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09.10.2012

16:09 Uhr

Anlagestrategie

Was tun, wenn der Zins „schockierend“ niedrig ist?

Die US-Notenbank Fed schenkt der Wall Street weitere Milliarden. Aber wohin mit dem vielen Geld? Aktien kaufen? Oder Staatsanleihen? Nein, die US-Banken haben ein neues Betätigungsfeld für ihre Dollar gefunden.

Händler an der Wall Street. dapd

Händler an der Wall Street.

New YorkBanken wie JPMorgan Chase, Wells Fargo und PNC Financial setzen derzeit so stark auf US-Kommunalanleihen wie seit 27 Jahren nicht mehr. Sie rechnen damit, dass die Bonds ihre längste Rally seit 2001 ungehindert fortsetzen werden.

Ende Juni hielten Kreditinstitute landesweit Anleihen von Bundesstaaten und Gebietskörperschaften im Volumen von 330 Mrd. Dollar, wie aus Daten der Federal Reserve hervorgeht. Gegenüber dem Vorquartal ist das ein Anstieg um 20 Mrd. Dollar und damit das stärkste Plus seit Ende 1985, sagt das Analyseunternehmen Municipal Market Advisors.

Der Mittelzufluss ist nicht zuletzt auf die relative Sicherheit der Papiere zurückzuführen, mit denen die Institute ihren Kapitalanforderungen nachkommen können. Die sogenannten “Munis” sind auf dem besten Weg, sich volatilitätsbereinigt das zweite Jahr in Folge besser zu entwickeln als Treasuries oder Unternehmensanleihen, zeigen Bloomberg-Daten. Auch die Renditen der Kommunalanleihen haben sich seit zwei Jahren über denen von Staatspapieren gehalten.

“Solange diese beiden Dynamiken bestehen bleiben, wird dieser Trend wohl noch eine Weile anhalten”, erwartet Peter Hayes, Managing Director bei dem weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock mit etwa 105 Mrd. Dollar in Munis in seinen Portfolios. Durch die steigende Nachfrage wurde die Zahl der Gebote für solche Papiere angetrieben, fügt er hinzu.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Die Banken haben mittlerweile Schaden- und Unfallversicherer verdrängt und sind drittgrößter Investor auf dem 3,7 Billionen Dollar schweren Muni-Markt. Lediglich Privathaushalte und Investmentfonds haben mehr Geld in den Bereich investiert, belegen Fed-Daten. Durch den wachsenden Appetit der Banken sind die Kreditkosten für US-Staaten und Kommunen gesunken, die drei Jahre nach der schlimmsten Rezession seit den 1930er Jahren nach wie vor finanziell belastet sind.

Kommentare (1)

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FiatGeldIstBetrug

09.10.2012, 20:07 Uhr

Die absolute Verzinsung von Anleihen ist grottenschlecht und dürfte schnell von der ansteigenden Inflation aufgefressen werden. Und wenn die Notenbanken jemals gegensteuern oder der Markt -wiederum dank Inflation- höhere Zinsen fordert, dann geht der Kurs der Altanleihen gnadenlos in den Keller.

Wer also investiert jetzt noch in Bonds???

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