Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.10.2011

12:01 Uhr

Anleger-Akademie

Sparen nach Plan

VonMatthias von Arnim

Es rechnet sich: Wer regelmäßig einen bestimmten Betrag nach Wertpapiersparplan investiert, erlebt keine bösen Überraschungen - und sorgt fürs Alter vor.

Mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen. dpa-tmn

Mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen.

FrankfurtMit Hilfe von Sparplänen können Anleger schon mit kleinen Beträgen langfristig ein Vermögen aufbauen. Dabei sollten sie die verschiedenen Sparformen und die Konditionen der Anbieter gut miteinander vergleichen. Denn wer sich beim Thema Altersvorsorge allein auf die staatliche Rente verlässt, macht ein schlechtes Geschäft. Während die Beiträge in den nächsten Jahren steigen werden, schrumpfen die Nettobezüge zusammen.

Sparprodukte: Worauf Anleger achten sollten

Sparprodukte allgemein

Anleger investieren zumeist monatlich einen festen Betrag in ein bestimmtes Wertpapier. Steigen die Kurse, werden weniger Anteile gekauft, fallen sie, kommen mehr ins Depot. Die Mindestsparsumme pro Plan liegt vielfach bei 50 Euro. Sparpläne können jederzeit gestoppt und wieder aufgenommen werden, die bereits angesparten Wertpapieranteile können jederzeit verkauft werden.

Preise und Konditionen

Die günstigsten Anbieter von Wertpapiersparplänen sind in der Regel Onlinebanken wie beispielsweise die DAB Bank, Cortal Consors oder Comdirect. Letztere bietet mit fast 600 Fonds, Zertifikaten und ETFs die größte Auswahl an sparplanfähigen Wertpapieren an. Fonds werden bei allen Direktbanken mit 50 bis 100 Prozent Rabatt auf den sonst üblichen Ausgabeaufschlag angeboten. Bei ETF- und Zertifikatsparplänen sollten Anleger allerdings genauer nachrechnen. Die Preismodelle der Anbieter unterschieden sich zum Teil deutlich voneinander.

Neue Sparformen

Als Klassiker für Wertpapier-Sparpläne gelten Investmentfonds. Doch die Auswahl an sparplanfähigen Wertpapieren ist in den vergangenen Jahren sehr gewachsen. ETFs und Anlagezertifikate sind auf dem Vormarsch.

Exchange-traded Funds

Dafür hat insbesondere die relativ junge Wertpapiergattung der ETFs, der Exchange-traded Funds, gesorgt. Der Begriff bezeichnet die Anlageform über einen börsengehandelten Indexfonds. Kein Fondsmanager sorgt sich hier um die Strategie und das Tagesgeschäft. Die Wertentwicklung von ETFs orientiert sich ausschließlich an Indizes wie beispielsweise dem Dax oder dem Dow Jones. Der besondere Vorteil dieser Papiere gegenüber klassischen Fonds: ETFs haben in der Regel deutlich geringere Gebühren als Investmentfonds.

Anlagezertifikate

Noch günstiger als ETFs rechnen sich in der Regel Anlagezertifikate. Diese haben allerdings langfristig einen Risikofaktor mehr als ETFs oder Fonds: Im Gegensatz zu klassischen oder börsengehandelten Fonds können Zertifikate ihren Wert verlieren, wenn der Emittent insolvent wird. Denn während bei Investmentfonds die Einzahlungen der Anleger als Sondervermögen geschützt sind, gehen Halter von Zertifikaten bei einem Konkurs des Emittenten leer aus. Wer Zertifikate über Sparpläne erwirbt, sollte deshalb also auf eine sehr gute Bonität des Emittenten achten – es geht hier schließlich um eine langfristige Anlage.

Fazit

Sparpläne gehören im Rahmen einer langfristigen Strategie zu den renditestärksten Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen. Sparplansumme, -intervall, die Zahl der angebotenen Wertpapiere und der Sparplananbieter sollten im Idealfall optimal aufeinander abgestimmt sein. Wer hier nicht unnötig Geld verschenken will, sollte die Angebote gut miteinander vergleichen – selbst kleine Unterschiede in den Kosten machen sich über Sparzeiträume von zehn oder 20 Jahren deutlich bemerkbar. In den kommenden Wochen stellt das Handelsblatt die verschiedenen Sparformen im Detail vor.

Deutlich wird dies im Rentenversicherungsbericht 2010 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Denn Ruheständler, die 45 Jahre in die Rentenkasse einbezahlt haben, erhielten im vergangenen Jahr noch 51,7 Prozent ihres durchschnittlichen Netto-Monatseinkommens vor Steuern als Rente. Bis zum Jahr 2020 dürfte dieses Sicherungsniveau auf 47,3 Prozent und weiter auf 46,2 Prozent im Jahr 2024 sinken. So wird die gesetzliche Rente künftig alleine nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu erhalten. Anleger sollten ihre Altersvorsorge also besser selbst in die Hand nehmen.

Die Finanzbranche bietet hier einen ganzen Katalog an Vorsorge-Alternativen: Neben den staatlich geförderten Riester- und Rürup-Renten sind nach wie vor Dauerbrenner wie Kapital-Lebensversicherungen und Banksparpläne im Angebot. Mehr als einen Inflationsausgleich bringen diese Produkte aber kaum.

Bei Kapitallebensversicherungen machen viele Anleger sogar einen Verlust, weil mehr als die Hälfte der Sparer die Ansparphase vorzeitig abbricht und dabei unterm Strich draufzahlt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×