Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.04.2012

13:18 Uhr

Anleihe-Investoren

Chinas Konjunktur macht Anlegern Mut

Investoren europäischer Anleihen haben sich von den robusten Konjunkturdaten aus China beruhigen lassen. Besonders beliebt waren italienische und spanische Anleihen. Indes lassen schwache Europa-Daten den Euro kalt.

Arbeit in einer chinesischen Werft: Chinas Konjunkturdaten sind robust. Reuters

Arbeit in einer chinesischen Werft: Chinas Konjunkturdaten sind robust.

FrankfurtRobuste Daten von der chinesischen Konjunktur haben am Montag auch den Anlegern an den europäischen Rentenmärkten Mut gemacht. Vor allem italienische und spanische Anleihen waren gesucht. „Die unerwartet guten chinesischen Konjunkturdaten haben einige Anleger wieder risikobereiter gemacht“, erklärte ein Händler. Entsprechend gaben die deutschen Papiere nach. Der Euro pendelte um 1,3350 Dollar und lag damit auf dem Freitagsniveau.

Die zehnjährigen italienischen Anleihen stiegen um 43 Ticks auf 99,96 Punkte, was die Rendite auf 5,067 Prozent von 5,124 Prozent am Freitag drückte. Die entsprechenden spanischen Papiere legten 39 Ticks auf 104,02 Punkte zu, die Rendite sank auf 5,311 von 5,362 Prozent. Dabei drückten die Anleger an den Aktienmärkten in Mailand und Madrid recht kräftig auf die Bremse. Einige Analysten fürchten, dass der beispiellose Sparkurs der spanischen Regierung die Volkswirtschaft des südeuropäischen Landes abwürgen könnte.

Relativ unbeeindruckt zeigten sich die die Anleger von den schwachen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone. So verlor die Industrie einer Umfrage des Markit-Instituts zufolge im März weiter an Fahrt. Für etwas Zuversicht sorgten dagegen die chinesischen Daten. Danach hat vor allem die Großindustrie im März überraschend zugelegt. Dies habe Hoffnungen für die Weltkonjunktur gemacht, erklärten Händler. Euphorie mochte sich aber nicht einstellen. Schließlich sei fraglich, ob Europa sich an die chinesische Konjunkturlokomotive anhängen könne. Die Euro-Krise schwele nach wie vor im Hintergrund weiter und könnte jederzeit bei den Anleihen wieder für einen Ausverkauf sorgen.

Viele Anleger nutzten die Entspannung zu Gewinnmitnahmen bei den deutschen Bundesanleihen, die als sicherer Anlagehafen von der Krise profitiert haben. Der Bund-Future büßte 50 Ticks auf 137,99 Punkte ein. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen kletterte auf 1,837 von 1,793 Prozent. Damit liegen die deutschen Renditen aber immer noch weit unter den US-Renditen, die um 2,2 Prozent pendeln. Der Bund konnte sich erneut fast zum Nulltarif bei den Anlegern frisches Geld über sechs Monate leihen. Fast 3,3 Milliarden Euro flossen in die Staatskasse.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×