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27.02.2012

16:07 Uhr

Anleiheauktion

Italien nimmt mehr als 12 Milliarden ein

Italien hat Anleihen im Wert von 12,25 Milliarden Euro am Markt platziert. Der Zinssatz für sechsmonatige Anleihen im Wert von 8,75 Milliarden Euro lag bei 1,2 Prozent. Im Vormonat betrug die Rendite noch 1,97 Prozent.

Italien hat Anleihen im Wert von 12,25 Milliarden Euro platziert. Reuters

Italien hat Anleihen im Wert von 12,25 Milliarden Euro platziert.

MailandItalien hat am Montag Anleihen im Wert von 12,25 Milliarden Euro am Markt platziert. Der Zinssatz für sechsmonatige Anleihen im Wert von 8,75 Milliarden Euro lag bei 1,2 Prozent. Im Vormonat betrug die Rendite noch 1,97 Prozent. Das Papier war 1,45-fach überzeichnet.

Italien setzte weitere Anleihen im Wert von 3,5 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis Dezember 2012 ab, die Nachfrage überstieg das Angebot um mehr als das Doppelte. Der strikte Sparkurs und das Reformpaket der italienischen Regierung zeigten bei den Investoren offenbar Wirkung. Im letzten Jahr lag die Rendite für italienische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit noch bei 7,89 Prozent. Zehnjährige Anleihen haben einen höheren Zins als Anleihen mit kurzer Laufzeit. Die Re3ndite von zehnjährigen Anleihen liegt aktuell bei 5,42 Prozent.

Die Entspannung der Schuldenkrise nach dem Fluten des Marktes mit Geld im Dezember vergangenen Jahres durch die Zentralbank zeigt Wirkung. Die EZB hat die zweite Woche in Folge keine Staatsanleihen von Schuldenstaaten mehr gekauft. Die EZB hat weiter Anleihen im Wert von 219,5 Milliarden Euro in den Büchern, die sie seit Anfang Mai 2010 von klammen Euro-Staaten wie Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Irland gekauft hat.

Hauptgrund für die Zurückhaltung der EZB ist der gestiegene Appetit der Banken auf Staatsanleihen. Spanische Banken steigerten ihren Bestand an Papieren der Euro-Länder im Januar um die Rekordsumme von 23,1 Milliarden Euro, in Italien stieg das Volumen um den Spitzenwert von 20,6 Milliarden Euro. Auch Banken aus Irland, Frankreich und Deutschland erhöhten ihre Bestände.

Damit scheint die Rechnung der EZB aufzugehen: Sie hatte den Kreditinstituten im Dezember fast eine halbe Billion Euro für drei Jahre zu extrem günstigen Konditionen geliehen - in der Hoffnung, dass sie mit dem billigen Geld Staatsanleihen von Krisenländern wie Italien erwerben und deren Zinsen dadurch wieder auf ein verträgliches Niveau fallen.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

27.02.2012, 17:00 Uhr

Verkauft - an wen? Der Zinssatz liegt ja noch unter der Inflationsrate, so blöd kann kein Investor sein.

mohrfan

01.03.2012, 17:25 Uhr

"Der strikte Sparkurs und das Reformpaket zeigen Wirkung"??? So ein Quatsch. Wenn über 1 Billion, d.h. eine Million Millionen, in die Märkte gepumpt werden, dann bleibt natürlich auch etwas im italienischen Staatsanleihemarkt hängen.
Wer wundert sich über hohe Öl- und Benzinpreise?

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