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04.12.2011

09:18 Uhr

Anleger-Akademie

Wie viel Geld Kinder kosten

VonChristian Schnell

Der Nachwuchs bereichert das Leben. Aber er kostet auch. Mehr als Hunderttausend Euro investieren Eltern bis zum 18. Lebensjahr in ein einziges Kind. Doch Kinder-, Eltern- und Erziehungsgeld erleichtern den Alltag.

Kinder bereichern das Leben. Für sie sollte man keine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. dpa

Kinder bereichern das Leben. Für sie sollte man keine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen.

FrankfurtEs sind Zahlen wie diese, die werdenden Eltern nach dem ersten Ultraschallbild sogleich die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. 120.000 Euro kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr, also rund 550 Euro pro Monat. So hat es das Statistische Bundesamt errechnet .

Nun sind Kinder keineswegs etwas, für das man eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen kann. Sie bereichern das Leben, die Beziehung, die persönliche Weiterentwicklung. Und sie führen unweigerlich dazu, dass sich - besonders beim ersten Kind - alle bisherigen Abläufe, Gewohnheiten und Hobbys schlagartig verändern. Kino, Kneipe oder der Samstag auf dem Fußballplatz werden umgehend vom gewohnten Ritual zu einem mit aufwendiger Planung verbundenen Einzelereignis.

Fallstricke: Staatliche Förderung für Kinder

Lebenshaltungskosten

Gerade beim ersten Kind ist der Bruch von vertrauten Gewohnheiten besonders groß. Hinzu kommen häufig existenzielle Ängste, steigen doch die Ausgaben, während die Einnahmen deutlich weniger werden. Eine Aufstellung der bisherigen Lebenshaltungskosten und der entsprechenden Einnahmen in der Zeit vor dem Kind und eine ebensolche fiktive Aufstellung für die Zeit mit dem Nachwuchs hilft, die neuen Lebensumstände entsprechend einzuschätzen und danach schon einmal Pläne für den eventuellen Wiedereinstieg in den Beruf zu schmieden.

Beratung

Staatliche Förderungen gibt es für Kinder zwar viele, die Details sind jedoch so vielschichtig, dass häufig eine Beratung bei den entsprechenden Stellen nötig ist, um als Laie den Durchblick zu behalten. Das gilt insbesondere für das in diesem Jahr neu geschaffene Erziehungsgeld.

Ausbildungsversicherung

Zu langfristig, zu renditeschwach sind die typischen Argumente von Verbraucherschützern, wenn es um diese Versicherungsform geht. Dass Eltern und/oder Großeltern auch für den Sprössling in irgendeiner Form etwas ansparen wollen, ist jedoch naheliegend. Ein Sparvertrag oder Fondssparplan wäre ebenso ein Alternative. Für die Ausbildungsversicherung spricht dabei, dass sie auch über die Vertragslaufzeit weiter bedient wird, wenn die Vertragsinhaber wie Eltern oder Großeltern nicht mehr am Leben sind.

Haftpflicht

Kinder unter sieben Jahren sind für den Gesetzgeber deliktunfähig. Im Straßenverkehr geht diese Grenze sogar bis zum Alter von zehn. Von juristischer Seite müssten Eltern für Schäden ihrer Kinder in diesem Alter nicht aufkommen. Moralisch fühlen sie sich aber in der Regel dazu verpflichtet, spielt sich doch vieles im persönlichen Umfeld ab. Experten empfehlen deswegen eine Deckungserweiterung der Familienhaftpflicht, um gegen solche Schäden gewappnet zu sein und gleichzeitig den Frieden mit Freunden, Bekannten und Verwandten zu wahren. Oft ist das sogar ohne zusätzliche Kosten möglich.


Das stecken werdende Eltern in der ersten Euphorie noch weg. Viel wichtiger erscheint in dem Moment ohnehin die Frage, was denn die Erstausstattung vom Kinderwagen über das Bettchen bis hin zur Wickelkommode kostet. Die landläufige Meinung, hierfür könne man schon mal ein Monatsgehalt investieren, ist sicher nicht aus der Luft gegriffen. Noch teurer wird es, wenn die Wohnung nicht ausreicht und das zweisitzige Cabriolet einem familientauglichen Van oder Kombi weichen muss. Wer kauft sich schon quasi auf Verdacht eine Familienkarosse?

Bei den grundlegenden Anschaffungen für den Nachwuchs bleibt der finanzielle Aufwand zunächst noch überschaubar. Viel größere Sorgen bereitet werdenden Eltern aber der Mix aus schwindendem Einkommen - im Regelfall bei der Frau - und deren sinkenden Berufsperspektiven. Hinzu kommen steigende Ausgaben. Die 184 Euro Kindergeld pro Monat, die dem gegenüberstehen, sind da bestenfalls als kleine Anerkennung zu verstehen.

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Die Politik hat, um dem entgegenzuwirken und auch, weil in Deutschland immer weniger Kinder zur Welt kamen, vor fünf Jahren das Elterngeld eingeführt. 1,36 Kinder pro Frau waren es nach einer Studie der Weltbank im Jahr 2009 noch, schlechter war in Europa nur Portugal mit 1,32 Kinder pro Frau. Seither zeigen sich erste Erfolge. „Junge Menschen wollen arbeiten und Kinder bekommen, lasst uns also Hindernisse wegräumen“, sagte Ministerin Ursula von der Leyen damals.

Kommentare (24)

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anonymus

04.12.2011, 10:07 Uhr

Blödsinniger Artikel.

Für meine Beiden habe ich nie diese Rechnung aufgemacht. Die Gesamtkosten werden sicherlich noch "ungünstiger" wenn man die "verpasste" Karriere meiner Frau mit dazu zählt.

Was solls: Man bekommt sicherlich viel mehr als man sich vorher erträumen kann und das für den Rest seines Lebens. Ein Kind ist immer noch billiger als ein Auto der Mittelklasse.



Kuchenteig

04.12.2011, 11:44 Uhr

Wow, meine Güte - da bin ich heilfroh, dass ich keine Kinder habe und das Geld in die Altersvorsorge stecke.

Account gelöscht!

04.12.2011, 12:07 Uhr

Du kannst im Alter nur das kaufen, was ein anderer für dich produziert hat. Weniger Kinder heißt weniger arbeitsfähige Menschen wenn du alt bist und das wiederum bedeutet, dass es weniger Waren gibt. Da die Menge des Geldes mit der Menge der verfügbaren Güte gleichzusetzen ist, bringt dir viel Geld im Alter nur etwas, wenn es auch viele Güter gibt. Die gibt es aber nicht, wenn es heute keine Kinder gibt, die morgen die Güter herstellen.

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