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14.12.2011

11:47 Uhr

Anleiheauktion

Bund kommt im Schlussverkauf billig an Geld

Die letzte Anleiheauktion des Jahres hat Milliarden in die Kassen des Bundes gespült, und das zu besonders niedrigen Zinsen. Andere hatten bei Anleiheauktionen heute weniger Glück.

Die Auktion von neuen Bundesanleihen ist die letzte für das Jahr 2011. dpa

Die Auktion von neuen Bundesanleihen ist die letzte für das Jahr 2011.

DüsseldorfDer Bund hat seine letzte Anleihe-Auktion in diesem Jahr erfolgreich über die Bühne gebracht. Bei Investoren wurden 4,18 Milliarden Euro eingesammelt, teilte die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur mit. Sie hätte auch rund sechs Milliarden Euro einnehmen können, so groß war die Nachfrage nach den Papieren mit zweijähriger Laufzeit. Die Versteigerung war damit 1,4-fach überzeichnet - im November dagegen nur 1,1-fach.

Die Anleger lassen sich ihr Geld mit durchschnittlich 0,29 Prozent verzinsen. Im November waren es noch 0,39 Prozent. Zum Vergleich: Der Marktzins für vergleichbare französische Papiere liegt mit rund 0,9 Prozent deutlich höher.

Die Finanzagentur sprach von einem „sehr guten Ergebnis“. „Mit der letzten Auktion bestätigt sich der grundlegende Trend im laufenden Jahr: Der Emittent Bund kann als sicherer Hafen der Suche nach Qualität durch die Investoren gerecht werden“, sagte ein Sprecher.

Insgesamt hat der Bund in diesem Jahr am Kapitalmarkt rund 283 Milliarden Euro eingesammelt. Das Geld wird benötigt, um alte Schulden zu tilgen, Zinsen zu zahlen und das Haushaltsdefizit zu decken. 2012 dürfte der Kreditbedarf ähnlich hoch liegen.

Schon im Vorfeld waren Bundesanleihen am Zweitmarkt gefragt. Die zweijährigen Papiere notierten mit 0,29 Prozent nur fünf Basispunkte über ihrem Allzeittief von vor zwei Tagen. Die zehnjährigen Papiere rentierten einen Basispunkt niedriger mit 2,01 Prozent. Im Gegenzug stieg der Terminkontrakt Bund-Future 25 Basispunkte auf 136,87 Prozent.

Das gute Ergebnis ist nicht überraschend: "Wir haben in letzter Zeit eine starke Nachfrage nach Papieren mit kurzer Laufzeit gesehen", sagt Marius Daheim, Fixed-Income-Stratege bei der Bayerischen Landesbank in München.

Nicht ganz so gut erging es Italien: Bei der ersten Auktion langfristiger Staatsanleihen nach dem richtungsweisenden EU-Gipfel hat Italien Zinsen in Rekordhöhe gezahlt. Das hoch verschuldete Land musste bei der Versteigerung von Papieren mit fünfjähriger Laufzeit einen durchschnittlichen Zins von 6,47 Prozent zahlen. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Euro. Im November waren es bei einer vergleichbaren Auktion lediglich 6,29 Prozent gewesen.

Wenig verändert waren US-Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries hielt bei 1,97 Prozent das Vortagesniveau. Für den Abend haben die USA die dritte Anleihe-Auktion in dieser Woche angekündigt. Platziert werden sollen 30-jährige Anleihen im Volumen von 13 Milliarden Dollar.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

14.12.2011, 12:08 Uhr

Der Artikel signalisiert, dass die Thesen von vor ein paar Wochen, die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen würde schwinden, falsch waren.

Hans

14.12.2011, 12:13 Uhr

Er war nicht falsch. Er offenbart das Vertrauen.
Kurz- bis mittelfristig scheint das Vertrauen "gut" zu sein. Langfristig verbrennt man sich anscheinend die Finger. Die Interpretation dessen überlasse ich anderen.

Account gelöscht!

14.12.2011, 12:37 Uhr

Langfristige Anleihen haben das Problem, dass sie langfristig sind. Das mangelnde Vertrauen auf die lange Sicht hat nichts mit Deutschland zu tun.

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