Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.04.2012

10:14 Uhr

Anleihekäufe

Banken verlagern Risiken auf Steuerzahler

Die Banken der Schuldenstaaten häufen massenweise Staatsanleihen an. Experten sprechen von einem „Risiko durch die Hintertür“. Wenn die Institute gerettet werden müssen, sind auch die Steuerzahler in Deutschland dran.

Ein Börsenhändler in Madrid. Reuters

Ein Börsenhändler in Madrid.

Die Banken in Italien und Spanien haben große Bestände an Anleihen aufgebaut - gleichzeitig verlagert sich das Risiko von Zahlungsausfällen von den privaten Gläubigern auf die Steuerzahler.

Die Bestände spanischer Staatsanleihen von spanischen Banken sind innerhalb von zwei Monaten per Ende Januar um 26 Prozent auf 220 Mrd. Euro geklettert, wie aus Daten des spanischen Finanzministeriums hervorgeht. Italienische Banken haben ihre Käufe bei Papieren des Landes in den drei Monaten bis Februar um 31 Prozent auf 267 Mrd. Euro gesteigert, zeigen Daten der italienischen Notenbank.

Wie bei Griechenland müssten die Regierungen ihre Banken mit geliehenen Geldern retten. Und dem Haupt-Finanzgeber, der Europäischen Zentralbank, drohen Verluste. „Je mehr Banken nicht mehr grenzüberschreitend ausleihen, desto mehr schaltet sich die EZB ein und stellt die Finanzierung zur Verfügung“, erläutert Guntram Wolff, stellvertretender Direktor beim Forschungsinstitut Bruegel in Brüssel. „Daher verlagert sich das Risiko der Kernländer gegenüber der Peripherie vom privaten zum öffentlichen Sektor.“

Der Anstieg der Staatsanleihepositionen bei spanischen und italienischen Banken ist von den langfristigen Refinanzierungsgeschäften (LTRO) der EZB über insgesamt rund eine Billion Euro angeschoben worden, die im Dezember und Februar durchgeführt wurden und den Euroraum-Banken Liquidität verschaffen sollen.

Für Kreditgeber in so genannten Peripherieländern - Spanien, Portugal, Irland, Griechenland und Italien - war Profit auch ein Anreiz: Sie konnten das Geld zu 1 Prozent ausleihen, um Staatsanleihen mit einer Rendite von 6 bis 13 Prozent zu kaufen. Kreditinstitute aus diesen fünf Ländern haben von den Sonderprogrammen der EZB, einschließlich der LTRO, etwa 715 Mrd. Euro in Anspruch genommen, wie aus jüngsten Daten der Zentralbanken dieser Länder hervorgeht.

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Dumm_Gruen

20.04.2012, 10:24 Uhr

Das ist die gewaltigste Umverteilungsmaschine, die ohne Krieg eingerichtet wurde: Der Euro! Die Nordeuropäer werden gemolken - an erster Stelle Deutschland. Es ist beschämend, wie sehr hier immer noch für den Euro getrommelt wird. Selbst ein Prof. Sinn zieht nicht die Konsequenz mit der Forderung, daß Deutschland die Eurozone verlassen sollte.
Ich frage mich allerdings, wie die deutschen Politiker den Deutschen wohl in nicht mehr langer Zukunft erklären werden, daß deren gesamte Ersparnisse für ein "politisches Projekt" verzockt wurden. Auf die Wut freu ich mich - und auf die dummen Gesichter der grünen Gutmenschen ebenfalls!

Account gelöscht!

20.04.2012, 10:31 Uhr

wie man den Deutschen das klarmachen wird? NA ganz einfach, schauen Sie sich "Die Deutschen" heute doch mal an. Ein aufgeweichter Haufen der sogar so bescheuert ist, sich seiner Rechte und Demokratie berauben zu lassen. Blöd genug um für den Staat 6 Monate im Jahr arbeiten zu gehen um am Ende da zu stehen und sich fragen ob man sich den Zahnarzt finanziell erlauben kann.

DEN Deutschen müssen diese Politiker nichts klarmachen, denn die wissen ganz genau dass sich im Volk keiner mehr rührt, keiner wehrt und keiner aufmucken wird. solche Deppen kann man ungestraft berauben, belügen und betrügen....passiert alles aktuell und das deutsche Schaf kaut weiter das faule vorgesetzte Gras auf seiner Weide und glotzt dumm.

svebes

20.04.2012, 10:36 Uhr

. . gewaltigste Umverteilungsmaschine? nicht wirklich neue Umverteilung. Die Milliarden fliessen jetzt nur spektakulärer in die Taschne weniger. Das Deckmäntelchen des Schams existiert halt nicht mehr. Was allerings stimmt, ist dass jetzt der Geldhahn final ganz aufgedreht wird. Die Ressourcen sind längst verbraucht und von einer Blase kann niemand auf Dauer leben. Unsere feisten Politiker haben ihre Schäfchen im Trockenen und werden, gut abgesichert, von aussen sich das Spektakulum des Niedergangs anschauen. Danach werden sie wieder auftauchen und sprechen: Ich kann euch helfen, ihr armen. Denn täglich grüsst das Murmeltier. Schade dass es nur so wenig merken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×