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18.10.2012

12:06 Uhr

Anleihe-Auktion

Spanien zapft den Kapitalmarkt an

Die Investoren überhäufen Spanien mit Geld - nicht weil sie dem Land wieder mehr vertrauen, sondern weil sie auf etwas anderes spekulieren. Insgesamt nehmen die klammen Südeuropäer mehr als vier Milliarden Euro ein.

Spanien kommt mit Anleihen bei Anlegern gut an. dapd

Spanien kommt mit Anleihen bei Anlegern gut an.

MadridSpanien hat sich am Kapitalmarkt zu günstigeren Bedingungen als zuletzt mit frischem Geld eingedeckt. Das Land nahm am Donnerstag bei der Aufstockung von Anleihen mit Laufzeiten von drei, vier und zehn Jahren insgesamt 4,6 Milliarden Euro ein. Damit lag Spanien sogar über der angestrebten Zielspanne.

"Alles in allem war das sehr gut", sagte Marc Ostwald, Stratege bei Monument Securities in London. "Die Nachfrage war solide." Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass die Spekulationen auf ein neues Anleihekaufprogramm der EZB eine entscheidende Rolle spielten. An den Märkten wird seit Wochen spekuliert, dass Spanien mit einem Hilfsantrag an den europäischen Rettungsfonds ESM den Weg für die EZB freimachen wird, ihr neues Anleihekaufprogramm OMT aufzunehmen. Insofern zeige die Auktion nicht, wie die Anleger wirklich die Lage in Spanien einschätzten, fügte Ostwald hinzu.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Bei den Auktionen zahlte das Land durchweg niedrigere Renditen als zuletzt: Bei den zehnjährigen Papieren wurde ein Zins von 5,4 Prozent fällig. Bei der letzten Auktion hatte Spanien den Investoren noch 5,6 Prozent bieten müssen. Die dreijährigen Bonds wurden mit rund 3,2 Prozent verzinst. Bei einer vergleichbaren Emission waren zuletzt rund 3,7 Prozent fällig geworden. Die Ratingagentur Moody's hatte Spanien am Dienstagabend vor einer Herabstufung seiner Bonitätsnote auf Ramschniveau bewahrt und damit für Beruhigung am Kapitalmarkt gesorgt.

Die Auktionen der spanischen Schuldtitel mit Laufzeiten bis 2015 und 2016 waren jeweils 2,6-fach überzeichnet. Die Nachfrage war damit stärker als zuletzt, als die Emissionen 1,8-fach beziehungsweise 1,9-fach überzeichnet waren. Auf das zehnjährige Papier hatten die Investoren jedoch deutlich weniger Appetit: Die Nachfrage überstieg das Angebot nur um das 1,9-Fache. Eine frühere Auktion war hingegen 2,8-fach überzeichnet.

Der Euro notierte mit 1,3109 Dollar nahezu unverändert. Der Dax lag mit 7416 Zählern 0,3 Prozent im Plus. Bundesanleihen ließen die Anleger wie am Vortag meist links liegen. Der Bund-Future lag mit 138,68 Zählern sieben Ticks niedriger.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Brasil

18.10.2012, 13:13 Uhr

Hurra, die Probleme sind weg, einfach weg! Es geschehen doch noch Wunder! Die Banken verdienen, neben dem direkten Vermoegenstransfer an sie, an diesem Geschaeft mehr als eine goldene Nase, der deutsche Steuerzahler garantiert ja fuer die Rueckzahlung! Toll, wenn man fuer selbst gemachtes FALSCHGELD auch noch 5-9% Zinsen einstreicht und das fast ohne jedes Risiko.
Das einzige Risiko das existiert, dass die Deutschen ihre Vermoegen verschieben oder auf den Kopf hauen. Genau das aber wird nicht passieren, sonder diese Deppen sparen und sparen, nehmen auch noch Kredite auf, um Immobilien zu kaufen, die bald alle eingezogen werden oder so hoch versteuert, dass der Einzug durch Privatbankrotte extrem billig wird!

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