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14.03.2013

14:15 Uhr

Anleiheauktionen

Spanien bekommt Unterstützung am Kapitalmarkt

Langlaufende spanische Anleihen waren am Donnerstag sehr gefragt. Das südeuropäische Land musste in kurzfristig angesetzten Auktionen weniger Zinsen zahlen als zuletzt. Bundesanleihen verlieren dagegen an Attraktivität.

Eine Spanische Flagge in Madrid. Spanische Anleihen legen vor der Auktion zu. dapd

Eine Spanische Flagge in Madrid. Spanische Anleihen legen vor der Auktion zu.

FrankfurtBei Sonderauktionen hat Spanien am Donnerstag langlaufende Anleihen im Wert von insgesamt 803 Millionen Euro vergeben. Dabei waren die Zinsen durchweg niedriger als im Februar. Nachdem Anleger zuletzt wieder stärker auf spanische Papiere gesetzt hatten, wagte sich das Land spontan mit einem Dreierpack langlaufender Titel an den Markt. Der Plan ging auf, auch wenn ein vergleichsweise geringes Volumen in die Staatskasse floss: Die Nachfrage war groß und die Zinsen, die die für die Auktion zugelassenen Banken verlangten, sanken.

Im Laufzeitbereich bis 2028 fielen die Zinsen gegenüber der letzten Auktion am 7. Februar von 5,79 auf 5,22 Prozent. Zudem kamen in Madrid zwei Titel unter den Hammer, die 2040 und 2041 auslaufen. Die Zinsen fielen hier von 5,89 auf 5,43 Prozent und von 5,70 auf 5,43 Prozent. Die Nachfrage zog über alle Laufzeiten hinweg an. Insgesamt hätte sie gereicht, um das 2,56-fache Volumen bei Banken zu platzieren. Die Auktion der bis 2029 laufenden Schuldtitel war sogar 4,1-fach überzeichnet.

„Die Tatsache, dass das Finanzministerium eine öffentliche Auktion ansetzte, signalisiert, dass sie mehr Nachfrage für die Bonds erwarteten, als von den bereits bekannten Käufern“, erläutert Justin Knight, Zinsstratege bei UBS AG in London. „Es scheint Interesse von Investoren nach längerfristigen Papieren mit zusätzlicher Rendite zu geben, beispielsweise seitens Pensionsfonds oder Versicherungsgesellschaften.“

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Anders als in Spanien waren die Zinsen im zweiten großen Euro-Krisenland Italien zuletzt gestiegen. Obwohl die beiden Länder im bisherigen Verlauf der Schuldenkrise meist Hand in Hand liefen, konnte sich Spanien am Anleihemarkt zuletzt etwas von Italien abkoppeln. Während die Renditen für italienische Titel am Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Anleihen gehandelt werden, nach dem unklaren Ausgang der Parlamentswahlen zwischenzeitlich wieder spürbar angezogen hatten, nahm die Skepsis gegenüber den spanischen Pendants weiter ab. Die Rating-Agentur Fitch hatte jüngst die Bonität Italiens herabgestuft.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Die deutschen Bundesanleihen gaben geringfügig nach: Die Rendite der Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg zuletzt um einen Basispunkt auf 1,49 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future fiel um 17 Basispunkte auf 142,97 Prozent.

Investoren schauen auch auf den EZB-Monatsbericht. „Vielleicht gibt es nämlich weiterführende Aussagen, wie die EZB den aktuellen Rand bei der Bewältigung der Schuldenkrise einschätzt“, schrieben Jan Bottermann und Dirk Gojny von der National-Bank in einer Analyse.

Am Markt für US-Staatsanleihen gingen die Kurse zurück. In den USA steht im Tagesverlauf die Auktion von Treasuries mit 30 Jahren Laufzeit im Volumen von 13 Mrd. Dollar an. Die umlaufenden Anleihen in diesem Laufzeitbereich rentierten zwei Basispunkte höher bei 3,24 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg zuletzt um zwei Basispunkte auf 2,04 Prozent.

Die so genannten Longbonds haben den Anlegern im März einen Verlust von 2,2 Prozent beschert, wie Indizes der Bank of America Merrill Lynch zeigen. Zehnjährige Staatsanleihen fielen den Daten zufolge um 1,1 Prozent und fünfjährige Papiere gaben 0,5 Prozent nach.

Kommentare (26)

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@JamieDimon

14.03.2013, 11:21 Uhr

Ja, der beliebte Giftmüll aus den Peripheriestaaten der Eurozone, immer ein Investment wert.

Ben-Wa

14.03.2013, 11:58 Uhr

Die Investoren verlassen sich vollständig auf die EZB und kassieren schöne Zinsen. Von wegen Spanien bekommt Unterstützung am Kapitalmarkt. Der Kapitalmarkt bekommt Unterstützung von der EZB. Das ist die Logik!

otto

14.03.2013, 12:04 Uhr

Bald ist Frankreich dran.

Ein Land, voll wie ein Pulverpass und die Lunte im Feuer.




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