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07.01.2011

12:23 Uhr

Anlegerakademie

Warum Aktienfonds eine gute Anlage sind

VonIngo Narat

Geld anlegen ohne Aktien? Fast unmöglich. Denn hinter den Wertpapieren stehen oft Unternehmen, die Werte schaffen. Und wer sich an diesen Werten beteiligt, nimmt aktiv am Wirtschaftswachstum teil. Dabei gibt es aber einige Feinheiten, die es zu beachten gilt.

Depots brauchen Aktienanteile. Quelle: dpa

Depots brauchen Aktienanteile.

FRANKFURT . Sind die Deutschen Aktienmuffel? Das wird ihnen immer nachgesagt. "Die Deutschen vernachlässigen die Aktie als Vermögensform ganz extrem", sagt Andre Köttner, Fondsmanager bei Union Investment. Immerhin, es gibt Lichtblicke. "Die Privatanleger springen schon wieder auf das Thema Aktien an", sagt Klaus Kaldemorgen, bekannter Fondsmanager bei der DWS. "Das sehen wir deutlich an unseren Produktverkäufen im vierten Quartal."

Warum Aktien nötig sind, darauf hat Christoph Bruns, Vorstand der unabhängigen Anlagegesellschaft Loys, eine einfache Antwort: "Hinter Aktien stehen Unternehmen, die sich anpassen und Werte schaffen - es handelt sich um einen dynamischen Sachwert." Der Aktionär nimmt über Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen an dieser Wertschöpfung teil. Mit Aktien "nimmt der Besitzer am Wirtschaftswachstum teil", wie Kaldemorgen sagt. Köttner resümiert: "Wer an langfristigen Vermögensaufbau denkt, für den sind Aktien ein unverzichtbarer Baustein."

Mit dieser Wertung beginnen die Fragen aber erst. Wie viel Aktien sollen es denn sein und in welcher Form? Als Produktgattung können sich Aktienfonds anbieten, weil sie schon für kleine Anlagebeträge ein breit gestreutes Depot bieten.

Für die Größenordnung nehmen Finanzexperten als Daumenregel den Rat: Hundert minus Lebensalter. Ein 20-Jähriger würde demnach eine Aktienquote von 80 Prozent wählen, ein 70-Jähriger lediglich 30 Prozent. Dahinter steht die Überlegung, dass mit zunehmendem Alter und wachsendem Kapital der Anteil der risikoreichen Papiere gesenkt werden sollte. Andernfalls würde die angesparte Summe, die für den Ruhestand gedacht ist, in einem immer möglichen Börseneinbruch abschmelzen. Das Stichwort Börseneinbruch liefert gerade heute Pessimisten Argumente. "Tatsächlich haben wir in einem Jahrzehnt zwei größte Einbrüche erlebt", gesteht Köttner zu. Seiner Meinung nach könnten solche Rückschläge in Zukunft sogar noch häufiger folgen. "Aber die Geschichte lehrt: Nach zehn schlechten Börsenjahren kommen meist zehn viel bessere", macht Köttner dann doch wieder Hoffnung.

Schuldenkrise spricht nur auf den ersten Blick gegen Aktien

Ein anderes Gegenargument ist die seit über drei Jahren schwelende Schuldenkrise. Darüber sorgt sich auch Kaldemorgen. "Die Politiker haben die Schulden vom Privatsektor in den Staatssektor übertragen, die Notenbanken alimentieren das; wir reden über die EU, über die USA und Japan", kommentiert er. Das nährt seiner Meinung nach bei Investoren die Angst vor Inflation. Dieses Krisenszenario liefert allerdings ein Kaufargument für Aktien. "Die Aktien kommen besser ins Spiel, denn die Unternehmen sind am gesündesten aufgestellt, haben eine geringe Verschuldung und hohe Cash Flows", sagt der DWS-Experte. Die Schlussfolgerung ist für ihn klar: "Wir bekommen eine Verschiebung der Kapitalströme von Anleihen zu Aktien, und zwar eine mächtige Verschiebung." Das sei "ein ziemlich sicherer Tipp".

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