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14.08.2012

16:49 Uhr

Anlagestrategie

Wehe, wenn Draghi nicht liefert ...

Internationale Investoren rechnen damit, dass EZB-Chef Draghi die Finanzmärkte mit frischem Geld fluten wird. Viele Fondsmanager lösen deshalb ihre Tagesgeld-Konten auf und kaufen eilig Aktien. Ein Problem gibt es aber.

Händler an der Wall Street. ap

Händler an der Wall Street.

FrankfurtDie Aussicht auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Schuldenkrise lockt Investoren an die Aktienmärkte zurück. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten monatlichen Stimmungsbarometer der Bank of America Merrill Lynch hervor, eine der wichtigsten Umfragen in der Investmentbranche. Die Bank hatte Anfang August 173 Fondsmanager weltweit nach ihren Anlagestrategien befragt. Wichtigstes Ergebnis: Die Investoren sitzen zwar weiter auf vergleichsweise hohen Cash-Positionen. Doch sie schichten mehr und mehr in Aktien um, weil sie die künftigen Konjunkturaussichten positiver beurteilen.

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Die Krise in Europa spitzt sich zu. An der Börse spielen die Kurse verrückt. Handelsblatt Online sprach mit Dirk Müller und Max Otte über die Aussichten für Anleger, die Perspektiven des Euro und Verschwörungstheorien.

Demnach glauben 15 Prozent der Befragten, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten erholen wird. Bei der letzten Umfrage im Juli hatte noch eine ähnlich große Gruppe - 13 Prozent - auf eine Verdüsterung der Konjunkturaussichten getippt. Doch seither hat sich die Tonart der EZB geändert: Deren Chef Mario Draghi machte Anfang des Monats klar, dass die Zentralbank bei Bedarf mit massiven Interventionen an den Anleihemärkten in die Vollen gehen würde, um schwergewichtige Schuldenländer wie Spanien und Italien aus der Schusslinie zu nehmen und den Euro zu retten.

Bei genauer Betrachtung werde „ziemlich deutlich“, dass etwas Großes auf dem Weg ist, hatte Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, kürzlich in einer Kundennotiz geschrieben. Das Ausbleiben von Zentralbank-Aktionen, die Draghi-Kommentare und der Besuch des US-Finanzministers Tim Geithner kürzlich in Deutschland deuten auf einen Eingriff in den kommenden Wochen hin, der „durchdachter ist, als viele annehmen."

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

Die große Mehrheit der Befragten erwartet nun auch konkrete Taten und geht deshalb wieder mehr Risiken ein, um zum Jahresende noch ein bisschen mehr Rendite einzustreichen. Die Studie zeigt aber auch, dass die Investoren bei Aktien vor allem auf kurzfristige Kursgewinne setzen, nicht auf einen langfristigen Stimmungsumschwung. Ihnen fehlt der Mut, bei Bankaktien und zyklischen Werten zuzugreifen. Gary Baker, einer der Autoren der Studie, warnte denn auch: Das Enttäuschungspotential an den Märkten sei hoch, wenn Draghi bis Jahresende nicht liefere.



Kommentare (9)

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shakki

14.08.2012, 18:01 Uhr

"Demnach glauben 15 Prozent der Befragten, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten erholen wird. Bei der letzten Umfrage im Juli hatte noch eine ähnlich große Gruppe - 13 Prozent - auf eine Verdüsterung der Konjunkturaussichten getippt."

Was ist das denn bitte für eine Berichterstattung?? Neben 15 % gibt es noch 85 andere % und neben 13 % auch ncoh 87 andere %. Diese Aussagen sind wirklich auf nicht aussagekräftigen Zahlen gebaut. Wenn dann doch bitte alle %-Angaben einbringen aber nicht so einen Kauderwelsch. Danke.

Account gelöscht!

14.08.2012, 18:34 Uhr

Danke. Wollte ich eben auch so schreiben ;-)

Account gelöscht!

14.08.2012, 21:39 Uhr

Eigentlich muss man die Befragten nach ihrem AUM gewichten...

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