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31.03.2014

15:20 Uhr

Anlagestrategie

Wann fällt die 10.000er-Marke?

Der Dax steigt und steigt und steigt. Nach dem Ende der Krim-Krise sorgt vor allem die Hoffnung auf EZB-Maßnahmen für gute Stimmung. Der Höhenrausch nimmt kein Ende. Fällt bald die 10.000-Punkte-Marke?

Die deutsche Börse in Frankfurt am Main. Die Dax-Kurve zeigt nach oben. Reuters

Die deutsche Börse in Frankfurt am Main. Die Dax-Kurve zeigt nach oben.

Frankfurt am MainWas für ein Börsenquartal: Im Januar kratzt der Dax an der 10 000-Punkte-Marke, Mitte Februar stürzt das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Gefolge der Krim-Krise kurzzeitig unter die symbolisch wichtigen 9000 Zähler, Ende März beginnt der Höhenflug von neuem - in Richtung 10 000 Punkte. Und dennoch war es ein eher unterdurchschnittliches Vierteljahr - zumindest, wenn man auf die nackten Zahlen blickt: Gemessen an den 9522 Punkten, die der Dax am Jahresende 2013 auf dem Kurszettel hatte, hat der Index bis Ende März 2014 kaum zugelegt.

Das billige Geld der Zentralbanken treibt die Aktienmärkte ebenso wie der wirtschaftliche Aufschwung vor allem in starken Volkswirtschaften wie Deutschland. Seit fünf Jahren ist der Deutsche Aktienindex im Aufwind - doch die meisten Sparer lassen sich davon nicht mitreißen. Auch Finanzprofis sollten die Kurse aufmerksam beobachten: Volkswirte rechnen mit teils erheblichen Einbrüchen in den nächsten Monaten.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Das Kurspotenzial deutscher und europäischer Aktien nehme ab, erklärten die Börsenexperten des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) in ihrem jüngsten Ausblick. Die Kurse hätten einen Großteil der wirtschaftlichen Erholung vorweggenommen - wegen der guten Stimmung: Signale für eine konjunkturelle Erholung im Euroraum, Fortsetzung des Billig-Geld-Kurses der Europäischen Zentralbank (EZB), Aussicht auf Lösungen in der Staatsschuldenkrise. „Nun müssen entweder die Gewinne der Unternehmen sowie die Realdaten nachziehen oder die Risikobereitschaft der Anleger zunehmen“, schreiben die VÖB-Aktienmarktstrategen.

Letzteres ist zumindest im Fall von Privatanlegern in Deutschland unwahrscheinlich. Zwar finden deutsche Privathaushalte Aktien als Geldanlage derzeit etwas attraktiver als noch vor einem Jahr, wie eine repräsentative Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment ergab. Dennoch scheuen sich die Deutschen demnach, Geld direkt in Aktien zu stecken: Lediglich 17 Prozent der 500 befragten Finanzentscheider in privaten Haushalten besitzen Aktien. Das ist der niedrigste Wert in dieser Erhebung seit vier Jahren (16 Prozent).

Kommentare (4)

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31.03.2014, 15:09 Uhr

So lange, wie der DAX schon steigt, so lange schon rechnen die "Experten" mit einem Rückschlag. Er wird wohl kommen, aber die Frage, die nicht beantwortet wird, ist: Wann!!!!!Die Experten, soweit sie sich selbst geglaubt haben, müssen viel, viel Geld verloren haben oder nicht gewonnen. Zu Aktien gibt es immer noch keine Alternative.

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31.03.2014, 16:01 Uhr

Ich hab im Prinzip nichts gegen steigende Kurse. Nur dann muss es ruckartig und in sekundenbruchteile oder max. einige Minuten richtig knackig hoch gehen, da ich meine Positionen ja auch selten länger als ein paar Minuten/Sekunden auf dem Buch habe.

Aber nicht dieser einschläfernde Aufwärtsbewegung und Zeitlupenhandel den wir z.B. von Mittwoch bis Freitag letzte Woche hatten und auch heute haben, wo dann im Tagesverlauf die Volatilität immer mehr herausgeht aus den Markt wie die Luft aus einem Ballon.

Wenn also Draghi, Putin, Mickey Mouse, US Job-Daten, Eurex-Verfall oder was auch immer das Ding (FDAX) mit einem Ruck 50 bis 100 oder noch mehr Punkte nach oben katapultieren lässt, verdiene ich auch immer sehr gut dabei.

Aber als Börsenhändler verdient man in schwankungsanfälligen Märkten besser und in fallenden und stark fallenden Märkten traditionell eben am besten, aufgrund der damit einhergehenden ansteigenden/steigenden Volatilität und der höheren Umsätze.

Fazit: Je mehr Unsicherheit an den Märkten herrscht, desto besser ist mein Verdienst (Brutto-Tagesschnitt ca. 6.000 € oder mehr). Bewegungs- und nachrichtenarme Börsen sind abträglich fürs Geschäft (Brutto-Tagesschnitt ca. 3.000 bis 3.500 €) ein einem Handelslimit von 2,5 Mio. €.

Im Gegensatz zu meiner individuellen VV bei HSBC als Anleger. Da liegen jetzt immerhin schon knapp 2,3 Mio. € mit ca. 70 % Aktienquote-Allokation, die ich vom Netto-Handelsergebnis rangeschafft habe (die Hälfte von dem was ich in meiner 5 Jahres Guidance anstrebe à 500.000 jährlicher Einzahlung). Nur das Zeug hat eben einen Zeithorizont von 10,15 bis 20 Jahren und ist für die Altersvorsorge gedacht.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.

X_TRADER®
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Account gelöscht!

31.03.2014, 16:50 Uhr

Die allgemeinen Gründe für den Dax Anstieg sind bekannt. Ich finde aber auch den verschwörungstheoretischen Ansatz ebenso interessant. Der Wert der Schrottpapiere, die zahlreich in den Schattenbanken vorhanden sind, werden gesteigert um den Schrotthandel wieder zu aktivieren. Wie soll man sonst die Billionen-Verluste tilgen? Schrott bleibt Schrott und löst sich nicht einfach auf.

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