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07.11.2013

17:37 Uhr

Anlagestratege

Deka sieht keine Blase an den Märkten

ExklusivObwohl die EZB und die Fed die Kurse treiben, ist der Chefanlagestratege der Dekabank für die Aktienmärkte „moderat positiv“ gestimmt. Die harten Wirtschaftsdaten müsse man mitunter ausblenden.

Gebäude der Dekabank in Frankfurt: Der Chefanlagestratege des zentralen Wertpapierhauses der Sparkassen ist für die Aktienmärkte „moderat positiv“ gestimmt. dpa

Gebäude der Dekabank in Frankfurt: Der Chefanlagestratege des zentralen Wertpapierhauses der Sparkassen ist für die Aktienmärkte „moderat positiv“ gestimmt.

FrankfurtDie Rekordhochs am deutschen und amerikanischen Aktienmarkt machen der Dekabank keine Sorgen. „Wir sind weiterhin moderat positiv für die Aktienmärkte gestimmt“, sagte Frank Hagenstein, Chefanlagestratege der Deka, in einem Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Dabei räumt er allerdings ein, dass es „letztlich die Notenbanken sind, die die Kurse treiben“.

Hagenstein spricht von einer „liquiditätsinduzierten“ Hausse. „Die Zinsen und die Renditen von Anleihen sind niedrig, die Notenbanken in den USA, Großbritannien und Japan pumpen über Anleihekäufe Hunderte Milliarden Dollar in den Markt, und zudem waren Aktien lange Zeit bei vielen Investoren untergewichtet. Jetzt kommen viele institutionelle ausländische Anleger zurück an den europäischen Markt – auch weil die Dividendenrenditen vieler Aktien höher sind als die Renditen von Unternehmensanleihen.“ Aus diesen Gründen stelle sich die Deka „nicht gegen den Trend der steigenden Aktienkurse.“

Von „fundamentalen Daten wie dem Wirtschaftswachstum“ werden die Aktienmärkten nach Einschätzung von Hagenstein nicht getrieben. „Aber bei uns geht es eben nicht darum, die Konjunktur zu analysieren, sondern die Kapitalmärkte. Und da muss man die harten Wirtschaftsdaten mitunter ausblenden“, erklärt Hagenstein die Anlagestrategie seines Hauses. Dabei fürchtet er auch keinen große Einbruch, wenn die US-Notenbank Fed damit beginnt, den Märkten Geld zu entziehen und weniger Anleihen kauft. Inzwischen „haben sich viele Anleger auf nachlassende Käufe der US-Notenbank eingestellt.“

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Zudem steuere ja auch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht erst seit der überraschenden Zinssenkung am Donnerstag dagegen. „EZB-Chef Mario Draghi hat schließlich schon im Juli klar betont, dass ihre Geldpolitik expansiv bleibt und das hat damals zur Beruhigung an den Märkten beigetragen.“

Für Hagenstein sind Aktien in Bezug auf die erwarteten Gewinne der meisten Unternehmen noch nicht zu teuer. „Zudem ziehen die Börsengänge an, wir haben die expansive Geldpolitik der Zentralbanken und das Potenzial durch die Mittelzuflüsse in Aktien. Das sind alles gute Voraussetzungen für den europäischen und den amerikanischen Aktienmarkt – da wette ich als Investor nicht dagegen.“

Die Fakten sprechen für ihn gegen eine Blase an den Aktienmärkten. „Natürlich nehmen die Märkte einiges der Konjunkturerholung vorweg und sind von vielen Einflüssen getrieben“. Damit sei „natürlich auch die Gefahr von Rückschlägen gestiegen“. Aber viele Unternehmen könnten „auch bei nur leichtem Wirtschaftswachstum ordentliche Gewinne erzielen“. Außerdem dürfe man nicht vergessen „woher wir kommen: Vor knapp anderthalb Jahren hatten wir noch eine systemische Krise und Angst vor einem Zusammenbruch des Euro-Raums. Davon ist jetzt keine Rede mehr.“

Die Dekabank ist das zentrale Wertpapierhaus der Sparkassen und der zweitgrößte deutsche Anbieter von Wertpapierfonds für Privatanleger. Insgesamt managt die Dekabank Wertpapier-Publikums- und Spezialfonds im Umfang von rund 155 Milliarden Euro. Frank Hagenstein ist seit mehr als einem Jahr Chefanlagestratege bei der Deka.

Von

cue

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.11.2013, 18:06 Uhr


Desinformation.

geht-koan-wos-o

07.11.2013, 19:05 Uhr

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