kritisch, deren Verschuldung im Vergleich zum Cash-Flow sehr hoch ausfällt; erst recht, wenn sie das Geld kurzfristig brauchen. In Europa könnte eine Zinserhöhung schon im Herbst anstehen. Führende Vertreter der Europäischen Zentralbank haben bereits vor Inflationsrisiken gewarnt.

Blasen

Wenn Anleger aus Furcht vor massiver Geldentwertung in Aktien flüchten, lässt das die Kurse erst einmal steigen. Dieses Phänomen wird auch als „Katastrophenhausse“ bezeichnet. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises (1881 bis 1973) hat das schon früh beschrieben. Das Problem einer solchen Rally: Je mehr Geld in den Aktienmarkt fließt, desto größer die Gefahr, dass sich eine Blase bildet. Die kann eines Tages platzen. Auf die Party folgt dann der große Knall. Reißt es den gesamten Markt in die Tiefe, können sich nur wenige Aktien entziehen.

Hyperinflation

Gegen eine Hyperinflation hilft auch ein Engagement in Aktien wenig. Selbst wenn die Aktienkurse nach oben schießen würden, der reale Gegenwert wäre bescheiden. Von Hyperinflation kann man zum Beispiel bei einer Inflationsrate von monatlich 50 Prozent und mehr sprechen. In einer solchen Situation leidet die gesamte Volkswirtschaft – und mit ihr die Unternehmen. Besser als Papiergeld sind Unternehmensbeteiligungen in solchen Zeiten aber allemal.

In der Vergangenheit haben Aktien meistens gut abgeschnitten, wenn die Inflation moderat stieg. Thomas Steinemann, Chefvolkswirt von Vontobel Asset Management, hat das für die USA im Zeitraum von 1900 bis heute untersucht. In dieser Zeitspanne gab es sechs Phasen, in denen die Inflation über fünf Prozent stieg. Steinemann hat sich angeschaut, wie sich einzelne Anlageklassen – Cash, Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Gold und Immobilien – in diesen Phasen entwickelten. Ergebnis: Mit einer inflationsbereinigten Rendite von durchschnittlich knapp vier Prozent erzielten Aktien die höchsten Renditen (siehe Grafik). Allerdings rentierten sich Aktien nicht in jedem einzelnen Jahr. „Es kommt darauf an, von welcher Inflationsrate wir reden. Liegt sie zwischen vier und sechs Prozent, sind Aktien der beste Inflationsschutz“, sagt Steinemann. Betrachtet man dagegen einzelne Jahre, in denen die Inflationsrate in kurzer Zeit steil nach oben schnellte, ergibt sich ein anderes Bild. Aktien schnitten in diesen Jahren schlecht ab; einzig Rohstoffe lieferten dann noch positive Realrenditen. Daraus folgert Steinemann: Anleger sollten in inflationären Zeiten keine „Kaufen-und-Halten“-Strategie verfolgen, sondern beweglich bleiben.

Kommentare (3)

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wahrheittutweh

27.02.2011, 20:52 Uhr

Die Inflation ist in den Aktien! Wann platzt die Blase? Ich kaufe jedenfalls immer wenn andere Verkaufen (unter Beachtung der Fundamentaldaten und des gesunden Menschenverstandes. Und das ist der Königsweg. Naja alle heizen an! Mal sehen wann die Anleihen (Staatsanleihen) platzen?! bzw. der Monstercrash kommt... Das Casino dreht sich jedenfalls weiter...

Account gelöscht!

28.02.2011, 10:48 Uhr

Aktien können zwar vor Inflation schützen, aber ganz sicher nicht vor Verlust, bzw. Totalverlust.

Die Rentner in den USA beziehen nur einen kleinen Teil aus der staatlichen Versorgung. Ein Großteil der Rente kommt aus der betrieblichen Altersversorgung und privater Vorsorge – fast alles in Aktien.

Bereits nach dem kleinen Crash 2008 an der Börse standen viele Firmen vor dem Exitus. Die Aktienkurse sanken teilweise auf 10% des ehemaligen Ankaufwertes.
Stützungskäufe der US-Regierung mit mehreren Billionen neuer Schulden verhinderten einen Aufstand, die Kurse wurden durch unendliche Milliarden der Fed wieder aufgepuscht, wie ein Luftballon.

Das war der kleine Crash. Den großen Crash, den haben wir noch vor uns. Und wer da in Aktien investiert hat, der steht auf dem Abstellgleis. Wie viele, bzw. welche Firmen überleben den nächsten Crash? Welche neue Firmen entstehen durch Firmenzusammenschlüsse, die die alten Aktienanlagen komplett wertlos machen?

Warum nicht jetzt das Vermögen sicher und günstig in Edelmetalle und Rohstoffe umschichten, auch ohne Wertzuwachs, und dann, nach dem großen Crash Aktien von Firmen kaufen, die den Crash überlebt, bzw. neu hervorgegangen sind?

Bei Immobilien haben wir eine ähnliche Entwicklung. Die Immobilie ist nur so viel Wert, wie ein anderer bereit ist, dafür zu bezahlen. In Spanien bekommt man heute in den besten Lagen, direkt am Meer, Villen für nen Appel und nem Ei. Wer hätte das vor 5 Jahren gedacht?

Das Immobilien-Problem in der BRD ist aber um einiges größer. So bald die Erbengemeinschaften ihre Immobilien zum Verkauf anbieten, aber die Nachfrage sich auf ein Minimum reduziert hat, dann purzeln die Preise noch schneller, als in Spanien.

Je länger man wartet, um so billiger die Traum-Immobilie.

Account gelöscht!

28.02.2011, 10:49 Uhr

Aktien können zwar vor Inflation schützen, aber ganz sicher nicht vor Verlust, bzw. Totalverlust.

Die Rentner in den USA beziehen nur einen kleinen Teil aus der staatlichen Versorgung. Ein Großteil der Rente kommt aus der betrieblichen Altersversorgung und privater Vorsorge – fast alles in Aktien.

Bereits nach dem kleinen Crash 2008 an der Börse standen viele Firmen vor dem Exitus. Die Aktienkurse sanken teilweise auf 10% des ehemaligen Ankaufwertes.
Stützungskäufe der US-Regierung mit mehreren Billionen neuer Schulden verhinderten einen Aufstand, die Kurse wurden durch unendliche Milliarden der Fed wieder aufgepuscht, wie ein Luftballon.

Das war der kleine Crash. Den großen Crash, den haben wir noch vor uns. Und wer da in Aktien investiert hat, der steht auf dem Abstellgleis. Wie viele, bzw. welche Firmen überleben den nächsten Crash? Welche neue Firmen entstehen durch Firmenzusammenschlüsse, die die alten Aktienanlagen komplett wertlos machen?

Warum nicht jetzt das Vermögen sicher und günstig in Edelmetalle und Rohstoffe umschichten, auch ohne Wertzuwachs, und dann, nach dem großen Crash Aktien von Firmen kaufen, die den Crash überlebt, bzw. neu hervorgegangen sind?

Bei Immobilien haben wir eine ähnliche Entwicklung. Die Immobilie ist nur so viel Wert, wie ein anderer bereit ist, dafür zu bezahlen. In Spanien bekommt man heute in den besten Lagen, direkt am Meer, Villen für nen Appel und nem Ei. Wer hätte das vor 5 Jahren gedacht?

Das Immobilien-Problem in der BRD ist aber um einiges größer. So bald die Erbengemeinschaften ihre Immobilien zum Verkauf anbieten, aber die Nachfrage sich auf ein Minimum reduziert hat, dann purzeln die Preise noch schneller, als in Spanien.

Je länger man wartet, um so billiger die Traum-Immobilie.

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