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29.08.2014

16:24 Uhr

Anlegerverband

Neue Regeln bei Anleihe-Ausfall

Die Mehrheit der Gläubiger soll künftig im Fall eines drohenden Zahlungsausfalls Änderungen beschließen können. Das hat der Anlegerverband entschieden. Bis die Regel in Kraft tritt, können aber noch Jahre vergehen.

Argentinien ist zum zweiten Mal Pleite. dpa

Argentinien ist zum zweiten Mal Pleite.

LondonAngesichts des Dauerstreits um argentinische Staatsanleihen hat der Dachverband der Anleger und Händler neue Regeln erlassen. Die Mehrheit der Gläubiger soll künftig im Fall eines drohenden Zahlungsausfalls Änderungen beschließen können, teilte die International Capital Market Association (ICMA) am Freitag in London mit. Diese können von einer Verlängerung der Laufzeit bis hin zu einer Senkung der Kapitalsumme reichen. „Das nimmt viel von der Unsicherheit weg, die bei einem Zahlungsausfall entsteht“, sagte Louis Gargour vom Hedgefonds LNG Capital.

Die ICMA vertritt 450 Banken, Gläubiger und Investoren aus 52 Ländern. Bis die neuen Regeln in Kraft treten, können aber noch Jahre vergehen. Die Marktteilnehmer können Regierungen nicht dazu zwingen, diese auch anzuwenden.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Anlass für die Regeländerung ist der Streit zwischen Argentinien und einigen US-Hedgefonds. Deren Weigerung, sich an der mit den meisten anderen Geldgebern vereinbarten Umschuldung zu beteiligen, hat das Land erneut in die Zahlungsunfähigkeit getrieben.

Von

rtr

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