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21.11.2013

16:43 Uhr

Anleihekäufe

Investoren glauben wieder an Slowenien

Slowenien gilt als das jüngste Euro-Krisenland. Doch zuletzt wurde der Haushalt verabschiedet und die Regierung Bratusek gestützt. Blackrock und andere kaufen Anleihen des Landes – und sorgen für eine Atempause.

Die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek: Investoren haben Anleihen des Landes gekauft, das verschafft dem Land mehr Zeit. Reuters

Die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek: Investoren haben Anleihen des Landes gekauft, das verschafft dem Land mehr Zeit.

Anleihekäufe des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock sorgen für niedrigere Finanzierungskosten in Slowenien. Die Renditen der slowenischen Anleihen liegen inzwischen unter denen von Portugal, das 2011 ein Rettungspaket beantragte.

Ende September gab Blackrock den Erwerb slowenischer Bonds bekannt. Auch Bluebay Asset und die Landesbank Berlin haben Anleihen des Landes gekauft und setzen darauf, dass Slowenien kein Rettungspaket benötigt – und die Renditen weiter nach unten gehen werden. In den vergangenen vier Wochen boten slowenische Papiere die beste Performance unter den Industrieländern, die vom World Bond Index der Finanznachrichtenagentur Bloomberg abgebildet werden.

„Wir sind überzeugt, dass das Fundamental-Bild in Slowenien die aktuellen Renditeniveaus nicht wirklich rechtfertigt“, erklärte Russel Matthews, Fondsmanager bei Bluebay in London. „Sie bewegen sich in die richtige Richtung.“

So stehen die Euro-Sorgenländer da

Frankreich

Deutschlands wichtigster Handelspartner wächst nicht mehr: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Sommer überraschend um 0,1 Prozent. Die EU-Kommission traut dem Nachbarn nur einen blutleeren Aufschwung zu. 2014 soll es nur zu einem Plus von 0,9 Prozent reichen, was etwa halb so viel ist wie in Deutschland. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet die Kommission, was wiederum den Konsum bremst. Obwohl das Wachstum 2015 auf 1,7 Prozent anziehen soll, dürfte die Arbeitslosenquote bis dahin auf 11,3 Prozent zulegen.

Italien

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion schrumpfte im Sommer nun schon das neunte Quartal in Folge und steckt damit in der längsten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Während die Industrie zulegte, gingen die Geschäfte der Dienstleister und Landwirte zurück. Zwei Rezessionsjahren dürfte eine kraftlose Erholung folgen: 2014 wird ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, das sich 2015 auf 1,2 Prozent erhöhen soll. Eine steigende Exportnachfrage dürfte die Unternehmen zwar zu mehr Investitionen ermutigen, erwartet die EU-Kommission. Die Arbeitslosenquote soll aber im kommenden Jahr weiter steigen.

Spanien

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat sich im Sommer aus der Dauer-Rezession befreit. Anziehende Exporte und der boomende Tourismus ließen das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent wachsen. Zuvor war es neun Quartale in Folge geschrumpft. 2014 könnte die spanische Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder wachsen. Die EU-Kommission erwartet ein Plus von 0,5 Prozent, das sich 2015 auf 1,7 Prozent erhöhen soll. "Die großen Anpassungen werden die Erholung einschränken", befürchtet die Kommission. Das reicht nicht, um die Arbeitslosigkeit kräftig zu drücken. Die Quote soll von 26,6 Prozent in diesem Jahr lediglich auf 25,3 Prozent im übernächsten Jahr fallen.

Griechenland

Im Frühjahrsquartal – neuere Daten liegen noch nicht vor – ging es um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bergab. Das am schwersten von der Schuldenkrise betroffene Land wird aber für 2014 ein kleines Comeback zugetraut: Das Bruttoinlandsprodukt soll dann erstmals seit sechs Jahren wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. Das reicht nicht annähernd aus, um den für 2013 erwarteten Einbruch von 4,0 Prozent auszugleichen. "2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden", erwartet die EU-Kommission, die dann mit einem Plus von 2,9 Prozent rechnet. Allerdings bleibt die Arbeitslosigkeit hoch. Sie soll von rund 27 Prozent auf 24 Prozent im Jahr 2015 sinken.

Irland

Von allen Krisenländern steht Irland am besten da. Bereits im Frühjahr wurde die Rezession abgeschüttelt mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2013 soll die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge zulegen, wenn auch nur um 0,3 Prozent. Das Tempo dürfte sich 2014 auf 1,7 Prozent und 2015 sogar auf 2,5 Prozent beschleunigen. Sowohl Konsum als auch Exporte dürften immer besser in Schwung kommen. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,7 Prozent fallen, nachdem sie 2012 noch bei 14,7 Prozent lag.

Portugal

Das kleine Land ist von Juli bis September bereits das zweite Quartal in Folge gewachsen - und zwar um 0,2 Prozent. 2014 soll nach drei Minus-Jahren wieder ein Plus folgen: Dann dürfte ein Wachstum von 0,8 Prozent herausspringen, das sich 2015 auf 1,5 Prozent nahezu verdoppeln soll. "Die Exporte sind der Wachstumstreiber, während die Binnennachfrage 2014 wieder anziehen wird", prophezeit die EU-Kommission. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 17,3 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen.

Zypern

Der Inselstaat steckt noch mitten im Abschwung: Im dritten Quartal 2013 brach die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent so stark ein wie in keinem anderen Euro-Land. Um 8,7 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt im gesamten Jahr 2013 zurückgehen. 2014 wird ein weiteres Minus von 3,9 Prozent erwartet. "Die zyprische Volkswirtschaft sieht sich starkem Gegenwind ausgesetzt", so die Kommission. Sowohl der Konsum als auch die Exporte dürften sinken. Erst 2015 wird wieder mit einem Wachstum gerechnet, das aber mit 1,1 Prozent dünn ausfallen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 auf 19,2 Prozent hochschnellen und erst 2015 wieder leicht auf 18,4 Prozent nachgeben.

Die Investoren verschaffen der slowenischen Ministerpräsidentin Alenka Bratusek mehr Zeit, die Probleme der verschuldeten Banken des Landes anzugehen und das Haushaltsdefizit einzudämmen. Am vergangenen Freitag hatte die Regierungschefin eine Vertrauensabstimmung im Parlament überstanden. Zudem wurden die Haushalte für die kommenden beiden Jahre angenommen. Das Defizit wird laut Einschätzung der EU-Kommission von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2012 auf 7,1 Prozent im nächsten Jahr ansteigen. Stresstests für die Finanzbranche und eine bis Dezember fällige Prüfung der Bankbilanzen werden bestimmen, wie viel Geld die Regierung aufwenden muss.

In den vergangenen vier Wochen haben slowenische Anleihen den Investoren einen Ertrag von 4,1 Prozent eingebracht, verglichen mit 2,8 Prozent bei Portugal-Bonds und 1,6 Prozent bei spanischen Papieren, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Blackrock sei ein „großer Fan der peripheren Anleihemärkte“, erklärte Scott Thiel von dem New Yorker Vermögensverwalter im September. Die Gesellschaft habe portugiesische und slowenische Anleihen übergewichtet, halte also mehr dieser Bonds als in den entsprechenden Benchmarkindizes enthalten seien.

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