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19.04.2013

14:37 Uhr

Anlagestrategie

Zurück an die Börse!

Banker und Verbraucherschützer trommeln weiter für den Einstieg in Aktien. Studien zeigen allerdings: Die Skepsis der Deutschen ist groß. Ein Fehler, meinen Experten. Worauf Anleger bei ihren Investments achten sollten.

Nahe den Höchstständen: Anfang März notierte der Dax zuletzt über 8000 Punkten. dpa

Nahe den Höchstständen: Anfang März notierte der Dax zuletzt über 8000 Punkten.

DüsseldorfAn der Wall Street sind S&P 500 und Dow Jones längst auf Rekordjagd und auch der Dax bewegt sich in rekordverdächtigen Höhen. Doch deutsche Privatanleger lässt das scheinbar kalt, sie meiden Aktien.

Die Skepsis gegenüber Wertpapieren ist in Deutschland weit verbreitet und hat sich in der Euro-Krise noch verstärkt, wie der aktuelle Comdirect Wertpapierradar Deutschland beweist. Immerhin 71 Prozent der Deutschen sagen, ihre Vorbehalte gegenüber Aktien hätten in der Krise zugenommen, so das Ergebnis der Studie, für die knapp 3000 Personen befragt wurden.

Dabei trommeln Experten seit Monaten unentwegt für die Aktie. Es sind nicht nur Banker, Fondsmanager oder Analysten, die zum Einstieg raten. „Das richtige Timing klappt ohnehin nur zufällig. Viel sinnvoller ist es, zu jedem Zeitpunkt an der Börse investiert zu sein, und zwar breit gestreut“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Aktien waren langfristig rund vier Prozentpunkte rentabler als Zinspapiere. Trotz hohen Schwankungen und teils massiver Verluste stimmt auf lange Sicht stimmt die Bilanz.“

Doch es braucht wohl noch einige Überzeugungsarbeit, um die Deutschen für Unternehmensbeteiligungen via Börsenparkett zu begeistert. Wenigstens die sogenannten Selbstentscheider, also gut informierte Anleger, die ohne Hilfe eines Bankberaters ihr Geld anlegen, kommen langsam, aber sicher an die Börse zurück. „Das Vertrauen in Aktien steigt wieder“, sagt Sven Württemberger vom ETF-Anbieter iShares. „Im ersten Quartal haben wir deutlich mehr Zuflüsse über Direktbanken wahrgenommen als im vergangenen Jahr – ein klares Signal.“ Vor allem Indexfonds auf amerikanische und Schwellenländer-Aktien seien gefragt. „Im Frühjahr schauen Anleger traditionell verstärkt auf Dividendenaktien und die entsprechenden Indexfonds“, so Württemberger.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Und noch einen Trend macht der iShares-Experte aus: „Im Frühjahr schauen Anleger traditionell verstärkt auf Dividendenaktien und die entsprechenden Indexfonds“, so Württemberger.  Laut Comdirect-Studie ist die Dividende für 47 Prozent der deutschen Anleger ein wichtiges Kriterium beim Aktienkauf.  In Zeiten von historisch niedrigen Zinsen verwundert das kaum.

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