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08.06.2012

14:12 Uhr

Anleger

Euro belastet - Bundesanleihen gefragt

Die Schuldenkrise und die jüngste Fed-Entscheidung belastet den Euro. Dagegen standen Bundesanleihen bei den Anlegern hoch im Kurs.

Ein Daumen drückt auf eine 1-Euro Münze. dpa

Ein Daumen drückt auf eine 1-Euro Münze.

Frankfurt Zerschlagene Hoffnungen auf neue US-Konjunkturhilfen und die Verunsicherung über die weitere Entwicklung in der Schuldenkrise haben am Freitag den Euro belastet. Dagegen standen die als sicherer Hafen geltenden Bundesanleihen bei den Anlegern hoch im Kurs. Die Gemeinschaftswährung kostete am Mittag 1,2459 Dollar nach 1,2563 Dollar am Vorabend in New York. Nach der überraschenden Zinssenkung Chinas war der Euro am Donnerstag zeitweise noch bis auf 1,2625 Dollar geklettert.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte sich am Donnerstag vor dem US-Kongress nicht auf neue Konjunkturhilfen festlegen wollen, um die US-Wirtschaft in Schwung zu bringen. Er sagte, die Geldpolitik sei kein Allheilmittel und zerschlug damit entsprechende Hoffnungen an den Märkten. "Manche hatten hohe Erwartungen an Bernanke, die er nicht erfüllt hat", sagte Ayako Sera, Volkswirt bei der Sumitomo Mitsui Trust Bank. Angeheizt hatte die Spekulationen Bernankes Stellvertreterin Janet Yellen, die sich für konjunkturstützende Maßnahmen ausgesprochen hatte.

Für Gesprächsstoff an den Märkten sorgte einmal mehr Spanien. Aus Kreisen der EU und der deutschen Regierungskoalition erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, dass Spanien offensichtlich plant, am Samstag beim europäischen Rettungsfonds EFSF einen Hilfsantrag zur Rekapitalisierung seiner Banken zu stellen. Eine Sprecherin der spanischen Regierung sagte, sie habe keine Kenntnis von einer bevorstehenden Ankündigung der Regierung zur Bankenhilfe. Kurzfristig könnte der Druck an den Finanzmärkten abnehmen, kommentierte Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank. "Allerdings dürfte es bald zu vermehrten Spekulationen darüber kommen, ob das Land nicht auch für die normalen Staatsfinanzen ein Rettungsprogramm beantragen muss. Zudem dürfte nun Italien wieder mehr in den Fokus der Investoren rücken, wofür es auch genügend Gründe gibt."

Auf dem Euro lasteten zudem Spekulationen, dass die chinesische Zentralbank die Zinsen nur deshalb gesenkt habe, da am Wochenende anstehende Konjunkturdaten möglicherweise enttäuschen könnten. Die Anleger setzten am Freitag auf die als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen. Der Bund-Future stieg um einen vollen Punkt auf 144,12 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf 1,283 Prozent.

Die Rendite der spanischen Anleihen kletterte hingegen auf 6,22 Prozent. Die Ratingagentur Fitch hatte die Bewertung der Bonität des Landes am Donnerstag um drei Stufen auf "BBB" gesenkt. Das Land liegt damit nur noch knapp oberhalb des von vielen Investoren gefürchteten "Ramsch"-Status.

Von

rtr

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