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10.10.2012

13:40 Uhr

Anleihe-Auktion

Italien vertraut auf den „Draghi-Effekt“

Die Zinsen italienischer Anleihen steigen. Die Wirkung des EZB-Kaufprogramms scheint nachzulassen. Die Chefin der italienischen Schuldenagentur will davon nichts wissen und beteuert: „Der Draghi-Effekt wird anhalten“.

Eine Ein-Euromünze liegt auf der Landesfahne von Italien. dpa

Eine Ein-Euromünze liegt auf der Landesfahne von Italien.

Rom / Frankfurt Die beruhigende Wirkung des neuen Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) scheint sich weiter abzuschwächen: Das Euro-Krisenland Italien musste bei einer Versteigerung von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von einem Jahr einen höheren Zinssatz akzeptieren, wie aus Zahlen der nationalen Notenbank in Rom hervorgeht. Die durchschnittliche Rendite stieg demnach von 1,69 Prozent bei einer Auktion Mitte September auf 1,94 Prozent.

Die Nachfrage nach den neuen Papieren war aber robust und spülte den Angaben zufolge 8,0 Milliarden Euro in die Staatskasse. Wie die Notenbank weiter mitteilte, lag die Überzeichnung bei 1,77 nach zuletzt 1,65 Mitte September. Eine stärkere Nachfrage zeigte sich hingegen bei der Versteigerung von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von drei Monaten. Hier stieg die Überzeichnung den Angaben zufolge von 2,25 im vergangenen Monat auf aktuell 2,79. Auch hier stieg der Zinssatz von zuvor 0,70 Prozent auf 0,77 Prozent. Diese Versteigerung spülte weitere drei Milliarden Euro in die Staatskasse.

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Im kommenden Jahr werde der Nettofinanzierungsbedarf von Italien um 20 Milliarden Euro sinken, teilte die Leiterin der italienischen Schuldenverwaltung, Maria Cannata, in einem Interview mit Bloomberg News mit. Zudem werde erwogen eine neue Benchmark-Anleihe mit 30-jähriger Laufzeit aufzulegen, sollte sich die Nachfrage weiter verbessern. Insgesamt werden 2013 Anleihen im Volumen von 115 Mrd. Euro fällig, 40 Mrd. Euro weniger als in diesem Jahr. “Das kommende Jahr wird sicherlich weniger stressig als dieses, weil die Fälligkeiten sich besser auf das Jahr verteilen”, sagte Cannata.

Besorgnis der Investoren, ob Italien in der Lage ist, seine Staatsverschuldung in Höhe von 1,9 Billionen Euro zu bewältigen, hatte die Rendite zehnjähriger Italien-Anleihen vergangenes Jahr bis auf sieben Prozent getrieben. Italien hat die zweithöchste Staatsverschuldung innerhalb der Eurozone.

Zusicherungen von der Europäischer Union und Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäische Zentralbank, Staatsanleihen angeschlagener Länder wie Italien aufzukaufen, haben inzwischen dazu beigetragen, die italienische Rendite auf ein Niveau zu drücken, das Cannata als tragfähig bezeichnet.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

10.10.2012, 13:28 Uhr

Italien muss höhere Zinsen zahlen.
Spanien muß niedrigere Zinsen zahlen.
Italien muß niedrigere Zinsen zahlen.
Spanien muß höhere Zinsen bezahlen.
Italien muss höhere Zinsen zahlen.
Spanien muß niedrigere Zinsen zahlen.
Italien muß niedrigere Zinsen zahlen.
Spanien muß höhere Zinsen bezahlen.
Was sollen diese unsinnigen Momentaufnahmen - die Staaten der EU sind allesamt Megapleite, völlig egal welche Zinsen sie wann für wie lange bezahlen. Das Spiel ist aus, niemals werden die Schulden von irgendeinem EU-Land beglichen werden - wann begreift ihr das endlich??? Die nächsten Ausfälle sind nur eine Frage der Zeit, ein ESM hilft dann auch nicht mehr mit seinen 700 Milliarden!!! Euro.

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10.10.2012, 13:33 Uhr

Die Waffen der EZB in Form einer "Nullzinspolitik" sind das erste Mal stumpf. Man bekommt die Zinsen nicht herunter, insb. weil die Banken auf die Zinsspanne angewiesen sind. Und man bekommt das erste Mal in der Wirtschaftsgeschichte die Risikoprämie nicht mehr weg, vgl. fortunanetz!

Das war bislang immer Anlass für einen Schuldenclub (z.B. Pariser Club) oder einen Währungsschnitt. Die EU-Verantwortlichen wollen das nicht wahrhaben, entgegen allen wirtschaftshistorischen Erfahrungen, weil sie ihren totalen Gesichtsverlust hinnehmen müssten.

Man kann es so sagen: Die Anleger, die in Europa auf den auf den Staatspapieren sitzen, lassen sich nicht mehr an der Nase herumführen. Sie wissen um die strukturellen Probleme, wie unsere Leser im web.

Wenn der Zinsspread 5% beträgt, bedeutet das auf 10-jährige Papiere über den Daumen eine Ausfallquote von 50%. Diese 50% sind aktuell in allen begebenen Staatspapieren längst eingepreist. Damit ist auch der Kursverfall der Wertpapiere längst in den Büchern der Investoren. Auch China kann seine Forderungen abschreiben. Und China wurde ja bereits um Hilfe gebeten, ob man nicht vermehrt europäische Anlagen tätigen könnte. Man bettelt quasi bei einem Schwellenland. Allerdings hat China Griechenland längst überholt.

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10.10.2012, 13:43 Uhr

Yeap, völlig richtig.

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