Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2014

14:44 Uhr

Anleihe

Kleinanleger zocken wieder mit Griechenland

Die Großinvestoren haben sich eingedeckt. Jetzt sind die Kleinanleger dran. Seit dieser Woche können sie die neuen Griechenland-Anleihen handeln – und das tun sie offenbar ganz eifrig. Experten warnen.

Griechenland ist nach vier Jahren an den Kapitalmarkt zurückgekehrt. dpa

Griechenland ist nach vier Jahren an den Kapitalmarkt zurückgekehrt.

DüsseldorfGriechenland ist zurück am Kapitalmarkt – erstmals seit vier Jahren hat das Land am vergangenen Donnerstag eine fünfjährige Anleihe ausgegeben. Insgesamt drei Milliarden Euro haben die Griechen bei Anlegern eingesammelt. Das neue Papier konnte nur von Großinvestoren gezeichnet werden. Ein Drittel der Anleihekäufer sollen Hedgefonds gewesen sein. Doch seit dieser Woche dürfen auch die Kleinanleger mitmischen – und das tun sie offenbar eifrig.

Die griechische Staatsanleihe (WKN A1ZGWQ) ist seit Montag unter anderem an der Börse Stuttgart handelbar. Jeder Anleger kann die Anleihe hier ab einem Einsatz von mindestens 1000 Euro kaufen. Am ersten Handelstag führte die Börse immerhin 51 Orders mit einem Volumen von rund 3,7 Millionen Euro aus. Am Dienstag lag das Handelsvolumen bis 14 Uhr bei 2,1 Millionen Euro. Im Vergleich zu dem, was die Profis untereinander handeln, fällt Volumen zwar verschwindend gering aus. Dennoch wird deutlich: Auch Kleinanleger wollen wieder zocken. Die Anleger störte nicht mal, dass der Kurs seit Ausgabe von 100 auf 99,1 gefallen ist. Umgekehrt ist die Rendite von 4,75 Prozent auf 4,95 Prozent gestiegen.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

„Diese Handelsaktivitäten zeigen, dass auch Privatanleger und Vermögensverwalter an der neuen Griechenlandanleihe interessiert sind“, sagt Michael Görgens, Leiter des Fonds- und Anleihenhandels an der Börse Stuttgart. Dabei sei der Risikoaufschlag deutlich unter den Erwartungen geblieben: „Die neue Anleihe ist bei weitem nicht so hoch verzinst, wie es das Marktniveau hätte erwarten lassen“, sagt Görgens.

Experten warnen vor zu großem Optimismus: Zwar sei die erfolgreiche Anleiheemission Griechenlands „ein positives Zeichen, da es zeigt, dass an den Märkten Vertrauen in die Reformfähigkeit Griechenlands zurückkehrt“, sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Aber Griechenland bleibe trotz beträchtlicher Fortschritte ein hoch verschuldetes Land, „das noch viele Hürden bis zur Bewältigung der Krise überwinden muss“, betonte Heise.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

15.04.2014, 15:22 Uhr

Wieso kommt das Anleihenprogramm Griechenland teuer zu stehen????!
Wenn, dann kommt es doch dem deutschen Steuerzahler teuer zu stehen! Griechenland ist ein EURO-PLEITE-LAND und damit steht der Bürger "Deutscher Steuer-Schäuble Zahler" in der Zahlungspflicht.
Griechenland kann sich doch, dank Schäuble, Draghi, EZB, ESM und anderen Bankstern und Volksausbeutern bequem zurück lehnen. Im Fall der Fälle springt doch die Draghi-EZB und der dumme deutsche Steuerzahler ein.

Account gelöscht!

15.04.2014, 15:57 Uhr

Griechenland macht das, was es am besten kann: SCHULDEN!!!

Kann man den Griechenland-Wölfen deswegen einen Vorwurf machen? Ich fürchte nein. - Den Vorwurf muss man den Schafen der EU-Verantwortlichen machen, die all diese Machenschaften zulassen und überhaupt erst möglich machen. Und die fettesten Schafe grasen in Deutschland.

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

Account gelöscht!

16.04.2014, 11:16 Uhr

Und wodurch zeichnen sich Schafe aus? Durch unfaßbare Dummheit bis hin zur Lebensuntüchtigkeit.

Btw., den Vergleich von Wölfen mit gierigen Zockern nehme ich Ihnen übel! :-)
Wölfe sind sehr soziale Tiere und wären die Menschen Wölfe, wäre die Welt ein besserer Ort. Nichts könnte falscher sein als der dumme Spruch Homo homini lupus. Richtig wäre "Homo homini homo.": Der Mensch ist dem Menschen ein Mensch, denn nur unserer Art ist Habgier bis zur potentiellen Selbstvernichtung eigen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×