Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2014

11:42 Uhr

Anlegerschützer zum Fall Hoeneß

„Hoher Schaden für Konzerne im Bayern-Aufsichtsrat“

VonDietmar Neuerer

ExklusivIm Steuerbetrugsfall Hoeneß gerät nicht nur der Angeklagte zunehmend unter Druck. Auch die im Bayern-Aufsichtsrat vertretenen Konzerne stehen nun im Fokus. Anlegerschützer werfen ihnen verfehltes Handeln vor.

Prozess gegen Uli Hoeneß

Urteil wird für Donnerstag erwartet

Prozess gegen Uli Hoeneß: Urteil wird für Donnerstag erwartet

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinNach Einschätzung  der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) ist durch den Steuerbetrugsfall Uli Hoeneß schon jetzt ein erheblicher Schaden für die dem Bayern-Aufsichtsrat angehörenden Firmen entstanden. „Der Schaden für die beteiligten Unternehmen beziehungsweise deren Vertreter im Aufsichtsgremium dürfte als sehr hoch einzuschätzen sein“, sagte SdK-Vorstandsmitglied Daniel Bauer Handelsblatt Online. 

„Zunächst ist es sicherlich nicht von Vorteil, ständig mit der Straftat von Herrn Hoeneß auf Seite eins und zur besten Sendezeit erwähnt zu werden“, sagte Bauer weiter. „Ferner dürften es die Konzerne in Zukunft schwer haben, gegenüber Mitarbeitern, die Verfehlungen begangen haben, Konsequenzen zu ziehen, wenn man gegenüber einem, wenn auch geständigen, Steuerstraftäter, keine Konsequenzen verlangt.“ Fraglich sei zudem, inwieweit Hoeneß dem Aufsichtsrat gegenüber alle Karten auf den Tisch gelegt habe. „Insgesamt wäre es sicherlich wohl besser gewesen, Herr Hoeneß wäre damals freiwillig zurückgetreten oder hätte sein Amt ruhen lassen, denn dann gäbe es diese Diskussion nun gar nicht.“

Hoeneß entlasten könnte auch ...

... die freiwillige Selbstanzeige

Sollten die Richter zu der Überzeugung gelangen, dass Uli Hoeneß seine Selbstanzeige aus freien Stücken eingereicht hat, könnte dies für ihn strafmildernd berücksichtigt werden.

... die freiwillige Selbstanzeige II

Die freiwillige Selbstanzeige steht der taktischen Selbstanzeige entgegen. Sollten die Richtern zu dem Schluss kommen, dass Hoeneß erst handelte, als ihm bereits klar war, dass ihm Medien auf der Spur waren, kann er in diesem Punkt nicht mit Strafmilderung rechnen.

... die Kooperation mit seinem Steuerberater

Strafmildernd in Betracht könnten die Richter auch, dass Hoeneß bei der Selbstanzeige mit einem Experten, seinem Steuerberater, kooperiert hat, sich von ihm hat beraten lassen.

... die Kooperation mit seinem Steuerberater II

„Das Gericht hat die Aufgabe, den Sachverhalt vollumfänglich zu würdigen, und insbesondere alle Umstände zu berücksichtigen, die für den Mandanten sprechen“, sagt Christine Varga, Rechtsanwältin bei Rödl & Partner. Die Tatsache, dass Hoeneß sich habe beraten lassen, sollten die Strafverteidiger in jedem Falle aufgreifen.

Für das Ansehen des FC Bayern München schätzt Bauer den Schaden als „eher begrenzt“ ein, „sofern sich nicht doch noch herausstellen sollte, dass die Herkunft der Gelder in Verbindung mit dem FC Bayern stehen sollte“. Der Imageverlust dürfte aus Bauers Sicht aber schnell wieder aufgrund der kommenden sportlichen Highlights des Jahres in den Hintergrund rücken.

Im Aufsichtsrat des FC Bayern München sitzen außer dem Vorsitzenden Hoeneß die Konzernchefs Rupert Stadler (Audi), Herbert Hainer (Adidas), Timotheus Höttges (Telekom), Martin Winterkorn (VW) sowie Bayern-Vize Karl Hopfner, Helmut Markwort (Herausgeber des Magazins „Focus“), Dieter Rampl (Ex-Verwaltungsratsvorsitzender der Unicredit Group) und der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.03.2014, 13:18 Uhr

"Diese ehrenwerten Herrschaften" bestätigen nur einmal mehr, wie zwielichtig und korrupt sie sind und das Moral und Ethik in diesen Kreisen eine untergeordente Rolle spielt. Meine tiefstempfundene Verachtung haben sie sich redlich verdient.

Account gelöscht!

12.03.2014, 13:58 Uhr

Hat sich jemand mal gedanken gemacht woher das Geld kommt??

Account gelöscht!

12.03.2014, 14:17 Uhr

Meine Allianz Policen sind gekündigt. Von Adidas kaufe ich nie mehr Neuware. Die Telekom hat den besten DSL-Anschluss und ist leider ohne Alternative. Und der Golf ist mein Lieblingsauto. Audi kaufe ich keinen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×