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28.05.2015

15:25 Uhr

Anleihemärkte

Europäische Bonds stabilisieren sich

Bundesanleihen steigen leicht, italienische Papiere tendieren fest: In der Krise schätzen Anleger stabile Länder als sichere Häfen. Anleihen der Krisenländer Griechenland und Spanien dagegen verharren im Minus.

Anleihen aus Europa verlieren an Wert. dpa

Euroscheine

Anleihen aus Europa verlieren an Wert.

FrankfurtDie Kurse europäischer Anleihen haben am Donnerstag überwiegend fester tendiert. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten drei Basispunkte niedriger mit 0,52 Prozent. Für den Terminkontrakt Bund-Future ging es 33 Basispunkte aufwärts auf 155,04 Prozent.

„Es gibt ein gewisses Maß an Strömen in die als sicher geltenden Anleihen der Kern-Euroländer“, konstatierte David Stubbs, Marktstratege bei JPMorgan Asset Management Inc. in London. „Wir sind noch viele Wochen davon entfernt, dass es ungemütlich wird, und es können noch zahlreiche Spiele gespielt werden. Die Griechen nutzen die Drohung, was bei einem Zahlungsausfall und einem Ausstieg des Landes aus dem Euroraum passieren kann, als effizientes Verhandlungsinstrument.“

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Italienische Bonds notierten nach Emissionen des Landes im Umfang von knapp 7 Mrd. Euro höher, die Rendite der zehnjährigen Papiere sank zwei Basispunkte auf 1,84 Prozent. Neben 2025 fälligen Papieren im Volumen von 2,5 Mrd. Euro platzierte Italien 2020 fällige Anleihen über 2,434 Mrd. Euro sowie variabel verzinste Papiere mit Laufzeit bis 2022 im Volumen von 2 Mrd. Euro.

Dagegen verharrten spanische und griechische Anleihen weiter im Minus. Bei zehnjährigen spanischen Bonds stieg die Rendite einen Basispunkt auf 1,81 Prozent, vergleichbare griechische Papiere rentierten zehn Basispunkte höher mit 10,99 Prozent.

In den USA notierten Treasuries kaum verändert. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatspapiere lag bei 2,13 Prozent knapp über dem Vortagesniveau.

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